Senat hat kein Konzept zum Wassersparen: Keine Statistik, kaum Brauchwassernutzung, nur Ausreden

Behörden und öffentliche Unternehmen nutzen Frischwasser für die Toilettenspülung.

 

In diesem Bereich ist ein erhebliches Einsparungspotenzial vorhanden.

 

Dies kann nur gehoben werden, wenn der aktuelle Verbrauch transparent dargestellt wird. Zudem sollten mehr Brauchwasseranlagen gebaut werden, damit Regenwasser Frischwasser ersetzen kann.

In den Behörden und öffentlichen Unternehmen könnte Brauchwasser aus Zisternenspeichern für die Toilettenspülungen genutzt werden.

 

Lediglich 14 städtische Liegenschaften weisen Zisternen mit einem Speichervolumen von etwa 8.323 m³ auf und nur fünf städtische Liegenschaften weisen Brauchwassernutzungsanlagen auf (Drs. 22/2714, Anlage 1).

 

Die Gesamtspeicherkapazität der in Hamburg bekannten Zisternen lag Ende 2020 in der Größenordnung von 77.300 Kubikmetern (Drs. 22/2714).

 

Zum Vergleich: Im Sommer des Jahres 2020 wurden in Hamburg an 19 Tagen jeweils über 400.000 Kubikmeter Frischwasser verbraucht. Somit kann darauf geschlossen werden, dass die Nutzung von Regenwasser statt Frischwasser für geeignete Anwendungen noch deutlich ausbaufähig ist. Die Stadt selbst könnte hier ein positives Beispiel abgeben.

 

Der Trinkwasserverbrauch der verschiedenen Behörden und öffentlichen Unternehmen wird statistisch nicht erfasst. (Drs. 22/3486). Eine entsprechende Erfassung und Statistikführung sind jedoch der erste Schritt, um den Verbrauch zu optimieren und damit zu senken.

 

Hintergrund

 

Trinkwasser ist ein überlebenswichtiges und begrenztes Gut. Es muss das Ziel sein, den Wasserverbrauch zu reduzieren, um die Leistungsfähigkeit des Wasserkreislaufs in Hamburg zu bewahren.

 

Klimawandelfolgen wie Dürreperioden im Sommer, aber auch zu wenig Regen im Herbst und Winter bzw. zunehmende Starkregenereignisse, bei denen weniger Regenwasser versickern kann, machen dem Grundwasserspiegel zu schaffen und steigern das Risiko von Versorgungsengpässen.

 

Zugleich steigt der Verbrauch bei im Mittel steigenden Temperaturen und einer wachsenden Einwohnerzahl der Stadt Hamburg und der Metropolregion. So ruft Natalie Leroy, Geschäftsführerin von Hamburg Wasser, laut NDR zum Umdenken beim Wasserverbrauch auf. Der Betrieb müsse in den nächsten fünf Jahren ca. 50 Mio. EUR in den Neubau und die Sanierung der Brunnen investieren.

 

Es wird also höchste Zeit, dass sich Rot-Grün nicht nur zu umweltfreundlichen Lösungen bekennt, sondern aktiv alles in seiner Macht Stehende tut, damit die Behörden weniger Wasser verbrauchen.

 

Die Bürger und Unternehmen müssen steigende Wasserpreise hinnehmen, und zwar auch aus Gründen der „Erziehung“ zu sparsamen Verhalten. Dann müssen die Behörden aber auch eine Vorbildwirkung entfalten!

 

Deswegen stelle ich nun, zusammen mit meiner CDU-Fraktion, einen entsprechenden Antrag.

 

Der Senat hat sogar ein Rasensprengverbot ins Spiel gebracht. Der für Umwelt verantwortliche Senator hat in der Bürgerschaft ausgeführt, dass er – angesichts der Hitzewelle im letzten Jahr mit einem entsprechend hohem Wasserverbrauch – die Bevölkerung dazu aufgerufen habe, sich beim Bewässern der Gärten und Befüllen von Schwimmbädern zurückzuhalten.

Hätte die Hitzewelle länger angehalten, hätten er und seine Behörde es nicht bei Appellen belassen können, sondern Anordnungen treffen müssen (22-05130).

 

Weitere Maßnahmen um den Verbrauch zu reglementieren hat die BUKEA bisher nicht erarbeitet. Lediglich möchte man das Angebot von Hamburg Wasser erweitern (22-05130, Antwort 3).  Fraglich wie das gelingen soll. Die Gemeinden außerhalb von Hamburg, bei denen gefördert wird, gehen bereits jetzt gegen die Fördermengen von Hamburg vor. Somit wird es für Hamburg immer schwieriger den Bedarf zu decken.