Einer der Hamburger Taubenschutzvereine – Gandolfs Taubenfreunde Hamburg (GTH) – zeigt einen erneuten deutlichen Anstieg der gemeldeten Stadttaubennotfälle in seiner Jahresstatistik 2025 auf. Insgesamt wurden 2.467 Notfälle bearbeitet – ein Plus von 444 Fällen gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig betroffen sind Tauben mit schweren Fußverletzungen durch Verschnürungen, geschwächte Tiere, Jungtauben sowie verletzte Tauben. Viele dieser Leiden gelten als vermeidbar: Über 90 % der Diagnosen würden laut GTH bei einem flächendeckenden Stadttaubenkonzept mit betreuten Taubenschlägen gar nicht erst auftreten. Die Statistik macht außerdem deutlich, dass vor allem der Bezirk Hamburg-Mitte durch hohe Taubendichten und starke Nutzung des öffentlichen Raums besonders betroffen ist.
Neben dem Tierleid verdeutlicht die Statistik auch die strukturelle Überlastung der ehrenamtlichen Arbeit. Im Jahresdurchschnitt befanden sich 98 Tauben gleichzeitig in Pflege, die Tierarztkosten beliefen sich auf rund 12.500 Euro. Hinzu kommen unzählige nicht messbare Stunden für Sicherungen, Pflege, Fahrten, Beratung und politische Arbeit. Die GTH kommen daher zu einem klaren Fazit: Vergrämungsmaßnahmen würden die Situation verschärfen, sie aber nicht lösen. Als nachhaltige Lösung wird das Augsburger Modell mit betreuten Taubenschlägen vorgestellt, das sowohl Tierleid reduziere als auch die Stadt entlasten würde.

