Hochwasserschutz in Hamburg – Es wird immer höher gebaut!

Nach welchen Kriterien wird der Hochwasserschutz in Hamburg ausgerichtet? Um die Funktionalität des Hochwasserschutzes zu gewährleisten, plant Hamburg in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt 73,5 Mio. Euro zu investieren. Hamburg baut immer höher, um dem Klimawandel zu begegnen.

 

Der Anstieg des Meeresspiegels gefährdet viele Küstenstädte der Welt. Der Geophysiker Tom Parsons vom U.S. Geological Survey, Moffett Field, CA, USA hat am 14.01.2021 eine Studie mit dem Titel „The Weight of Cities: Urbanization Effects on Earth's Subsurface“ veröffentlicht. Laut seiner Berechnungen drücken Städte mit einem Gewicht von Millionen Tonnen auf die Erdkruste.

 

Diese Berechnungen sollten auch beim Hochwasserschutz beachtet werden, da Städte alleine wegen ihres Gewichtes kontinuierlich sinken. Grund genug beim Senat nachzufragen (Drs. 22/3625), wie es um Hamburgs Hochwasserschutz bestellt ist.

 

Grundlage des Hochwasserschutzes ist laut Senat die Ermittlung des Bemessungswasserstandes durch Überlagerung von Wasserstandsanteilen bei Sturmfluten. Darin sind das mittlere Tidehochwasser, das Springtidehochwasser, die Wasserstandserhöhung infolge einer Fernwelle, die Wasserstandserhöhung infolge von Windstau, die Wasserstanderhöhung aufgrund eines erhöhten Oberwasserzuflusses, ein prognostizierter Meeresspiegelanstieg in einem festgelegten Zeitraum sowie ein risikobasierter Metropolzuschlag enthalten. Weiterhin wird die Art und Weise der Sturmflutganglinie berücksichtigt, die die Höhe des Sturmflutwasserstandes örtlich beeinflusst. Die Höhe der Hochwasserschutzanlagen wird letztlich durch eine Wellenauflaufberechnung ermittelt, die zum Bemessungswasserstand addiert werden muss. Wasserstandsänderungen werden insbesondere aufgrund von Pegelaufzeichnungen ermittelt. Geodätische Veränderungen der Pegel werden geprüft und berücksichtigt. Die Bemessungswasserstände für den öffentlichen Hochwasserschutz wurden im Amtlichen Anzeiger, Nr. 63, S. 1282 am 9. August 2013 veröffentlicht.

 

Um die Funktionalität des Hochwasserschutzes zu gewährleisten, plant Hamburg in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt 73,5 Mio. Euro zu investieren. An den folgenden Deichen sind Erhöhungsmaßnahmen geplant:

 

- Aue Hauptdeich

- Buschwerder Hauptdeich

- Cranzer Hauptdeich

- Harburger Hauptdeich

- Haulander Hauptdeich

- Klütjenfelder Hauptdeich

- Kreetsander Hauptdeich

- Moorwerder Hauptdeich

- Neuenfelder Hauptdeich

- Obergeorgswerder Hauptdeich

- Pollhorner Hauptdeich

- Reiherstieg Hauptdeich

 

Übrigens: Die Berechnungen des Geophysikers Tom Parsons wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Ermittlung des Bemessungswasserstandes erfolgte laut Senat vor der Veröffentlichung der Studie. Der Bemessungswasserstand wird alle zehn Jahre überprüft. Dabei werden alle Erkenntnisse berücksichtigt, die Einfluss auf den Bemessungswasserstand haben können.