In der Nacht zum 13. März 2026 kam es auf der Autobahn A25 zu einem tödlichen Wildunfall mit einem Wolf. Gegen 2:30 Uhr kollidierte ein Pkw in Höhe der Auffahrt Curslack mit dem Tier. Der Autofahrer blieb unverletzt. Es handelt sich um den ersten dokumentierten Fall eines Wolfes, der im Hamburger Stadtgebiet durch einen Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist.
Bei dem Tier handelt es sich um einen etwa 28 Kilogramm schweren Jungrüden. Wolfsbetreuer des gemeinsamen Wolfsmanagements von Schleswig-Holstein und Hamburg bargen den Kadaver noch in der Nacht. Der Wolf verendete unmittelbar am Unfallort an den Folgen des Zusammenpralls.
In den kommenden Tagen soll der Tierkörper – wie in solchen Fällen üblich – an das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin überführt werden. Dort wird etwa jeder dritte verendete Wolf näher untersucht. Mithilfe genetischer Proben soll festgestellt werden, aus welcher Population das Tier stammt und welchen Wanderweg es genommen hat.
Verkehrsunfälle häufigste Todesursache für Wölfe
Auch wenn es sich um den ersten registrierten Fall in Hamburg handelt: Bundesweit ist der Straßenverkehr mit Abstand die größte Gefahr für Wölfe. Seit der Rückkehr der Tiere nach Deutschland Anfang der 2000er-Jahre wurden bereits über 1.000 Wölfe bei Verkehrsunfällen getötet.
Allein seit 2020 sterben jährlich zwischen 100 und 150 Tiere infolge von Kollisionen mit motorisierten Fahrzeugen. Trotz Wildschutzzäunen und Wildtierbrücken bleibt das dichte Straßennetz ein großes Risiko für die Tiere, da Wölfe häufig über weite Strecken wandern und dabei Autobahnen und Bundesstraßen queren müssen.
Die Hamburger Umweltbehörde (BUKEA) bittet Autofahrerinnen und Autofahrer deshalb, Unfälle mit Wildtieren immer sofort der Polizei zu melden, damit verletzte Tiere möglichst schnell versorgt oder geborgen werden können.
Der Wolf in Hamburg
Wölfe werden in Hamburg seit einigen Jahren immer wieder vereinzelt nachgewiesen. Der erste bestätigte Nachweis stammt aus dem Jahr 2013.
Erst Anfang 2026 wurde erneut ein Wolf durch eine Fotofalle im Duvenstedter Brook dokumentiert. Insgesamt liegen seit 2013 bereits 21 eindeutige Nachweise von Wölfen im Hamburger Stadtgebiet vor.
Wölfe gelten grundsätzlich als sehr scheue Wildtiere und stellen normalerweise keine Gefahr für Menschen dar. Sollte es dennoch zu einer Begegnung kommen, empfehlen Fachleute Abstand zu halten und sich bemerkbar zu machen – etwa durch lautes Sprechen, Rufen oder Klatschen. Weglaufen sollte man hingegen nicht.
Weitere Informationen und aktuelle Nachweise zum Wolf in Hamburg stellt die Stadt unter „Der Wolf kehrt zurück“ auf hamburg.de bereit.

