Die Magistralen (Hauptstraßen) in Wandsbek – Erneuerung und Modernisierung in Bramfeld geplant

Der Bezirk Wandsbek plant die großen Magistralen umfänglich zu sanieren und neu zu gestalten, so auch die Bramfelder Chaussee. Erreichen möchte man nicht weniger als eine qualitative und quantitativen „Rückeroberung“ von Stadt- und Straßenräume für alle Bürgerinnen und Bürger.

 

So sollen Entwicklungspotenziale erkannt und genutzt werden, um neue Quartiere durch Neustrukturierung und Flächenoptimierung zu gestalten. Ebenso soll eine maßvolle Nachverdichtung insbesondere entlang der gut ausgebauten Infrastruktur erfolgen. Mit einem Magistralenkonzept hat die CDU-Fraktion schon vor Jahren die langfristigen Potentiale von 100.000 bis 120.000 zusätzlichen Wohnungen aufgezeigt. Nun hat der Senat diesen Ansatz endlich aufgenommen. Damit können Grünflächen vor der Versiegelung endlich verschont bleiben.

Auf der Regionalkonferenz am 14.12.2020 wurde ein Konzept zur Modernisierung der Wandsbeker Magistralen vorgestellt, unter anderem auch für Bramfeld-Süd und die Bramfelder Drift. Diese verbindet Barmbek mit Sasel, in Bramfeld besteht sie hauptsächlich aus der Bramfelder Chaussee.

 

Im September vergangenen Jahres wurden Beteiligungsspaziergänge durchgeführt, begleitet durch Moderation, Planer und Verwaltung. Ebenso gab es eine Online-Beteiligung für interessierte Bürgerinnen und Bürger, als Ersatz für eine geplante Auftaktveranstaltung.

 

Ziele der Initiative sind die Entwicklungspotenziale zu erkennen und zu nutzen, beispielsweise für neue Quartiere durch Neustrukturierung und Flächenoptimierung sowie maßvolle Nachverdichtung insbesondere entlang der gut ausgebauten Infrastruktur.

 

Die Magistrale wird hierfür in drei Abschnitte eingeteilt:

 

Abschnitt A Urbanisierungszone Fabriciusstraße – Steilshooper Allee

Abschnitt B Urbanisierungszone Steilshooper Allee – Eckerkamp

Abschnitt C Äußere Stadt Eckerkamp – Ring 3

Stadtraum und Städtebau

 

Der Bezirk setzt sich hier selbst hohe Ziele, so möchte man eine „Qualifizierung des Stadtraums und Optimierung der Flächennutzung“ erreichen, damit nicht weniger als eine qualitative und quantitativen „Rückeroberung“ von Stadt- und Straßenräume für Alle.

 

Es sollen attraktivere und nutzbare Hausvorzonen entstehen, der Ausbau der Raumkanten (Baulücken, untergenutzte Flächen) für eine bessere Raumbildung soll vorangetrieben werden, ebenso wie die maßvolle Höhenentwicklung für einen sorgsamer Umgang mit der kostbaren Ressource Boden. Darüber hinaus sollen städtebauliche Setzungen für die Bildung von baulich- räumlichen Schwerpunkten und eine gute Orientierung im Stadtbild erfolgen.

 

Wichtig erscheint dem Bezirk auch die Vernetzung der Magistrale mit den rückwärtigen Stadträumen, zur Stärkung zusammenhängender Quartiere und zur Quartiersbildung.

 

Damit sollen Stadträume über die Magistrale hinweg verknüpft werden, damit zusammenhängende und verbindende Stadträume entstehen.

 

Für den Bereich Bramfeld bedeutet dies, dass die heterogene Bebauungsstrukturen und die lediglich fragmentarische Straßenraumbildung überwunden werden sollen. Die unterschiedlichen Bebauungsstrukturen würden durch Qualifizierung der Straßenräume und der baulichen Raumkanten zu „Quartieren“ zusammengefasst und damit als „Stadtkörper“ klarer definiert.

 

Kraftvolle Architekturen sollen in der patckworkartigen städtebaulichen Struktur räumliche Anker bilden.

Straßenraum und Mobilität

 

Verkehrstechnisch plant man eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (zugunsten von ÖPNV und Radverkehr) zur Erreichung der Klimaschutzziele sowie zur Senkung der Emissionen und des CO2- Ausstoßes.

 

Verkehrs- und Nebenflächen sollen neu aufgeteilt werden, zugunsten von komfortablen und sicheren Radwegen/-spuren und Fußwegen. Dies soll attraktivere und nutzbare Hausvorzonen schaffen, sowie Teilentsiegelungen von Flächen und Pflanzungen von Straßenbäumen sowie den Ausbau zu Alleen ermöglichen.

Freiraum und Grünverbindungen

 

Löblicherweise plant der Bezirk auch die Qualifizierung der Frei- und Grünräume. So wünscht man sich offenbar mehr Straßenbäume und entsiegelte Flächen im Straßenraum, Querungsbereiche von Grünzügen und Magistrale sowie die Qualifizierung vorhandener Plätze, Parks und Grünzüge.

 

Besagte Freiräume sollen auch untereinander vernetzt werden, zur Stärkung zusammenhängender Quartiere und zur Quartiersbildung, zur Verknüpfung von Stadträumen über die Magistrale hinweg und für zusammenhängende und verbindende Grünräume.

 

Konkret wünscht man sich für Bramfeld, die Qualifizierung der Seebek-Querung und eine „grüne“ Querverbindung von der Osterbek- zur Seebek-Achse mit neuem Park als „grünen Trittstein“ und Querung der Magistrale.

Was halten Sie von den Plänen? Zu hohe Ansprüche oder realistisches Vorhaben?

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Kommentare: 7
  • #1

    Bramfelder (Dienstag, 23 Februar 2021 09:42)

    Ja, was denn nun, Herr Kappe?
    Etwas weiter unten: "Wir benötigen natürlich Wohnraum. Aber es muss die Frage gestellt werden, warum in dieser Häufung in Bramfeld und Steilshoop?"
    Sie befinden sich im eigenen Widerspruch, auch zu Ihrer Fachsprecherin in der Fraktion.
    Das ist die typische Haltung eines Opportunisten: "Ja, wir brauchen Wohnraum, aber nicht bei mir!"

  • #2

    Sandro kappe (Dienstag, 23 Februar 2021 10:20)

    Lieber Herr Bramfelder,

    schade, dass Sie nicht Ihren Namen angeben, so kann ich nicht bewerten, ob es sich um ggf. um einen politischen Mitstreiter handelt.
    Aber natürlich antworte ich Ihnen gerne. Der Ortsverband hat immer gesagt, wenn Bebauung dann nur an den Hauptstraßen. Siehe auch https://www.cdu-kvwandsbek.de/cdu-ortsvorstand-bramfeld-steilshoop-spricht-sich-gegen-weitere-neue-grossbauvorhaben-im-rahmen-der-nachverdichtung-in-bramfeld-und-steilshoop-aus/
    Damit schafft man einen Schallschutz, der nicht zu verkennen ist.

    VG
    Sandro Kappe

  • #3

    Anwohner (Dienstag, 23 Februar 2021 15:19)

    Ist den ein Schallschutz noch erforderlich, wenn es künftig nur noch leise E-Autos geben soll?

  • #4

    Christian Steiner (Samstag, 13 März 2021 10:19)

    Hallo Sandro,

    Hört sich alles sehr gut an. Vor allem zw. Fabriciusstr. und Steilsh. Allee gibt es noch viel Platz für neue Wohnungen auf bisher einstöckigen Gewerbebauten oder Industriebrachen. Dort ist alles noch sehr zersiedelt und der Verkehrslärm macht die Gegend auch nicht besonders attraktiv. Es sollte aber auch Platz für kleine Einzelhandel- und Dienstleistungsgeschäfte geben, z.B. im EG von mehrstöckigen Gebäuden. Zudem sollte der ÖPNV dann auch verbessert werden, z.B. durch Busspuren. Das mag zwar ein paar ewig Gestrige in Schnappatmung versetzen, ist aber der Weg in die Zukunft.

    Viele Grüße
    Christian

  • #5

    Judith Keinath (Samstag, 13 März 2021 10:25)

    Derzeit halte ich es für ungesund, Wohnraum an den Magistralen zu bauen: zu viel Lärm und zu viel Feinstaub.
    Insbesondere, wenn man dem Auroverkehr nicht wehtun will und die Fahrbahn nur um 21 cm schmaler macht. Eine Umverteilung, die helfen würde, die Klimaziele zu erreichen, kann ich darin nicht erkennen!

  • #6

    Uwe T. (Samstag, 13 März 2021 10:42)

    ich hoffe nur das bei der Bauverdichtung an den Magistralen wie z.B. der Bramfelder Chaussee nicht ständig die Fehler wie z.B. beim Einkaufszentrum Bramfeld gemacht werden und die Gebäude viel zu dicht an die Straße gebaut werden. Da ist es dann kein Wunder dass der Platz für Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV, Lieferverkehre und Individualer KFZ Verkehr nicht mehr ausreicht. Als erste Maßname verschwinden dann die Straßenbäume :-(

  • #7

    Timo (Samstag, 13 März 2021 12:37)

    Geschosswohnungsbau schafft Wohnraum. Busspuren machen den Nahverkehr attraktiv und helfen dem HVV Kosten zu sparen. Breite Fahrradspuren motivieren, das Auto stehen zu lassen und sich gesund, umweltfreundlich und zügig zu bewegen. All das schafft Platz für breitere Fußwege und Bäume. Wir brauchen sehr deutliche Veränderungen gegenüber heute, wenn wir das Klima noch halbwegs retten wollen. Und die Maßnahmen machen die Stadt ja nicht schlechter sondern besser. Schön wäre es deshalb, wenn SPD, CDU, Linke und Grüne das gemeinsam und im weitgehenden Konsens angingen. Aber ich befürchte, dass auch Sie, Herr Kappe, am Ende doch wieder um jeden Zentimeter Autoverkehrsfläche und um jeden Autoparkplatz kämpfen werden, selbst wenn das - wie in Ihrem Artikel zur Fabriciusstraße - direkt zu Lasten der Sicherheit von Radfahrern gehen würde. Sehen Sie mal mehr das große Ganze und weniger Klientelverlangen. Ich erwarte auch von meinem CDU-Vertreter eine moderne Verkehrs- und Stadtplanung. Viel Erfolg!