400 Beschwerden wegen der neuen Schranke auf dem Ohlsdorfer Friedhof

Wegen der aus CDU-Sicht unbefriedigenden Schrankenlösung des Ohlsdorfer Friedhofs habe ich per parlamentarischer Anfrage nochmal genau nachgefragt.

 

Welche Kosten bisher angefallen sind, für wen Ausnahmeregelungen gelten, wie viele Beschwerden eingegangen sind und wie die Friedhofsverwaltung die neue Schranke managt, lesen Sie hier.

 

Innerhalb zweier Monate sind schon Kosten von knapp 30.000 EUR angefallen. 16.000 EUR davon sind für das Personal vorgesehen, das derzeit noch die Schranke erklärt und die Leute einweist. Denn natürlich weiß nicht jede/r aus den Medien Bescheid, insbesondere auswärtige Personen.

 

Der Rest fiel für die Chipkarten an, die die Schranken öffnen. Davon wurden 1.600 ausgegeben, die pro Stück 8,68 EUR kosten. Diese gliedern sich in folgende Nutzungsgruppen:

 

- Nutzungsberechtigte, die mehrere Grabstätten besuchen: 242

- Polizei: 8

- Friedhofsverwaltung: 50

- Gewerbetreibende: 250

 

Feuerwehr und Rettungsdienste nutzen ihre vorhandenen Schlüsselkarten. HVV-Busse werden automatisch erkannt. Es ist nicht ganz klar, wohin die restlichen Chipkarten gingen. Vermutlich an Trauergemeinden. Die 1600 Chipkarten scheinen sich auch auf die anderen Eingänge zu beziehen. Das Chipkartensystem ist nicht ganz neu, nur diese eine Schranke an der Mittelallee/Ida-Ehre-Allee ist neu. Deshalb ist davon auszugehen, dass der Großteil der Chipkarten schon vorhanden war und die Kosten von knapp 14.000 EUR als bisherige Gesamtkosten für alte und neue Chipkarten angefallen sind.

 

Bisher gab es innerhalb der kurzen Zeit, seitdem die Schranke betriebsbereit ist, ca. 400 Beschwerden, wie die Senatsantwort auf die Anfrage 22/2196 verrät. Nicht wenige Beschwerden dürften darauf zurückgehen, dass nun von einigen regelmäßigen Grabstättenbesuchern/-innen Umwege in Kauf genommen werden müssen, die Zeit und Kraftstoff rauben.

 

So sinnvoll die Schrankenlösung auch ist (ich setzte mich ebenfalls dafür ein), der Durchgangsverkehr hat sich dennoch verlagert: Wenn auch nur in geringem Umfang, sollen einige Autofahrer/innen nun auf die Strecke von Linnestraße zur Kapelle 6 und von Seehofstraße Richtung Südallee ausgewichen sein. Deshalb werden dort nun Poller installiert, um auszubremsen.

 

Mich erreichten Beschwerden, da am Wochenende kaum Durchgangsverkehr stattfindet, die Friedhofsbesucher/innen aber trotzdem einen anderen Eingang nehmen müssen. Bei einer am Wochenende freien Steilshooper Allee ergibt es auch keinen Sinn, den Friedhof als Abkürzung zu nehmen. Wenigstens am Wochenende sollte die Schranke daher aus CDU-Sicht geöffnet sein.

 

CDU-Bürgerschaftsabgeordneter für Ohlsdorf, Richard Seelmaecker:

Es ist gut, dass es uns gelungen ist, den Durchgangsverkehr zu unterbinden. Ein Friedhof ist keine Abkürzung. Jetzt müssen wir noch nachsteuern. Am Wochenende, wo kein Berufsverkehr stattfindet, können wir die Schranken offen lassen.

 

Das denke ich auch. Noch besser wäre es, wenn die Schranken auch außerhalb des Berufsverkehrs offen bleiben würden. Ich werde nachfragen, wie die Verkehrsströme tatsächlich sind.

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