Tierversuche vermeiden und Tierleid mindern – Hamburger Forschungspreis für Alternativen zum Tierversuch verliehen

50.000 Euro gingen an zwei innovative Forschungsansätze an UKE und RKI. Ausgezeichnet wurden Arbeiten von Dr. Sabrina Köcher (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) zu einer neuen Kultivierungsmethode für Tumor-Gewebeschnitte sowie von Dr. Brigitte G. Dorner und Dr. Daniel Stern (Robert Koch-Institut), die ein in vitro-Verfahren für die Diagnostik zur Vergiftungserkrankung Botulismus entwickelt haben.

 

Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich wie ich finde. Seit Jahren fordere ich mit meiner Fraktion, Tierversuche so weit wie möglich zu minimieren beziehungsweise durch Alternativansätze abzulösen. Es ist dringend notwendig, Alternativen für derlei Maßnahmen zu erarbeiten. Hamburg muss zum Innovationsstandort für Forschung ohne Tierversuche werden.

Wie kürzlich bekannt gegeben wurde, haben die Behörde für Justiz und Verbraucherschutz und die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke heute zum dritten Mal einen Förderpreis vergeben, der die Entwicklung von Alternativmethoden zu Tierversuchen fördern soll.

 

Dotiert ist der Preis erstmals mit insgesamt 50.000 Euro. Ausgezeichnet wurden Arbeiten von Dr. Sabrina Köcher (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf) zu einer neuen Kultivierungsmethode für Tumor-Gewebeschnitte sowie von Dr. Brigitte G. Dorner und Dr. Daniel Stern (Robert Koch-Institut), die ein in vitro-Verfahren für die Diagnostik zur Vergiftungserkrankung Botulismus entwickelt haben.

 

Die grundgesetzlich verankerte Verantwortung für Tiere verpflichtet dazu, Tierversuche auf ein Minimum zu reduzieren. Aus diesem Grund sind Tierversuche in Deutschland bundeseinheitlich streng geregelt. Für viele Fragestellungen in der medizinischen Forschung fehlen allerdings bislang geeignete Verfahren, die ohne einen Einsatz von Tieren auskommen.

 

Der Hamburger Forschungspreis, über dessen Vergabe ein unabhängiges Gremium entscheidet, soll die Entwicklung und Etablierung von Alternativmethoden vorantreiben, wie der Senat mitteilt. Daneben können auch Arbeiten ausgezeichnet werden, die dazu beitragen, Schmerzen und Leiden von Versuchstieren zu mindern oder ihre Haltungsumstände zu verbessern. Um noch mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Bewerbung zu gewinnen, wurde das Preisgeld von 20.000 auf 50.000 Euro erhöht. Bewerben konnten sich in Deutschland ansässige Hochschulen, Universitätskliniken, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie einzelne Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Aufgrund ihrer herausragenden Ansätze wird der Preis in diesem Jahr an zwei Forschungsprojekte vergeben.

 

Ausgezeichnete Projekte

 

Das Projekt „A functional ex vivo assay to detect PARP1-EJ repair and radiosensitization by PARP-inhibitor in prostate cancer” von Dr. Sabrina Köcher vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf befasst sich mit der individualisierten Krebstherapie am Beispiel des Prostatakarzinoms, teilt der Senat mit. Es umfasst eine neuartige Kultivierungsmethode für Gewebeschnitte humaner Tumore. Damit lässt sich die Wirkung von Substanzen testen, die die Wirkung einer Strahlentherapie verbessern könnten, ohne dafür auf ein so genanntes Xenograftmodell zurückgreifen zu müssen, bei dem menschliches oder aus Zellkulturen abgeleitetes Gewebematerial zur weiteren Untersuchung in ein Tier (zum Beispiel eine Maus) übertragen werden. Das neue Verfahren kann dazu beitragen, Tierversuche in der präklinisch-onkologischen Forschung zu reduzieren.

 

Das zweite Projekt „Functional detection of botulinum neurotoxin serotypes A to F by monoclonal neoepitope-specific antibodies and suspension array technology” von Dr. Brigitte Dorner und Dr. Daniel Stern vom Robert Koch-Institut stellt erstmals ein technisch einfaches, robustes in vitro-Verfahren als Alternative für den Tierversuch zur Botulismus-Diagnostik vor. Botulismus ist eine seltene, aber schwere neurologische Krankheit bei Mensch und Tier. Verursacht wird sie durch Aufnahme von Botulinum-Neurotoxinen, den giftigsten bekannten Substanzen überhaupt, über verdorbene Lebensmittel/Futter. Das neue Verfahren bildet zwei wesentliche Aspekte der biologischen Wirkung des Gifts außerhalb eines lebenden Organismus ab und hat das Potential, nach umfassender Validierung den Einsatz des diagnostischen Tierversuchs weiter zu minimieren.

 

Ein Schritt in die richtige Richtung, wie ich wie ich finde. Tierversuche so weit wie möglich zu minimieren beziehungsweise durch Alternativansätze abzulösen, muss unser aller Ziel sein. Es ist dringend notwendig, Alternativen für derlei Maßnahmen zu erarbeiten. Hamburg muss zum Innovationsstandort für Forschung ohne Tierversuche werden. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes gestärkt und das weltweite Ansehen der Stadt gesteigert.

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