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Dauerbeleuchtung, fehlende Kontrolle, hohe Kosten – Hamburgs Senat lässt Energieeinsparpotenziale in öffentlichen Gebäuden ungenutzt

Hamburg rühmt sich seiner Klimaziele – doch hinter den Kulissen zeigt sich ein anderes Bild: Öffentliche Gebäude verschwenden weiterhin unnötig Energie, weil klare Standards fehlen, Kontrollen lückenhaft sind und der tatsächliche Überblick über Verbräuche erst in ferner Zukunft kommen soll. Die Senatsantwort auf die Kleine Anfrage der CDU macht deutlich: Vieles wirkt ambitioniert, doch entscheidende Grundlagen fehlen – und das seit Jahren.

1. Kein einheitlicher Standard, keine zentrale Kontrolle

Obwohl Hamburg zig Millionen in energetische Sanierungen, LED-Umrüstungen und automatische Steuerungen stecken will, existieren bis heute keine übergreifenden verbindlichen Regeln, wann Licht auszuschalten ist oder wie Absenktemperaturen konkret einzuhalten sind. Stattdessen verweist der Senat auf „dezentrale Verantwortlichkeiten“ – Hausmeister, Dienststellen, Nutzer. Dort, wo eigentlich Effizienz gewährleistet werden müsste, bleibt alles vage. Ein strukturiertes Kontrollsystem? Fehlanzeige.

2. Gebäudeleittechnik: flächendeckend angekündigt, real aber Stückwerk

Zwar behauptet der Senat, in einer „Vielzahl öffentlicher Gebäude“ seien digitale Heizungssteuerungen im Einsatz – doch wie viele Gebäude tatsächlich ausgestattet sind, kann oder möchte er nicht sagen. Besonders brisant: Selbst 2025 gibt es in vielen Behörden keine automatisierten Systeme, obwohl diese im 25-Punkte-Plan fest verankert waren.

3. Monitoring erst in Aufbau – nach Jahrzehnten der Diskussion

Die Stadt spricht seit Jahren vom Energie-Monitoring für öffentliche Gebäude. Jetzt teilt der Senat mit, dass ein „zentrales Monitoringsystem“ sich erst in der Umsetzungsphase befindet. Das bedeutet im Klartext: Hamburg weiß bis heute nicht präzise, wo wie viel Energie verbraucht wird – und wo Einsparpotenziale liegen. Zielgenaues Steuern ist so unmöglich.

4. Hohe Einsparversprechen – wenig konkrete Ergebnisse

Der Senat zählt Maßnahmen auf: LED-Rollout, smarte Thermostate, Präsenzmelder. Doch Zahlen, wie viel Energie tatsächlich eingespart wurde, liefert er an keiner Stelle. Wer ernsthaft Energie sparen will, muss messen, vergleichen und steuern. Hamburg dagegen meldet lediglich „fortlaufende Sensibilisierung“.

5. Keine Verschärfung der Standards – trotz offensichtlicher Defizite

Obwohl sich zeigt, dass wichtige Effizienzpotenziale brach liegen, sieht der Senat „keine Notwendigkeit“ für strengere Vorgaben. Stattdessen verweist er auf bestehende Gesetze und Förderprogramme – eine bemerkenswerte Selbstzufriedenheit angesichts fehlender Umsetzung.

Hamburg braucht dringend eine klare Energieeinsparstrategie für öffentliche Gebäude – verbindlich, kontrollierbar, transparent. Solange die Stadt nicht einmal weiß, wie hoch die Verbräuche sind, bleibt jedes Einsparversprechen ein politisches Lippenbekenntnis.

Die Senatsantwort zeigt: Das Potenzial ist da – genutzt wird es nicht.

Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 23/2117