Nachverdichtung im Quartier Hegholt – Anwohnerbefragung sinnlos?

Die Ergebnisse der Anwohnerbefragung liegen vor, die Menschen vor Ort wurden jedoch noch immer nicht informiert.

 

Der Senat stellt darüber hinaus klar, dass die Befragung keinerlei Einfluss darauf hat, ob gebaut werden soll oder nicht.

 

Beim Parken wird es bald sehr eng werden. Es fallen wieder Parkplätze weg.

 

Wie Ihnen sicherlich zu Ohren gekommen sein wird, soll im Hegholt wieder gebaut werden. Geplant ist der Errichtung neun neuer Gebäude an fünf verscheidenden Standorten. Im Willy-Nissen-Ring 1-9 zwei Gebäude mit vier Vollgeschossen, in der Hausnummer 21 eine viergeschossige Quartiersgarage, im Carl-Bremer-Ring 1-9 zwei Gebäude mit jeweils vier Vollgeschossen sowie an der Hausnummer 23-27 der Neubau der drei vorhandenen Wohnhäuser. In der Haldesdorfer Straße 140 würde hinter den Punkthäusern ein weiteres mit fünf Vollgeschossen entstehen.

 

Grund genug erneut nachzuhaken (Drs. 22/3554), wie es um die Pläne der SAGA steht.

 

In meinem letzten Artikel habe ich Sie bereits über die vorläufigen Ergebnisse der Anwohnerbefragung informiert, bei denen deutlich wurde, dass 72 Prozent der 135 teilnehmenden Haushalte sich skeptisch bis ablehnend geäußert hatten. Sie können sich eine bauliche Verdichtung im Quartier aus verschiedensten Gründen nicht oder nur schwer vorstellen.

 

Wann die Anwohner/innen jedoch über die abschließenden Ergebnisse persönlich informiert werden, steht noch in den Sternen. So teilt der Senat mit, dass die Anwohnerinnen und Anwohner nach Erteilung und Auswertung der Vorbescheide weiter über die Ergebnisse der Umfrage informiert werden. Auf welche Art und Weise dies geschehen soll, ist noch nicht abschließend geklärt.

 

Allzu viel Bedeutung kann der Anwohnerbefragung wohl ohnehin nicht zugemessen werden. Der Senat erklärt: Darüber hinaus ist die Entscheidung über den Bau nicht von den Ergebnissen der Umfrage abhängig. Vielmehr fließen die Anregungen der Umfrageergebnisse in den weiteren Prozess mit ein.

 

Manchmal frage ich mich, wozu Anwohnerbefragungen überhaupt gut sein sollen, wenn deren Ergebnisse bei der Entscheidungsfindung nicht berücksichtigt werden.

 

Fragezeichen bleiben auch beim Thema Parkplätze. Wie der Senat berichtet, befinden sich hier ca. 680 Stellplätze der SAGA. Ungefähr 10 v.H. dieser Stellplätze sind derzeit nicht vermietet. Im Quartier befinden sich 30 kostenlose Stellplätze an zwei Standorten, welche nicht von der Quartiersentwicklung betroffen sind. Darüber hinaus gibt es 650 kostenpflichtige Stellplätze. Der durchschnittliche Mietzins für bestehende Stellplätze der SAGA im Quartier Hegholt liegt bei 20 Euro/Monat.

 

Viele Anwohnerinnen und Anwohner sind jedoch auf kostenfreie Parkplätze angewiesen. Auch wenn durch die Nachverdichtung keiner dieser kostenfreien Parkplätze wegfallen wird, durch die Überplanung der Haldesdorfer Straße wird der Parkdruck jedoch enorm steigen. Hier befinden sich insgesamt 262 regelwerkskonforme Parkstände. Zugunsten der geplanten Radverkehrsanlagen, der zusätzlichen vier Bushaltestellen und zusätzlicher Baumstandorte reduziert sich die Anzahl der regelwerkskonformen Parkstände um 48.

 

Ganz abgesehen davon, dass während der Bauarbeiten kein einziger der vielen Parkplätze an der Haldesdorfer Straße verfügbar sein wird.

 

Für mich bleibt klar: Die immer weiter fortschreitende Verdichtung kann so nicht weiter gehen, ohne dass auch die soziale Infrastruktur mitwächst. Ganz abgesehen davon, dass nach und nach auch die letzten grünen Flecken verschwinden. Das neuer Wohnraum entstehen muss – darüber brauchen wir nicht streiten. Aber nicht immer in Bramfeld, Steilshoop oder Farmsen-Berne! Auch andere, nicht so sehr verdichtete Stadtteile müssen ihren Beitrag leisten.