Ambulante ärztliche Versorgung in Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne – Steilshoop unterrepräsentiert

Für die ambulante Versorgung der Bevölkerung tragen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Sorge. Für die einzelnen Stadtteile gibt es keine vorgeschriebenen Quoten für die verschiedenen Fachrichtungen. Grundlage für die Ermittlung des Versorgungsgrades ist der Gesamtbereich der FH Hamburg. Demnach ist Hamburg für alle Facharztgruppen überversorgt (über 110 Prozent). Dennoch gibt es in Steilshoop außer 10 Hausarztpraxen, keine einzige weitere Facharztpraxis.

 

Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, wie wichtig die medizinische Grundversorgung ist. Unabhängig davon, sollte jedem Bürger grundsätzlich eine allgemeinmedizinische sowie fachärztliche Versorgung zur Verfügung stehen.

 

Wie es um die ärztliche Versorgung bei uns in Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne bestellt ist, habe ich für Sie beim Senat erfragt (Drs. 22/3774).

 

Wie der Senat mitteilt, obliegt es den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen), die flächendeckende, wohnortnahe vertragsärztliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und Fehlversorgung zu vermeiden.

 

Die Bedarfsplanung ist ein wesentliches Instrument zur Sicherstellung der ambulanten Versorgung im jeweiligen Planungsbereich. Zur Bewertung der Versorgungssituation wird durch eine gesetzlich vorgegebene Berechnung ein Versorgungsgrad ermittelt. Der ermittelte Versorgungsgrad ist die Grundlage dafür, ob sich in einem Planungsbereich zusätzliche Ärzte niederlassen können beziehungsweise welche Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung ergriffen werden können.

 

Dabei gilt ein Versorgungsgrad von 100 Prozent als bedarfsgerecht. Auch nach der aktuellen Überarbeitung der Bedarfsplanungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bleibt räumliche Grundlage für die Ermittlung des Versorgungsgrades zum Stand der vertragsärztlichen Versorgung sowie für die Feststellungen zur Über- oder Unterversorgung in Hamburg der Gesamtbereich der Freien und Hansestadt Hamburg.

 

Für die Stadtteile gibt es keine vorgeschriebenen Quoten für die verschiedenen Fachrichtungen. Nach der Bedarfsplanungs-Richtlinie ist Hamburg für alle Facharztgruppen überversorgt (über 110 Prozent).

 

Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass gerade Steilshoop eine offenkundige Unterrepräsentation an Facharztpraxen aufweist:

Die Steilshooper/innen müssen folglich längere Wege zum Arzt in Kauf nehmen. Es drängt sich die Frage auf, worin diese Situation begründet ist. Liegt es daran, dass Ärzte den sozial schwachen Stadtteil meiden und sich hier nicht niederlassen möchten? Oder aber mangelt es schlicht an geeigneten Standorten, die eine Praxiseröffnung zulassen würden?

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