Schrottautos auf Schulparkplatz in Steilshoop: Eins von dreizehn entfernt, Situation unverändert

Am 27.11.20 habe ich dem Bezirksamt von 13 Fahrzeugen ohne Kennzeichen, die teilweise Schrott sind, berichtet. Diese standen auf dem Schulparkplatz des Campus Steilshoop am Fritz-Flinte- und Gropiusring. An diesem Wochenende, neun Wochen später, hat sich leider nicht viel verändert.

 

Es sind immer noch 12 Wagen – also nur einer weniger. Dabei sind einige weg- und dafür neue hinzugekommen.

 

 

Dass sich nicht viel getan hat, liegt an der Zuständigkeit, wie mir das Bezirksamt und der Senat auf meine Anfrage (22/2712) mitteilte.

 

Ein Auto wurde trotz Unzuständigkeit aufgrund von Gefahr für die Schüler rasch auf Kosten des Bezirks entfernt. Die anderen Autos ohne Kennzeichen bleiben jedoch stehen.

 

Der Schulleitung und der Schulbau Hamburg (SBH) ist das Problem bekannt. Doch abgeschleppt wird erst, wenn die Vermutung der Eigentumsaufgabe besteht und dies über vier Wochen dokumentiert wurde. Denn hier handelt es sich aus Sicht der Behörden um Privatgelände.

 

Zwar ist die SBH ein Landesbetrieb, doch formal offensichtlich als privat anzusehen. Somit müsste die SBH beim Abschleppen unrechtmäßig geparkter Kfz in Vorkasse gehen und bliebe auf den Kosten sitzen, wenn sich kein Halter/Besitzer, der in die Verantwortung genommen werden kann, findet.

 

Ich gehe davon aus, dass bei diesen und jährlich tausenden im gesamten Stadtgebiet zwei Phänomene gehäuft auftreten:

 

1. Gebrauchtwagenhändler und -exporteure sparen sich knappe und teure Lagerfläche und nutzen den öffentlichen Raum als Lager- und Ausstellungsfläche. Und das sehr zur Unbill der Anwohner/innen, die ihre Wohnumgebung verschandelt und knappe Parkplätze besetzt sehen.

 

2. Illegal agierende, vorgebliche Entsorgungsunternehmen nehmen von Privatpersonen, die ihr Auto entsorgen wollen, einen geringen Preis für die Abnahme des Wagens und entsorgen sie auf Gemeinkosten auf öffentlichem Grund, wenn sie nicht einmal mehr für den Export taugen. Diese Autos sind durch auslaufende Flüssigkeiten eine Umwelt- und Brandgefahr.

 

Neben den unrechtmäßig abgestellten Kfz findet sich auch immer wieder Sperrmüll, teilweise gar Hausmüll, auf dem Parkplatz am Fritz-Flinte-Ring.

 

Deswegen, so berichtete Herr Mecklenburg als Sprecher des Bezirksamts, am Dienstag, den 2.2. auf der Konferenz des Stadtteilbeirates Steilshoop, erwäge die Schule nun auch eine teilweise Absperrung des Parkplatzes.

 

Wir müssen dafür sorgen, dass in Steilshoop und in ganz Hamburg dieses Ärgernis zurückgedrängt wird.

 

Wenn Sie ein solches Auto ohne Kennzeichen sehen, nutzen Sie bitte den Meldemichel. Sie finden ihn unter https://www.hamburg.de/melde-michel/

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Kommentare: 4
  • #1

    Simon A. (Donnerstag, 04 Februar 2021 09:11)

    Danke Herr Kappe,

    Sie bleiben bei den langwierigen Themen, über die jeder meckert aber keiner was tun möchte, beharrlich. Das erfordert wirklich Ausdauer!!

    Wir sollten alle mit darauf achten dass unsere Stadteile schön bleiben bzw. werden. Von nichts, kommts nichts :)

  • #2

    Sandro Kappe (Donnerstag, 04 Februar 2021 10:01)

    Vielen Dank, Herr Simon A. - das muss ja der Sinn der Politik sein. Leider ist die CDU im Bezirk und in der Bürgerschaft nur in der Opposition, sonst würde es etwas zackiger zugehen!

  • #3

    Löffler (Mittwoch, 10 Februar 2021 16:17)

    Wer Kalkutta einlädt, wird zu Kalkutta..... Wobei man der indischen Stadt bald unrecht tun wird, wenn es so weiter geht.

  • #4

    Klaus (Montag, 15 Februar 2021 15:29)

    Ich bin immer wieder fassungslos, was in Hamburg alles möglich ist, wenn man nur genügend rücksichtslose kriminelle Energie aufbringt. Und die Stadt erscheint machtlos angesichts dieser Verschlampung der Flächen. Wir sollten doch in einem so eng besiedelten Gebiet in der Lage sein, die freien Flächen ordentlich zu halten.