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Steilshoop: 20 Polizeieinsätze, verletzte Beamte und gezielte Angriffe in der Silvesternacht

Die vom Senat vorgelegte Einsatzbilanz zur Silvesternacht 2025/2026 wirft für Steilshoop erhebliche Fragen auf. Während andere Stadtteile vergleichsweise ruhig durch den Jahreswechsel kamen, zeigt sich in Steilshoop erneut ein deutlich anderes Bild.

Im Zeitraum vom 31. Dezember 2025, 18:00 Uhr bis 1. Januar 2026, 06:00 Uhr registrierte die Polizei in Steilshoop 20 Einsätze. Darunter befanden sich mehrfach Unfug, Unterstützungsersuchen, Fahrzeugbrände, Kleinfeuer, Einbruchsdelikte, Schlägereien, Streitigkeiten sowie Einsätze wegen verdächtiger Personen und Wohnungsüberprüfungen. Besonders alarmierend: In Steilshoop blieb es nicht bei Sachschäden oder Ruhestörungen.

Vier verletzte Polizeibeamte durch Pyrotechnik

Nach Angaben des Senats wurden in Steilshoop vier Polizeibeamte durch Böllerwürfe bzw. Explosionen verletzt, ein weiterer Beamter erlitt Verletzungen infolge von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Zwar konnten alle ihren Dienst fortsetzen – doch allein die Zahl und Art der Verletzungen zeigt, wie eskalationsanfällig die Lage war.

Der Senat räumt ein, dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass Feuerwerkskörper wissentlich und gezielt in Richtung von Polizeikräften eingesetzt wurden und Verletzungen zumindest billigend in Kauf genommen wurden. Eine endgültige Auswertung der polizeilichen Berichte ist nach eigenen Angaben noch nicht abgeschlossen.

Feuerwehr und Rettungsdienst im Dauereinsatz

Auch Feuerwehr und Rettungsdienst waren in Steilshoop stark gefordert. Die Feuerwehr registrierte vier Brandeinsätze sowie eine technische Hilfeleistung, der Rettungsdienst wurde neunmal alarmiert. Angriffe auf Feuerwehr- oder Rettungskräfte wurden laut Senat nicht gemeldet.

Prävention – und trotzdem Eskalation

Besonders brisant: All dies geschah trotz umfangreicher Präventionsmaßnahmen. Die Polizei war nach eigenen Angaben bereits ab dem Vormittag mit erhöhter Präsenz im Stadtteil, führte Gefährderansprachen, Jugendschutzmaßnahmen, Bürgergespräche sowie Präventionsunterrichte an Schulen durch. Trotzdem kam es ausgerechnet in Steilshoop zu verletzten Einsatzkräften und mutmaßlich gezielten Angriffen mit Pyrotechnik.

Fazit

Die Zahlen zeigen deutlich: Steilshoop bleibt ein Silvester-Hotspot mit massiven Sicherheitsproblemen. Während der Senat von einem insgesamt erfolgreichen Einsatz spricht, belegen die Vorfälle vor Ort ein anderes Bild – mit verletzten Polizisten, Brandstiftungen und Eskalationen.

Frage an die Anwohnerinnen und Anwohner:

  • Wie haben Sie Silvester in Steilshoop erlebt?
  • Deckt sich Ihre Wahrnehmung mit der Darstellung des Senats – oder fühlen Sie sich einmal mehr alleingelassen?

Quelle: Drucksache 23/2524