Anwohnerinnen und Anwohner der Haldesdorfer Straße haben sich erneut über massive Störungen rund um die Shisha-Bar „Cozy“ beschwert. Die Liste der Konflikte ist lang – Falschparker, Vermüllung, nächtlicher Lärm und ein allgemeines Unsicherheitsgefühl belasten seit Monaten das Umfeld. Die jüngsten Bilder, die mir zugesandt wurden, sprechen eine deutliche Sprache: Ein Auto steht direkt vor einer Einfahrt, obwohl klar sichtbar ist, dass ein Fahrzeug in der Auffahrt parkt. Daneben liegen weggeworfene Becher und Verpackungen – achtlos entsorgt.
Nach meinem Austausch mit der Polizei wurde mir erneut bestätigt: Es finden nahezu täglich Kontrollen statt, und Verstöße werden konsequent sanktioniert. Dennoch könne die Polizei nicht rund um die Uhr vor Ort sein – das Personal sei begrenzt, und es gebe zusätzliche Einsatzschwerpunkte. Die klare Bitte der Polizei an die Anwohner lautet daher weiterhin: Bei jeder Verfehlung sofort anrufen – nur so können Verstöße schnell verfolgt werden.
Beschwerden aus der Nachbarschaft häufen sich
Die Anwohnerinnen und Anwohner haben sich untereinander verständigt, Auffälligkeiten sowohl der Polizei als auch mir zu melden. Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild der Situation zu erhalten – gerade weil sich die Störungen in den Abendstunden häufen und oft nur kurzfristig auftreten.
Dass die Sorgen real sind, zeigt auch ein Blick auf vergleichbare Vorfälle im Umfeld anderer Shisha-Bars. In der Werner-Otto-Straße war es in den letzten Monaten wiederholt zu schweren Gewalttaten gekommen – dreimal wurde auf eine Bar geschossen, einmal sogar ein Mensch verletzt. Diese Ereignisse haben das Sicherheitsgefühl eines gesamten Quartiers geprägt.
Aus diesem Grund fand bereits eine große Nachbarschaftsversammlung in der Christus-Gemeinde Bramfeld statt. 43 Anwohnerinnen und Anwohner kamen zusammen, um mit dem ehemaligen Inhaber und heutigen Berater einer Shisha-Bar offen über ihre Sorgen zu sprechen.
Ängste, Wut und konkrete Vorfälle
Viele schilderten eindrücklich die Belastungen der letzten Monate:
- Meiden der Bushaltestelle am Abend aus Angst vor Aggressionen
- Kinder, die nicht mehr alleine rausgelassen werden
- lautstarke Besuchergruppen bis spät in die Nacht
- Flaschenwürfe in Vorgärten
- regelmäßiges Blockieren von Zufahrten und Gehwegen
Ein Satz fiel mehrfach: „Mit der Shisha-Bar wird es hier nie wieder ruhig bleiben.“ Einige Nachbarn forderten sogar die dauerhafte Schließung, um das Wohngebiet zu entlasten.
Betreiber zeigt Verständnis – Schließung jedoch rechtlich nicht möglich
Der ehemalige Inhaber und jetzige Berater machte deutlich, dass er selbst Opfer von Erpressung geworden sei und eng mit den Behörden kooperiert. Er räumte ein, dass das junge Publikum immer wieder Probleme verursache, versprach aber, Maßnahmen zur Entschärfung umzusetzen. Wichtig ist allerdings:
- Die Behörden haben nach den Gewaltereignissen umfassend geprüft – es wurden keine Verstöße festgestellt, die eine Schließung rechtfertigen würden.
- Der Betreiber hat einen langfristigen Mietvertrag und viel investiert – eine Schließung ist daher nicht vorgesehen.
- Er ist bereit, jede Beschwerde aufzunehmen und mit Verbesserungen zu reagieren.
Zum Thema Falschparken wurde vereinbart, dass Anwohner Verstöße direkt an mich weitergeben, damit diese gebündelt an Polizei und Bezirksamt gehen. Zudem wurde der Wunsch geäußert, in einem halben Jahr erneut eine gemeinsame Veranstaltung durchzuführen, um zu prüfen, ob sich etwas verbessert hat.
Keine schnellen Lösungen – aber klare Kommunikationswege
Die Situation bleibt schwierig. Die rechtlichen Möglichkeiten sind begrenzt, und emotionale Belastungen lassen sich nicht einfach wegdiskutieren. Niemand möchte mit Angst leben – weder an der Bushaltestelle noch vor der eigenen Haustür.
Ich selbst nehme die Sorgen, die Wut und die Frustration der Anwohnerinnen und Anwohner sehr ernst. Gleichzeitig muss ich ehrlich sagen: Es gibt keine schnelle Lösung. Eine Schließung ist rechtlich derzeit nicht möglich, und die Polizei kann nicht dauerhaft vor Ort sein.
Trotzdem ist es wichtig, dass alle Beteiligten im Gespräch bleiben. Dafür habe ich großen Respekt – vor den Anwohnern, die ihren Ärger offen äußern, und auch vor dem Berater der Bar, der sich der Diskussion gestellt hat.
Wir bleiben dran. Ich bitte weiterhin darum, Verstöße, Falschparker, Vermüllung oder aggressives Verhalten direkt zu melden – an die Polizei und gern auch an mich. Nur wenn wir jede Auffälligkeit dokumentieren, können wir Verbesserungen erreichen.

