Das Problem der Vermüllung an Müll- und Sperrmüllplätzen in Hamburg verschärft sich seit Jahren. Besonders in dicht besiedelten Stadtteilen wie Steilshoop klagen Anwohnerinnen und Anwohner immer häufiger über wild abgelagerten Sperrmüll, überfüllte Tonnen und vermüllte Wege. Die Folgen: steigende Reinigungskosten, ein zunehmendes Sicherheits- und Hygienerisiko sowie ein deutlich verschlechtertes Wohnumfeld.
Nun reagiert der Senat – wenn auch spät. Auf eine parlamentarische Anfrage teilt der Senat mit, dass die SAGA derzeit den DSGVO-konformen Einsatz von Videoüberwachung an ihren Müllstandsplätzen in Barmbek prüft. Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, doch allein die Tatsache, dass über Videoüberwachung endlich ernsthaft nachgedacht wird, zeigt, wie groß der Handlungsdruck inzwischen geworden ist.
Ein Blick nach Berlin zeigt, dass Hamburg hier hinterherhinkt: In mehreren Berliner Bezirken werden Müll- und Abfallplätze städtischer Wohnungsbaugesellschaften bereits testweise per Video überwacht, um illegale Ablagerungen einzudämmen und die erheblich gestiegenen Reinigungskosten zu senken. Erste Erfahrungen dort sind vielversprechend: weniger Vermüllung, niedrigere Kosten, sauberere Anlagen.
In Hamburg hingegen wird vorerst nur geprüft – und das in einem sehr begrenzten Rahmen. Angesichts der Situation in vielen Wohngebieten erwarten Mieterinnen und Mieter jedoch mehr: konkrete Maßnahmen statt endloser Prüfprozesse.

