Skip to content Skip to footer

Unfassbar: 71 Wohnungen im Steilshooper Zentrum stehen leer – mitten in der Hamburger Wohnungsnot

Hamburg braucht dringend Wohnraum. Gleichzeitig stehen mitten in Steilshoop nach aktuellem Kenntnisstand des Bezirksamtes 71 Wohneinheiten leer. Das hat der Senat jetzt auf meine Schriftliche Kleine Anfrage erstmals konkret beziffert.

Die Zahlen sind erheblich: Im Bereich des Einkaufszentrums Steilshoop am Schreyerring 8 und 46 stehen 45 Wohneinheiten leer. Im Bereich des Ärztehauses an der Gründgensstraße 26 sind es weitere 26 Wohneinheiten. Zusammen sind das 71 leerstehende Wohnungen beziehungsweise zu Wohnzwecken bestimmte Einheiten.

Seit Februar gibt es Hinweise – erst im September steht die Zahl fest

Besonders ärgerlich ist, wie lange sich die Aufklärung hinzieht.

Bereits im Februar 2026 erhielt das Bezirksamt Wandsbek Hinweise auf Leerstände in den Wohngebäuden. Seitdem versucht das Bezirksamt, vom Eigentümer die notwendigen Informationen zu erhalten.

Der Eigentümer wurde mehrfach zur Auskunft nach dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz aufgefordert: schriftlich am 25. Februar, 20. Juli und 10. August 2026 und zusätzlich mündlich. Trotzdem ist das Verfahren bis heute nicht abgeschlossen.

Erst seit September 2026 kennt das Bezirksamt nach eigenen Angaben die konkrete Zahl: 45 plus 26 – insgesamt 71 leerstehende Wohneinheiten. Wie lange die einzelnen Wohnungen bereits leer stehen, weiß das Bezirksamt dagegen nicht.

Das ist angesichts der Wohnungsnot schwer vermittelbar

Diese Zahlen sind aus meiner Sicht unfassbar. Überall in Hamburg wird über fehlenden bezahlbaren Wohnraum, steigende Mieten und den notwendigen Wohnungsneubau diskutiert. Gleichzeitig stehen allein an diesem Standort in Steilshoop 71 Wohneinheiten leer.

Natürlich muss zunächst rechtssicher geklärt werden, aus welchen Gründen die einzelnen Wohnungen leer stehen und ob ein Verstoß gegen das Wohnraumschutzgesetz vorliegt. Genau diese entscheidenden Informationen fehlen bislang.

Aber gerade deshalb muss das Verfahren jetzt mit Nachdruck vorangetrieben werden. Es kann nicht sein, dass seit Februar Hinweise auf Leerstände vorliegen, der Eigentümer mehrfach zur Auskunft aufgefordert werden muss und Monate später noch immer nicht bekannt ist, wie lange diese Wohnungen bereits leer stehen.

71 Wohnungen sind keine Kleinigkeit. Dahinter könnten 71 Haushalte stehen, die dringend eine Wohnung suchen.

Deshalb muss jetzt vollständig aufgeklärt werden: Seit wann stehen die einzelnen Wohnungen leer? Warum stehen sie leer? Sind die Leerstände rechtlich zulässig? Und welche Möglichkeiten hat das Bezirksamt, damit vorhandener Wohnraum möglichst schnell wieder tatsächlich zum Wohnen genutzt werden kann?

Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Sandro Kappe (CDU) und Antwort des Senats, Drs. 23/5367 vom 22. September 2026.