Buslinie M26 goes BiDiMoVe – intelligentes und sicheres Fahren im Straßenverkehr

Mit dem Projekt BiDiMoVe (Bidirektional, Multimodal, Vernetzt), dass zukünftig auf dem Streckennetz des M26 erprobt werden wird, sollen Linienbusse an Ampeln situationsabhängig gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern bevorrechtigt und priorisiert werden. Außerdem soll die Erprobung eines Abbiegeassistenten für das Busfahrpersonal erfolgen, der vor parallel verkehrendem Rad- und Fußverkehr warnen soll.

 

Unfälle im Straßenverkehr gehören noch immer zum traurigen Alltag auf deutschen Straßen, auch Hamburg macht hier keine Ausnahme. Um die Verkehrssicherheit ein wenig zu erhöhen, werden vermehrt Intelligente Verkehrssysteme (IVS) erprobt, mit dem Ziel, sichere, saubere und effiziente Mobilität für alle zu schaffen.

 

Eines dieser Projekte ist das BiDiMoVe, mit dem Linienbusse an Lichtsignalanlagen (LSA) situationsabhängig (u.a. bei Verspätungen) gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern bevorrechtigt und priorisiert werden sollen. Außerdem soll die Erprobung eines Abbiegeassistenten für das Busfahrpersonal erfolgen, der vor parallel verkehrendem Rad- und Fußverkehr warnen soll.

 

Das Projektgebiet liegt auf der Strecke der Metro Bus Linie 26 zwischen Rahlstedt und Rübenkamp.

 

Wie die beiden Bürgerschaftsabgeordneten Ole Thorben Buschhüter und Lars Pochnicht (Drs. 22/2957) erfragt haben, wird ein Teil der MB 26 mit modernster V2X-Kommunikationstechnik ausgerüstet, um die Verkehrssicherheit und die Fahrplantreue der Busse zu erhöhen. Im Projekt wird der Einsatz einer zentralenbasierten Priorisierung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) erprobt. Dieser Ansatz ermöglicht erstmals eine Multi-Kriterien-Optimierung von LSA-Schaltungen und lässt sich später auch auf andere Anwendungsfälle, wie zum Beispiel der Bevorrechtigung von Einsatzfahrzeugen, übertragen. Es werden folgende Projektziele verfolgt:

  • eine dynamische und bedarfsgerechte Priorisierung des ÖPNV an LSA mittels Vernetzung über den ETSI-Standard (ITS-G5) als Funkstandard: Steigerung der Attraktivität des ÖPNV durch Fahrzeitverkürzung und damit verbunden die Verbesserung der Fahrplantreue; Höherer Komfort für Fahrgäste durch Reduzierung von Brems- und Anfahrvorgängen; Optimierung des Verkehrsflusses
  • die Erprobung einer neuen Art der Gefahrenwarnung: Busfahrpersonal wird beim Rechtsabbiegen vor parallel verkehrendem Radverkehr gewarnt; Erhöhte Sicherheit für Radfahrende an Kreuzungen
  • die Gewährleistung der IT-Sicherheit des Systems durch die Nutzung einer modernen Public-Key-Infrastructure (PKI): Nutzung digitaler und anonymer Zertifikate zur eindeutigen Signierung von V2X-Nachrichten

Gemäß Senat wird die im Projekt BiDiMoVe entwickelte Systemarchitektur erstmalig in dieser Form umgesetzt und muss vor dem Einsatz im öffentlichen Verkehrsraum ausführlich getestet werden. Mit der Durchführung der erforderlichen Testreihen im Labor wurde im Januar 2021 begonnen, mit dem Abschluss wird Mitte Februar 2021 gerechnet. Nach erfolgreichem Abschluss dieser Testreihe im Labor kann eine fundierte Einschätzung zum weiteren Verlauf des Projektes getroffen werden. Feldtests beginnen nach der Umsetzung der ersten LSA. Diese Umsetzung ist Ende des 2. Quartals 2021 geplant, weitere Anlagen werden bis zum Projektende folgen.

 

Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr“ mit insgesamt 3,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

 

Projektpartner sind: BWVI, LSBG, Hochbahn, NXP Semiconductors Germany GmbH, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Institut für Automation und Kommunikation e.V. sowie GEVAS Software GmbH.