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Wildgänse-Kot auf Hamburgs Weiden: Senat bestätigt Gesundheitsrisiken – Landwirte fühlen sich alleingelassen

Immer mehr Landwirte und Pferdehalter in Hamburg klagen über große Gänseschwärme auf ihren Wiesen und Weideflächen. Die Tiere hinterlassen erhebliche Mengen Kot, verschmutzen das Futter und schränken die Nutzung der Flächen ein. Besonders Pferdehalter sorgen sich um die Gesundheit ihrer Tiere.

Die Antwort des Senats bestätigt nun: Verunreinigungen durch Wildgänsekot können gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

Der Senat verweist zwar darauf, dass Tierhalter für die Qualität des Futters verantwortlich seien und gegebenenfalls zufüttern oder Schutzmaßnahmen ergreifen müssten. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass Verunreinigungen grundsätzlich auf ein Minimum reduziert werden sollten, da gesundheitliche Beeinträchtigungen und Infektionen auftreten können.

Für viele betroffene Betriebe ist das nur wenig hilfreich. Denn das eigentliche Problem bleibt bestehen: Immer mehr Wildgänse nutzen landwirtschaftliche Flächen als Futter- und Aufenthaltsorte. Die Folgen sind sichtbar. Wiesen werden großflächig verkotet, die Futterqualität leidet und die Bewirtschaftung wird erschwert.

Besonders problematisch ist die rechtliche Situation. Obwohl die Schäden auf den Flächen entstehen, sind die Handlungsmöglichkeiten der Landwirte stark eingeschränkt. Wildgänse stehen unter dem Schutz der europäischen Vogelschutzrichtlinie. Vergrämungs- oder Bejagungsmaßnahmen sind daher nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Zwar dürfen Graugänse und Kanadagänse in Hamburg während festgelegter Jagdzeiten bejagt werden. Außerhalb dieser Zeiträume gelten jedoch hohe rechtliche Hürden. Selbst wenn erhebliche Schäden entstehen, müssen oftmals aufwendige Genehmigungen beantragt werden.

Der Senat verweist auf verschiedene Möglichkeiten zur Vergrämung. Genannt werden unter anderem Falkner mit Greifvögeln, Schreckschussanlagen, Vogelscheuchen, Prädatorenattrappen oder akustische Abschreckungssysteme. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt jedoch weitgehend bei den betroffenen Betrieben.

Genau hier liegt das Problem. Der Senat erkennt gesundheitliche Risiken und Nutzungseinschränkungen an, verweist aber gleichzeitig auf die Eigenverantwortung der Landwirte. Wer die Situation vor Ort kennt, weiß: Viele Betriebe können die Probleme nicht dauerhaft allein lösen.

Gerade in Hamburg nimmt die Zahl der Wildgänse seit Jahren zu. Während Naturschutzbelange wichtig sind, dürfen die Interessen der Landwirtschaft nicht dauerhaft in den Hintergrund geraten. Wenn Weideflächen zunehmend unbrauchbar werden und Tierhalter zusätzliche Kosten tragen müssen, braucht es ein aktives Gänsemanagement statt bloßer Hinweise auf Vogelscheuchen und Schreckschussanlagen.

Die Antwort des Senats zeigt vor allem eines: Das Problem ist bekannt. Eine wirkliche Lösung ist bislang jedoch nicht erkennbar.

Quelle: Bürgerschaftsdrucksache 23/4215