Waldbrände frühzeitig verhindern – Verpasst der Senat eine Chance?

Der Senat sieht keine Notwendigkeit, Förster und Waldarbeiter mit einer entsprechenden Ausbildung und Spezialausrüstung auszustatten, wie es in anderen Bundesländern bereits praktiziert wird.

 

Vielmehr sieht er deren Beitrag zur Waldbrandbekämpfung vor Ort in der Weitergabe von fachbezogenen Ortskenntnissen an die Einsatzkräfte der Feuerwehr.

Wandbrände sind ein immer wiederkehrendes Phänomen und Problem. Seit der Dürre im Jahr 2018 steigt die Gefahr durch Brände kontinuierlich an, die Prognosen im Bezug auf den Klimawandel machen wenig Hoffnung auf Besserung.

 

Zustände wie in den USA oder Australien haben wir in Deutschland nicht. Dennoch ist es angezeigt, sich entsprechend vorzubereiten. Auch wenn Hamburg über verhältnismäßig wenig Waldflächen verfügt, müssen wir uns auf weitere Dürrejahre einstellen und unseren Wald schützen.

 

Ich habe daher den Senat nach seiner Strategie zur Brandbekämpfung befragt (Drs. 22/1585 und 22/2199).

 

Hier teilt der Senat mit, dass im Jahr 2019 mit dem Austausch von Informationen und der Identifikation von Verbesserungspotentialen zwischen den für Waldbrand zuständigen Behörden und Institutionen begonnen wurde.

 

Im Hinblick auf Waldbrände liegen der Fokus und die Herausforderung in Hamburg bei der Waldbrandprävention und der Waldbrandfrüherkennung. Zusammen mit der Northern Business School soll vor diesem Hintergrund ein Projekt zur Waldbrandgefährdungsanalyse und Waldbrandfrüherkennung gestartet werden, an dem die zuständigen Behörden mitwirken werden.

 

Andere Bundesländer sind diesbezüglich schon weiter. In Baden-Württemberg wurde das Global Fire Monitoring Center in Freiburg gegründet. Baden-Württemberg hat verstanden, dass in Deutschland zwar die Feuerwehr für das Löschen zuständig ist, sie dabei jedoch von den Kenntnissen der Forstleute im Wald erheblich profitieren kann.

 

So bekommen in Baden-Württemberg Förster und Waldarbeiter eine entsprechende Ausbildung und Spezialausrüstung: Feuerfeste, leichte Schutzkleidung, Handgeräte wie Feuerpatschen, Feuerlöschrucksäcke und spezielle Fahrzeuge. Die Mitarbeiter lernen u. a. wie zu verfahren ist, wenn an heißen Tagen die Windrichtung wechselt. Sie haben oft beste Ortskenntnisse und können einen Waldbrand mit der entsprechenden Ausbildung oftmals schon vor Eintreffen der Feuerwehr unter Kontrolle bringen.

 

Der Senat hält dergleichen in Hamburg offenbar nicht für nötig. Er teilt mit, dass der wichtigste Beitrag der forstlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Waldbrandbekämpfung vor Ort in der Weitergabe von fachbezogenen Ortskenntnissen an die Einsatzkräfte der Feuerwehr besteht. Dazu werden in unregelmäßigen Abständen gemeinsame Übungen durchgeführt.

 

Eine vertane Chance, wie ich finde. Hoffentlich wird sich dies nicht eines Tages rächen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Rudolf (Dienstag, 12 Januar 2021 19:37)

    ....es könnte ja Geld kosten! Wie in so vielen anderen Bereichen wartet man bis 1 sec. vor 12.00, bis es dann richtig teuer wird. Unkluge Pfeffersack-Menthalität würde ich so etwas nennen. Aus den bitteren Folgen der Wegrationalisierung des Ordnungsdienstes hätte man es spätestens erkennen müssen.