Der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme ist zentral für die Energiewende. Wärmepumpen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Und angesichts der Tatsache, dass das Gasnetz nach Einschätzung vieler Experten bis 2040 weitgehend stillgelegt werden dürfte, sollten Eigentümerinnen und Eigentümer gut überlegen, ob sich bei einer neuen Heizung nicht schon jetzt der Umstieg auf eine Wärmepumpe lohnt.
Doch was kostet das eigentlich – und wie viel Förderung gibt es in Hamburg? Der Senat hat mir dazu umfangreiche Zahlen und Berechnungen mitgeteilt.
1. Was kostet eine Wärmepumpe in Hamburg? (Mitteilung des Senats)
Der Senat teilt mit, dass die durchschnittlichen Investitionskosten für eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe in Ein-, Zwei- und Reihenhäusern aktuell bei 38.000 Euro liegen – inklusive Planung, Montage, Anpassungen an der Wärmeverteilung und Inbetriebnahme.
2. Welche Förderprogramme können kombiniert werden? (Mitteilung des Senats)
Nach Angaben des Senats können Eigentümerinnen und Eigentümer in Hamburg folgende Programme kombinieren:
Bundesförderung (BEG EM / KfW)
Der Senat nennt folgende Förderbestandteile:
- 30 % Basisförderung
- 5 % Effizienzbonus
- 20 % Klimageschwindigkeitsbonus
- 30 % Einkommensbonus
Der Senat hat außerdem mitgeteilt: Förderfähige Kosten im BEG EM: max. 30.000 Euro
Hamburger Heizungsförderung (IFB)
Laut Senat:
- 20 % Zuschuss
- Förderfähige Kosten bis 45.000 Euro
- Nur möglich, wenn weder Klima- noch Einkommensbonus der BEG genutzt werden.
IFB-Energiedarlehen
Der Senat weist darauf hin, dass das Energiedarlehen eine Alternative zu IFB-Zuschüssen ist.
3. Wie hoch kann die Förderung maximal sein? (Mitteilung des Senats)
Der Senat hat vier Beispielrechnungen übermittelt – basierend auf den durchschnittlichen Kosten von 38.000 Euro.
| Fall | Gesamtförderung (Senat) | Eigenanteil |
|---|---|---|
| 1 – Basis + Effizienz + Klima-Bonus | 16.500 € | 21.500 € |
| 2 – Basis + Effizienz + Einkommensbonus | 19.500 € | 18.500 € |
| 3 – Basis + Effizienz + Klima- & Einkommensbonus | 21.000 € | 17.000 € |
| 4 – Basis + Effizienz + Hamburger Förderung | 18.100 € | 19.900 € |
Der Senat teilt hierzu ausdrücklich mit:
- Je nach Fall sind bis zu 21.000 Euro Zuschuss möglich.
- Die verbleibenden Eigenkosten liegen dann zwischen 17.000 und 21.500 Euro.
4. Was kosten Wärmepumpen im Betrieb? (Mitteilung des Senats)
Der Senat erklärt, dass für Hamburg keine eigenen Betriebskostendaten erhoben wurden. Er verweist jedoch auf die Ariadne-Studie, die „für Hamburg hinreichend aussagekräftig“ sei. Daraus ergeben sich durchschnittliche jährliche Heizkosten pro m²:
Altbau Einfamilienhaus:
- Gas (fossil): 31,09 €/m²
- Gas (65 % Biogas): 34,49 €/m²
- Wärmepumpe: 23,61 €/m²
Vom Senat als relevante Vergleichswerte genannt.
5. Wie viele Wärmepumpen wurden gefördert? (Mitteilung des Senats)
Bundesförderung (Hamburg-Anteile, laut Senat):
- 2022: 2.346 bewilligt
- 2023: 841
- Jan–Juli 2024: 840
Hamburger Förderprogramme (laut Senat):
| Jahr | Bewilligungen |
|---|---|
| 2020 | 39 |
| 2021 | 106 |
| 2022 | 368 |
| 2023 | 447 |
| 2024 | 277 |
| 2025 bis Q3 | 750 |
Der Senat teilt zugleich mit, dass keine Aufschlüsselung nach Bezirken erfolgt.
6. Gibt es ein städtisches Wirtschaftlichkeits-Tool? (Mitteilung des Senats)
Der Senat teilt mit:
- Eine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung sei grundstücks- und gebäudespezifisch und müsse durch Fachunternehmen erfolgen.
- Die Stadt stellt aber einen kostenlosen Wärmepumpenrechner bereit.
- Weitere Tools plane der Senat derzeit nicht.
Fazit: Was der Senat zu Kosten und Förderung sagt
Der Senat macht deutlich:
- Der Einbau einer Wärmepumpe kostet in Hamburg im Schnitt 38.000 Euro.
- Mit allen möglichen Boni sind laut Senat bis zu 21.000 Euro Zuschuss erreichbar.
- Die Betriebskosten liegen deutlich unter Gas.
- Und in Anbetracht einer möglichen Stilllegung des Gasnetzes bis 2040 sollten Eigentümer heute sehr genau überlegen, ob sich eine Gasheizung überhaupt noch lohnt.
Die Zahlen des Senats zeigen klar: Der Umstieg wird kräftig gefördert – und er rechnet sich langfristig.

