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Teure Sommerpause: Warum Schwimmvereine in Hamburg sogar für die Ferienstilllegung noch zahlen sollen

Es klingt wie ein schlechter Witz – ist aber Realität in Hamburgs Sportszene: Während der gesamten Sommerferien wird der Schwimmunterricht der Vereine seit Jahren für sieben bis acht Wochen ausgesetzt. Keine Wasserzeiten, keine Trainingsmöglichkeiten, keine Alternativen. Und jetzt kommt’s: Wer in dieser Zeit dennoch trainieren möchte, soll auch noch zusätzlich zahlen.

Offiziell begründet der Senat die lange Sommerpause mit der Abstimmung am „Runden Tisch Schwimmen“. Man verweist darauf, dass viele Übungsleiter und Kinder im Urlaub seien – ein Argument, das zwar stimmt, aber längst nicht die ganze Wahrheit abbildet. Denn viele Vereine wollen und könnten sehr wohl Trainingsangebote durchgehend aufrechterhalten. Andere Städte schaffen es schließlich auch, ihren Schwimmsport über die Ferien hinweg zu organisieren.

Stattdessen verweist der Senat lapidar darauf, dass Vereine „grundsätzlich die Möglichkeit haben“, Wasserzeiten in Bäderland-Bädern anzumieten – natürlich auf eigene Kosten. Eine kostenneutrale Nutzung? Fehlanzeige. Wer im Sommer trainieren will, darf also zusätzlich zahlen.

Besonders bitter: Ausgerechnet in einer Zeit, in der Hamburgs Kinder wochenlang keinen regulären Schulschwimmunterricht haben und viele ohnehin keinen Platz in den überfüllten Schwimmkursen bekommen, werden funktionierende Vereinsangebote künstlich ausgebremst.

Die Fragen drängen sich auf:

  • Warum hält man stur an dieser extrem langen Pause fest, statt flexibel auf den tatsächlichen Bedarf der Vereine zu reagieren?
  • Wieso wird den Vereinen zugemutet, für Wasserflächen extra zu zahlen, die außerhalb der Schulzeit ohnehin verfügbar wären?
  • Und weshalb gibt es keine kostenneutrale Übergangslösung – besonders in einer Stadt, die beim Thema Schwimmfähigkeit regelmäßig Alarm schlagen muss?

Hamburg rühmt sich gern als Sportstadt. Doch wer Sportvereine systematisch mit Mehrkosten belastet und Trainingszeiten über Wochen blockiert, sendet ein ganz anderes Signal: Hier schwimmt man gegen den Strom – und zwar nicht im Wasser, sondern in der Bürokratie.

Quelle: Drucksache 23-02285