Projekt Ohlsdorf 2050: großflächiger Umbau zum Park kostet 100 Mio. EUR

2017 wurde das Konzept „Ohlsdorf 2050“ vom Senat in Auftrag gegeben. Kürzlich wurde vorgestellt, wie der Umbau genau aussehen wird und welche Kosten voraussichtlich über die Jahrzehnte anfallen.

 

Die Veränderungen sind unumgänglich, da die Bestattungskultur sich verändert hat, die Bedeutung der Grünflächen in ihrer Wohlfahrtswirkung für Hamburg sogar zunimmt und zugleich dauerhaft Kosten eingespart werden müssen.

 

Mit der Drucksache 22/1332 teilt der Senat der Bürgerschaft mit, wie es um die Weiterentwicklung des größten Parkfriedhofs der Welt steht und welche Perspektiven sich ergeben.

 

Da sich immer mehr Menschen oder ihre Angehörigen gegen eine konventionelle Sargbestattung entscheiden, werden immer mehr Flächen frei. Urnenbestattungen, sofern sie überhaupt noch auf einem Friedhof stattfinden, werden viel häufiger gewählt als früher. Grabfeldbelegungen weisen Lücken auf – das alles senkt die Einnahmen des Friedhofs bei gleichzeitigem Mehraufwand.

 

Deswegen werden für Bestattungen künftig nur noch drei Bereiche vorgesehen. Bei Kapelle 10 und dem Garten der Frauen im Mittelteil, rund um den Eingangsbereich am S-Bahnhof und östlich Richtung Bramfeld. Der Rest wird ein Friedhofspark, der allen Besuchern/-innen offensteht. Die Grabfelder werden also konzentriert und weitere Flächen so bepflanzt und für alle freigegeben, dass Besucher/innen ihre Freizeit dort gerne verbringen, der Naturhauhalt gestärkt wird und zugleich der Pflegeaufwand abnimmt. Kosten: mehr als 30 Mio. EUR.

 

Es sollen zahlreiche Bereiche entsiegelt werden, zugleich werden Straßen und Wege umgeplant und neugebaut. Dafür sind etwa 40 Mio. EUR veranschlagt.

 

Geplant ist auch eine weitgehende Anpassung des Be- und Entwässerungssystems. Mehr Regenwasser soll aufgefangen und als Brauchwasser verwendet werden, um die Trinkwasserreservoirs zu entlasten und auch um Kosten einzusparen.

 

Offen ist, wie die Finanzierung erfolgen und soll und wann eine Umsetzung geplant ist. Im zuständigen Ausschuss der Bürgerschaft hat der Senat offen kundgetan, dass eine Umsetzung ohne Bundesmittel nicht möglich sei.

 

Hier können Sie sich einen kurzen Videobeitrag des NDR zum Thema anschauen: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/Ohlsdorfer-Friedhof-soll-mehr-zum-Park-werden,hamj99942.html

 

Berechnung der Kosten von 100 Mio.:

 

- 30 Mio. zzgl. Mehrwertsteuer: Investitionen in den Landschaftsbau

- 14 Mio. zzgl. Mehrwertsteuer: Sanierung der Siele

- 37 Mio. zzgl. Mehrwertsteuer: Sanierung der Straßen

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81 Mio

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- besagte Mehrwertsteuern bei 19 Prozent: 15,39 Mio:

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96,39 Mio

(+ Inflation annähernd 100 Mio. EUR)

Kommentare: 4 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Ein Bramfelder (Samstag, 27 Februar 2021 12:59)

    Was passiert denn mit den Gräbern damit auf den dann "zum Feiern" freigegebenen Flächen gegrillt werden kann? Umbettung?
    Und müssen sich die Menschen, die bereits Gräber auf diesen Flächen gekauft haben, "was Neues suchen"? Also, mir gefällt es so wie es ist und es sollte alles so bleiben. Was die Kosten angeht, empfehle ich mal im "Das Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler" zu blättern und festzustellen, dass die FHH diese Kosten locker an anderer Stelle einsparen könnte.

  • #2

    Michael H. (Sonntag, 28 Februar 2021 09:45)

    Lieber Herr Kappe! Wir freuen uns schon sehr auf die ersten fotorealistischen Bilder vom neuen rotgrünen Öko- City- Living- Friedhof! Bevor die Endsumme für die neue happy/ soziologische Erungenschaft aufleuchtet, hätten die Bramfelder für kleine Münze lieber ein paar Bäume am niedergemachten Dorfplatz!

  • #3

    Anwohnerin (Samstag, 13 März 2021 14:34)

    Sehr geehrter Herr Kappe, der Kommentar von I. Meinert enthält einige rassistische Bemerkungen. Sie sind verantwortlich für Ihre Webseite und sollten solche Kommentare dann auch - dem geltenden Recht entsprechend - entfernen. Ich danke Ihnen.

  • #4

    Sandro Kappe (Samstag, 13 März 2021 21:14)

    @Anwohnerin: Danke für den Hinweis, ist mir leider entgangen. Der Kommentar wurde gelöscht.