Die medizinische Versorgung in Steilshoop steht auf der Kippe. Für rund 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner gibt es derzeit nur noch zwei Hausärzte, einen Kinderarzt und wenige weitere Angebote. Die Lage ist bereits heute kritisch – und sie droht sich weiter zu verschärfen, wenn nicht schnell gehandelt wird.
Ein zentrales Problem ist die unklare Zukunft der Arztpraxen und der Apotheke im Umfeld des EKZ Steilshoop. Seit Jahren wird den Betroffenen im Zuge der geplanten Sanierung ein Umzug innerhalb des EKZ in Aussicht gestellt – bislang jedoch ohne verbindliche, schriftliche Zusagen zu Mieten oder Umzugskosten. Statt Planungssicherheit herrscht Unsicherheit. Hinzu kommt ein Sanierungskonzept, das faktisch drei Umzüge bedeuten würde. Für viele Praxen ist das wirtschaftlich und organisatorisch kaum leistbar. Mehrere Ärztinnen und Ärzte denken daher ernsthaft darüber nach, Steilshoop ganz zu verlassen. Für den Stadtteil wäre das ein harter Schlag.
Dabei gibt es eine praktikable Lösung – und sie liegt längst auf dem Tisch. Die Stadt Hamburg hat am Hauptbahnhof vorgemacht, wie es gehen kann: Mit modularen Containerbauten wurden kurzfristig nutzbare Flächen geschaffen, funktional, modern und zeitlich befristet. Genau dieses Modell lässt sich auch auf Steilshoop übertragen.
Wenn man wirklich mehr Ärzte in Steilshoop halten und gewinnen will, dann muss man jetzt handeln. Temporäre Containerlösungen für Arztpraxen und die Apotheke können schnell aufgebaut werden – etwa auf geeigneten Freiflächen im Stadtteil. Sie schaffen sofort Planungssicherheit, vermeiden mehrfaches Umziehen und ermöglichen eine verlässliche Versorgung für die Menschen vor Ort. Sobald das EKZ Steilshoop saniert ist und feste Flächen zur Verfügung stehen, können die Praxen einmalig und dauerhaft dorthin ziehen. Die Container werden anschließend wieder abgebaut.
Die Stadt soll nun schnell, prüfen, wo solche Container in Steilshoop kurzfristig errichtet werden können, gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung ein Übergangskonzept entwickeln und für bezahlbare, verlässliche Mietkonditionen sorgen. Gleichzeitig muss der Druck auf den Eigentümer des EKZ erhöht werden, endlich verbindliche Zusagen zu machen.
Gesundheitsversorgung ist Daseinsvorsorge. Wer Steilshoop nicht weiter abhängen will, darf nicht länger zuschauen. Container sind keine Notlösung zweiter Klasse – sie sind ein pragmatischer, erprobter Weg, um jetzt zu helfen und später geordnet in dauerhafte Strukturen überzugehen. Genau das braucht Steilshoop – und zwar jetzt.

