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Wasserturm Farmsen: Begegnungszentrum sowie Lern- und Erinnerungsort geplant – jetzt werden Fördermittel gesucht

Der denkmalgeschützte Wasserturm auf dem Gelände des ehemaligen Versorgungsheims Farmsen beschäftigt Politik und Verwaltung seit Jahren. Verschiedene Nutzungsmöglichkeiten wurden untersucht, Gutachten erstellt und Konzepte diskutiert. Eine endgültige Lösung gibt es allerdings auch 2026 noch nicht.

Immerhin zeichnet sich inzwischen deutlicher ab, wohin die Reise gehen soll: Der Wasserturm soll künftig als Begegnungszentrum für Farmsen sowie als Lern- und Erinnerungsort dienen. Nun geht es vor allem darum, eine tragfähige Finanzierung für die Sanierung und Umsetzung zu finden.

Seit 2022 wird untersucht und geplant

Bereits seit 2022 laufen konkrete Untersuchungen für eine neue Nutzung des denkmalgeschützten Gebäudes. Fördern & Wohnen ließ unter anderem statische Untersuchungen, Bauteiluntersuchungen, eine Machbarkeitsstudie sowie eine Bauvoranfrage erstellen.

Nach Angaben des Senats wurden dafür bislang rund 81.000 Euro ausgegeben.

Zwischenzeitlich sahen die Überlegungen eine Kombination aus Kindertagesstätte, Wohnungen und einem Gedenkort vor. Doch auch diese Planung wurde wieder infrage gestellt. Unter anderem wird der Bedarf für eine Kindertagesstätte inzwischen anders bewertet. Zudem muss die Finanzierbarkeit des Gesamtprojekts neu betrachtet werden.

Damit bleibt ein Problem bestehen, das ich bereits seit längerer Zeit kritisiere: Es wird untersucht, geprüft und abgestimmt – aber eine verbindliche Umsetzung lässt weiterhin auf sich warten.

Begegnungszentrum für Farmsen soll entstehen

Die Bezirksversammlung Wandsbek hat im Juni 2026 noch einmal deutlich gemacht, wohin die Entwicklung gehen soll. An diesem Standort soll ein für den Stadtteil offenes Begegnungszentrum sowie ein Lern- und Erinnerungsort entstehen.

Das halte ich für einen guten Ansatz. Farmsen braucht einen zentralen Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Veranstaltungen stattfinden und Nachbarschaft gelebt werden kann.

Gleichzeitig besitzt das ehemalige Versorgungsheim eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Das 1904 eröffnete Versorgungsheim Farmsen war insbesondere während der Zeit des Nationalsozialismus ein Ort, an dem Menschen ausgegrenzt und Opfer von Zwangsmaßnahmen wurden.

Deshalb bietet sich gerade hier die Verbindung zwischen einem lebendigen Treffpunkt für den heutigen Stadtteil und einem Ort der historischen Erinnerung an.

Jetzt muss die Finanzierung geklärt werden

Der entscheidende Punkt ist nun die Finanzierung. Die zuständigen Stellen sollen prüfen, ob Sanierungs- und Projektkosten über Programme des Denkmalschutzes oder andere Fördermittel des Bundes finanziert werden können.

Das ist grundsätzlich richtig. Bei der Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes können erhebliche Kosten entstehen. Wenn hierfür Fördermittel zur Verfügung stehen, sollte Hamburg diese selbstverständlich nutzen.

Allerdings besteht die Gefahr, dass dadurch erneut viel Zeit vergeht. Förderprogramme müssen gefunden, Voraussetzungen geprüft und Anträge gestellt werden. Wann tatsächlich Geld zur Verfügung stehen könnte und wann mit der Sanierung begonnen werden kann, ist deshalb weiterhin offen.

Nach Jahren der Planung muss endlich etwas passieren

Genau hier liegt für mich der entscheidende Punkt: Der Wasserturm braucht endlich eine Perspektive.

Seit Jahren beschäftigen sich Verwaltung und Politik mit dem Gebäude. Rund 81.000 Euro wurden bereits für Untersuchungen und Planungen ausgegeben. Nutzungsideen wurden entwickelt und wieder verändert. Gleichzeitig steht das denkmalgeschützte Gebäude weiterhin ohne dauerhafte Nutzung da.

Es ist richtig, jetzt nach Fördermöglichkeiten zu suchen. Aber daraus darf keine weitere jahrelange Hängepartie entstehen.

Ein Begegnungszentrum in Verbindung mit einem Lern- und Erinnerungsort wäre aus meiner Sicht eine gute Lösung. Farmsen würde einen dringend benötigten Treffpunkt erhalten und gleichzeitig könnte die besondere Geschichte dieses Ortes dauerhaft sichtbar gemacht werden.

Jetzt müssen Finanzierung und Konzept konkretisiert werden. Nach all den Jahren des Prüfens und Planens sollte aus dem Vorhaben endlich ein umsetzbares Projekt werden.

Quelle: Bürgerschaftsdrucksache 23/4556 sowie Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek zum Zukunftskonzept für den Wasserturm im ehemaligen Versorgungsheim Farmsen.