Schule am See soll Wohnungsbau weichen - Hier sollen bis zu 500 Wohnungen von der Saga entstehen

Es wird ein Quadratmeterpreis von 8 Euro angepeilt. Insbesondere Familien sollen hier eine Wohnung finden. Was meinen Sie dazu?

 

Die Verwaltung teilt folgendes mit:

Nach der Fertigstellung des neuen Campus Steilshoop beginnt nun der Abbruch der letzten alten Gebäudeteile der Schule am See am Fritz-Flinte-Ring.

Die eigentlichen Abbrucharbeiten begannen Anfang Oktober 2019 und dauern voraussichtlich bis Juli 2020 an. Der Abbruch erfolgt ausschließlich durch eine speziell qualifizierte Fachfirma, dennoch kann es im Verlauf der Arbeiten zu baustellentypischem Lärm und Staubentwicklung kommen.

Auftakt der Abbrucharbeiten bilden der fachgerechte Ausbau und die Entsorgung von Schadstoffen im Innern des Gebäudes. Diese sensiblen Arbeiten werden zusätzlich durch einen dafür besonders qualifizierten Fachbauleiter und einen Sicherheits- und Gesundheitskoordinator überwacht. Ab etwa Januar 2020 wird mit dem von außen sichtbarem Teil des Abbruchs begonnen. In dieser Zeit wird es zeitweise zu verstärktem LKW-Verkehr Bereich Fritz-Flinte-Ring kommen.

Verantwortlich für die Abbrucharbeiten ist Schulbau Hamburg (SBH). Im Anschluss an die Abbrucharbeiten wird auf dem Grundstück Wohnungsbau und eine Sportfläche entstehen.

Vom Abriss ausgenommen ist das Tier- und Pflanzenhaus Steilshoop. Dieses bleibt dem Stadtteil erhalten und wird durch Schulbau Hamburg weiterhin mit Strom und Wasser versorgt. Während der Abbrucharbeiten sind das Tier- und Pflanzenhaus und der DRK-Spielplatz weiterhin über den Schulparkplatz vom Fritz-Flinte-Ring aus erreichbar.

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Kommentare: 8
  • #1

    Anwohner (Samstag, 08 Februar 2020 11:25)

    Den vom Statistikamt Nord herausgegeben Hamburger Stadtteil-Profile 2018 sind auf den Seiten 242 und 243 zum Quartier Steilshoop (die eigentliche Großsiedlung) Zahlen zu entnehmen.

    In der Großsiedlung gibt es 6 393 Haushalte. Mit den 800 Wohnungen, die auf der Fläche des Schulteils am Borchertring gebaut werden sollen, sollen insgesamt 1.300 zuzätzliche Wohnungen entstehen. Steilshoop wächst damit um ca. 20%. Da Familien einziehen sollen, dürfte die Bevölkerung noch stärker ansteigen Das wird den Chatakter der Siedlung nachhhaltig verändern.

    In der Großsiedlung sind 43,5 % der Haushalte Einpersonenhaushalte. Viele Ältere bleiben in den zu großen Wohnungen, weil bei einer Neuanmietung einer kleineren Wohnung eine höhere Miete anfällt. Aufgrund des demografischen Wandels werden immer mehr kleinere Wohnungen für ältere Menschen benötigt. Warum werden nun Familienwohnungen und keine kleinen Wohnungen gebaut? Welche Familien sollen dort angesichts des Geburtenrückganges einziehen?

    In der Großsiedlung sind bereits viele Wohnungen nicht mehr gefördert und bis 2024 werden weitere 802 Wohnungen aus der Sozialbindung fallen. Warum baut man keine Sozialwohnungen, um den Wegfall alter Sozialwohnungen auszugleichen?
    Mit dem Wegfall der Bindung sind und werden die Mieten stark steigen. Werden nicht künftig die Mieter in den alten Wohnungen aus den 70er höhere Mieten zahlen, als die Mieter in den Neubauten mit 8 Euro?

    Als vor dem Einkaufzentrum eine Neugestalltung erfolgte, gab es ein Bürgerbegehren gegen die Baumfällung. Wird durch die neue Bebauung nicht noch mehr Natur zerstört?
    Eine Folge des Klimawandels sind vermehrte Starkregenfälle. Wo soll das Wasser versickern, wenn alles versiegelt wird?
    Wie viele Teibhausgase werden durch den Bau und die spätere Bewohnung entstehen und kann Steilshoop noch klimaneutral werden?

    Am 06. Dezember 2019 weisen Sie im Zusammenhang mit der Nichterrichtung des Stadtteilgesundheitszentrum unter verweis auf den Morbiditätsatlas auf die schlechte medizinische Versorgung hin. Den Stadtteil-Profilen entnehme ich, dass in Stadtteil Steilshoop 2.191 Einwohner auf einen Arzt kommt (19.723 Einwohner und 9 Ärzte). Im Bezirk Wandsbek kommen auf einen Arzt nur 490 Einwohner (438.624 Einwohner und 835 Ärzte). Wird sich durch die neuen Wohnungen bzw. deren Bewohner die medizinische Versorgung noch weiter in Steilshoop verschlechtern?

  • #2

    Nachbarin (Freitag, 14 Februar 2020 17:46)

    Unmöglich da fehlen einen die Worte!

    Warum wird immer mehr in Bramfeld gebaut, obwohl in Bramfled die meisten Menschen leben im Gegensatz zu anderen Stadtteilen. Diese Verdichtung ist nicht gut!

    Und wir brauchen das Grün vor der Tür....

  • #3

    M.L. (Freitag, 14 Februar 2020 19:30)

    Dieses verdichten durch immer mehr Wohnungen verbessert nicht das Leben in diesen Stadtteilen. Daher ist die Schlussfolgerung einfach: es geht nicht um den Erhalt des Stadtbildes und die Lebensqualität der Bürger darin, sondern nur ums Geld. Für einige wenige gut, für die meisten Mist. Aber was soll man tun: Geld regiert die Welt. Wäre es nicht so würde man weiter nördlich, z.B in Poppenbüttel bauen, wo wesentlich weniger verdichtet wird. Da aber dort viel mehr Menschen mit Geld und Einfluss leben, als in Steilshoop, wird dies dort einfach nicht gewünscht und nicht zugelassen. So einfach ist es.

  • #4

    Schlange (Samstag, 15 Februar 2020 17:26)

    Ein Hinweis in diesem Zusammenhang: Als Steilshoop gebaut wurde, vergaßen die Planer die Kitas. Diese wurden dann provisorisch, so hieß es damals, in zweckentfremdeten Wohnungen untergebracht. Später sollten neue Lösungen gefunden werden, was auch für alle betroffenen Kitas außer der im Erich-Ziegel-Ring inzwischen geschehen ist.
    Diese ist nach wie vor in der wenig geeigneten Form als Provisorium vorhanden:
    Zu kleine Außenflächen für die Kinder
    Mehrere Stockwerke ohne Fahrstuhl (für Kinder, die oft noch nicht laufen können)
    Notausgänge in die Treppenhäuser der Nachbarwohnungen (mit Lärm- und Geruchsbelastung)
    Mit der Nordplanung besteht jetzt die Möglichkeit, nach mehr als 40 Jahren eine moderne, ebenerdige Kita mit ausreichend Außenflächen zu schaffen und gleichzeitig die Zweckentfremdung von Wohnungen zu beenden. Mir ist völlig unverständlich, warum bei der Planung nichts in dieser Richtung vorgesehen wurde.
    B. Schlange

  • #5

    Anwohner (Sonntag, 16 Februar 2020 11:04)

    @Schlange

    Die geburtenstarken Jahrgänge, für die Großsiedlungen wie Steilshoop gebaut wurden, benötigen jetzt aber keine Kita-Plätze mehr.
    Die geburtenstarken Jahrgänge werden in den nächsten Jahren in Rente gehen und benötigen kleine, altersgerechte Wohnungen. Da die Politik Neurentner in die Altersarmut schickt, werden preiswerte Wohnungen benötigt. Insgesamt werden für diese Jahrgänge dafür immer weniger Wohnungen gebraucht.

    Bis ca. 2015 war der demografische Wandel und der damit verbundene Bevölkerugsrückgand in aller Munde. So titelte beispielsweise die Wirtschaftswoche am 29.05.2015: "Kindermangel wird für Deutschland zum Problem!".
    Warum berichten plötzlich die Medien nicht mehr über den Geburten- und Bevölkerungsrückgang? Warum fehlen nun plötzlich z.B. Schulen und Hamburg muss demnächst vier Milliarden in neue Schulen stecken, obwohl das Geld eigentlich für die Versorgung der älterwerdenden Gesellschaft gebraucht wird?
    Welche politische Entscheidung ist für den plötzlichen massiven Bevölkerungsanstieg verantwortlich?

    PS: Die CDU hat in der Vergangenheit überproportional viele Stimmen bei den Älteren gewonnen. Diese Gruppe ist noch wahlentscheidend. Wird das auch künftig noch der Fall sein?

  • #6

    Schlange (Mittwoch, 26 Februar 2020)

    @ Anwohner
    Ich sage es mal ganz platt: Ich wohne seit ca. 40 Jahren in Steilshoop - und in der Zeit wurde das Verschwinden der Kinder noch öfter vorhergesagt als die U-Bahn. Aber heute ist es so: Die Kinder sind da, die U-Bahn nicht, und wenn es nach mir geht, soll das auch so bleiben.
    Aber selbst wenn es anders wäre: Niemand behauptet, dass auf die Kita verzichtet werden kann.
    Übrigens: Alterarmut soll man bekämpfen, aber in Steilshoop leben mehr als 45% aller Kinder in Hartz IV-Haushalten. Und das finde ich mindestens genau so schlimm wie die Altersarmut.
    B. Schlange

  • #7

    Anwohner (Sonntag, 01 März 2020 09:20)

    @Schlange

    Ich sage es mal ganz platt mit den Zahlen aus den Hamburger Stadtteil-Profile 2014 und 2018, jeweils Seite 242, die unter https://www.statistik-nord.de/presse-veroeffentlichungen/hamburger-stadtteil-profile/ für jeden abrufbar sind.

    2014 lebten im Quartier Steilshoop 2.827 unter 18-Jährige. Davon waren 1.926 Migarneten ( = 901 Nichtmigranten).
    2018 lebten im Quartier Steilshoop 3 028 unter 18-Jährige. Davon waren 2 344 Migarneten ( = 684 Nichtmigranten).

    Fazit: Ohne der Zuwanderungspolitik hätte die Zahl der Jungen stark abgenommen. Es würden immer weniger Familienwohnungen in Steilshoop benötigt. Es würde ein Überangebot an derartigen Wohnungen geben und keiner würde auf die Idee kommen, dass ehemaige Schulgelande mit Familienwohnung zu zubetonieren.

    Im Übrigen nimmt aus demografischen Gründen die Zahl der Hartz-4-Empfänger stetig ab, auch weil die Leute in die Altersgrundsicherung übergehen. 15% der über über 64-Jährigen in Steilshoop leben bereits von der Grundsicherung im Alter. Altersarmut könnte man wirsam bekämpfen bzw. abmildern, wenn preiswerte, kleine Wohnungen gebaut werden würden.
    Augenscheilich explodiert gerade die Zahl der Hartz-4-Empfänger aufgrund der Zuwanderungspolitik. Laut Zuwanderungsmonitor Januar 2020 des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit lebten im Oktober 974.726 Menschen aus den sogenannten Kriegs- und Krisenländer von Hartz 4.

    Unter https://wahl.tagesschau.de/wahlen/2020-02-23-LT-DE-HH/umfrage-alter.shtml kann man sehen, dass die Älteren hinter der CDU stehen. Wobei die Tagesschau verscheigt, dass die Älteren in absoluten Zahlen deutlich mehr Wähler stellen und künftig stellen werden.

  • #8

    Anwohnerin C.Fadase (Montag, 02 März 2020 17:14)

    Wenn die SAGA blant, ca. 500 Wohnungen besonders für Familien(also mit Kindern) zu errichten, sollte sie nicht vergessen, eine Kita mit einzuplanen.
    Somit würde auch ein seit mehr als 40 Jahren bestehenden Versprechen endlich eingelöst werden, die Kita Erich-Ziegel-Ring 28 bei "nächster Gelegenheit" aus dem mehrstöckigen Gebäude (das sich viel eher als Wohnraum nutzen ließe) heraus, an einen ebenerdig zugänglichen Ort zu verlegen.
    Die beengten Räumlichkeiten dort für Kinder im Alter von 1 bis 4/5 Jahren und auf mehreren Etagen verteilt, sowie die unzumutbaren Zustände (Außenlärm und Gerüche im Treppenhaus) für die Anwohner, weisen auf eine dringende neue Lösung hin.
    C. Fadase