Streetwork und Straßensozialarbeit sollen dort helfen, wo Jugendliche oder junge Erwachsene von den klassischen Angeboten nicht mehr erreicht werden. Gerade in Stadtteilen mit sozialen Herausforderungen ist diese Arbeit wichtig. Die aktuellen Zahlen des Senats zeigen jedoch: In Steilshoop und Farmsen stehen dafür nur sehr begrenzte Ressourcen zur Verfügung.
Für Steilshoop gibt es derzeit genau eine Vollzeitstelle für Straßensozialarbeit. Die jährlichen Kosten liegen bei rund 103.700 Euro. In Farmsen existiert ebenfalls lediglich eine Vollzeitstelle. Dort ist seit März 2025 ein sogenannter Integrationsnetzwerker tätig, dessen Schwerpunkt auf Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund liegt. Die Kosten betragen rund 100.000 Euro pro Jahr.
Für Bramfeld gibt es nach Angaben des Senats keine eigene Straßensozialarbeit.
Besonders kritisch ist die Situation in Steilshoop. Der Stadtteil steht seit Jahren vor erheblichen sozialen Herausforderungen. Immer wieder berichten Anwohner über Konflikte im öffentlichen Raum, Probleme rund um Jugendgruppen oder fehlende Ansprechpartner vor Ort. Vor diesem Hintergrund erscheint eine einzige Vollzeitstelle für einen Stadtteil mit mehreren tausend Einwohnern sehr knapp bemessen.
Auch in Farmsen ist die Ausstattung überschaubar. Eine einzige Stelle soll den öffentlichen Raum rund um den U-Bahnhof, die Wohnunterkünfte und weitere Treffpunkte betreuen. Gleichzeitig wird das Angebot erst seit 2025 aufgebaut.
Noch bemerkenswerter ist die Antwort des Senats auf die Frage nach einer Ausweitung. Trotz der bekannten Herausforderungen plant das Bezirksamt Wandsbek derzeit keine Verstärkung der Straßensozialarbeit in Steilshoop, Farmsen oder Bramfeld.
Während andere Bezirke von zusätzlichen Mitteln und neuen Konzepten profitieren sollen, geht Wandsbek vorerst leer aus. Der Senat konzentriert den Ausbau zunächst auf Hamburg-Mitte, Altona und Harburg. Für Wandsbek verweist er auf überbezirkliche Angebote wie das Streetwork-Mobil oder „Visite Sozial“.
Das kann lokale Präsenz jedoch nicht ersetzen. Wer Probleme im Quartier früh erkennen und Konflikte verhindern will, braucht feste Ansprechpartner vor Ort. Gerade Steilshoop und Farmsen würden von einer stärkeren Präsenz der Straßensozialarbeit profitieren.
Quelle: Bürgerschaftsdrucksache 23/4370

