Insel Neuwerk: Viel geplant, aktuell kaum etwas umgesetzt

100 Kilometer nordwestlich von Hamburg in der Nordsee gelegen und dennoch ein Teil der Stadt – das ist die Insel Neuwerk mit ihren etwa 40 Einwohnern.

 

Die Enklave des Bezirks Mitte soll sich weiter entwickeln. Schließlich ist Neuwerk bei Urlaubern, nicht zuletzt bei Hamburgern, sehr beliebt.

 

Mein Fraktionskollege Eckard H. Graage und ich haben dem Senat ein paar Fragen zum Entwicklungskonzept der Insel Neuwerk gestellt. Aus unserer Sicht werden die Planungen und die Kosten unzureichend kommuniziert, deshalb stellten wir eine Kleine Anfrage (Drs. 22/304).

 

Das Konzept sieht keine „in einem bestimmten Zeitrahmen zu erreichenden Ziele“ vor, außerdem

rühren viele Köche den Brei: Beteiligt an den Planungen sind u. a. die Einwohner Neuwerks, das Bezirksamt Hamburg-Mitte, die Behörde für Umwelt und Energie (BUE), der LIG, die Behörde für Kultur und Medien (BKM), die Forschungsstelle Küste (Norderney), Hamburg Marketing, niedersächsische Behörden sowie die Hamburg Port Authority (HPA).

 

Berücksichtigt werden sollen auf jeden Fall die grundlegenden Ziele, die für das UNESCO-Biosphärenreservat Hamburgisches Wattenmeer gelten. Insgesamt soll Neuwerk für Mensch und Natur schonend und nachhaltig verändert werden.

Erreicht wurde bisher:

 

- Der Bau einer fußläufigen Verbindung zwischen Fußwaschanlage und Nationalpark-Haus mit öffentlicher Toilettenanlage. (32.000 EUR)

- Reparaturen und Aktualisierung des Nationalpark-Hauses mit seinen Ausstellungen sowie der Toilettenanlage, Wiedereröffnung: wohl der 20.06.

 

Folgen sollen:

 

- Der Umbau von drei Gebäuden zu CO2-armen Objekten (Gutachten: 18.000 EUR).

- Der Umbau der ganzen Insel zu einem CO2-neutralen und ölfreien Gesamtkonstrukt. Mit dem Corona-Virus stellte sich leider eine Verzögerung der Projektierung ein.

- 2022 soll eine Grundinstandsetzung des südlichen Deckwerks im Rahmen des Küstenschutzes erfolgen (500.000 EUR).

- Neue Wohn- und Gewerbegebäude dürfen gebaut werden, Bauanträge liegen jedoch derzeit nicht vor.

- Ein Spielplatz (300.000 EUR).

- Prielbaggerungen (jedes Jahr/Kosten 300.000 bis 600.000 EUR).

- Gutachten zum Erosions- und Sedimentationsverhalten der Wattflächen und Priele im Hamburgischen Wattenmeer (40.000 EUR).

- Werbekampagne für Neuwerk (15.000 EUR).

 

Steht noch nicht fest/wird geprüft:

 

- Ob der Leuchtturm saniert werden soll und kann, steht noch nicht fest.

- Die Freiwillige Feuerwehr soll einsatztauglich gemacht werden.

 

Soll nicht erfolgen:

 

- Änderungen am Friedhof der Namenlosen.

- Extra-Corona-Hilfen (allerdings werden die touristischen Angebote auf die Corona-Verordnung angepasst).

 

Bildquelle: “Creative Commons” von Ralf Roletschek. Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE

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