Grünanlagenunterhaltung deutlich unterfinanziert – Unterfinanzierung führt zu erhöhten Folgekosten

In Hamburg standen den Bezirksämtern gemäß Senatsauskunft (Drs. 22/3365) in den Jahren 2019 und 2020 durchschnittlich 0,40 €/m² zum Zwecke der Unterhaltung von Grünanlagen zur Verfügung.

 

Laut Deutscher Gartenamtsleiterkonferenz wären aber 1,20 - 4,50 €/m² nötig (Stand 2018), um Grün- und Parkanlagen angemessen in Schuss zu halten. Es ist dringend geboten, endlich angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um unsere Park- und Grünanlage adäquat zu pflegen und zu erhalten.

„Kommunales Grün ist unterfinanziert.“ Zu diesem Ergebnis kam bereits 2009 der Landesrechnungshof Hamburg, als er feststellte: „Der Unterhaltungsbedarf für Grünanlagen und Spielplätze kann nur zu rund 55 % abgedeckt werden.“ Diese Hamburger Situation ist kein Ausnahmefall, sondern ein Spiegelbild der Situation der „Grünflächenverwaltungen“ in Deutschland, wie die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz im Jahr 2018 feststellte.

 

Dies zeigen auch die langjährigen Vergleiche der KGSt (Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement). Eine werterhaltende Pflege ist in den meisten Kommunen deshalb nicht mehr gewährleistet – zumal die Folgekosten der Unterhaltung und Instandsetzung bei neu hinzukommenden Grünflächen oft nicht berücksichtigt werden, heißt es dort weiter.

 

Niemand kann aber adäquat arbeiten, wenn die Arbeitsgrundlage nicht stimmt. Ohne eine angemessene Ausstattung mit Ressourcen - also Finanzen und Personal - kann auch das Grünflächenmanagement seine Aufgaben nicht fach- und ergebnisgerecht erfüllen, wird die Situation zusammengefasst.

 

In Hamburg standen den Bezirksämtern gemäß Senatsauskunft (Drs. 22/3365) in den Jahren 2019 und 2020 durchschnittlich 0,40 €/m² zum Zwecke der Unterhaltung von Grünanlagen zur Verfügung. Laut Deutscher Gartenamtsleiterkonferenz wären aber 1,20 - 4,50 €/m² nötig (Stand 2018), um diese angemessen in Schuss zu halten.

 

Es wird deutlich, wie unterfinanziert die Grünanlagenunterhaltung in Hamburg ist. Auch das Defizit der Finanzmittelausstattung für die Pflege und Unterhaltung des Öffentlichen Grüns (nur für Sachmittel!) steigt laut BUKEA von 5 % im Jahr 2019 auf 8,51% im Jahr 2022.

 

Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz appellierte bereits eindringlich, nicht am falschen Ende zu sparen:

 

Über die Sachkosten und das Personal hinaus, sind auch die Grünflächen an sich Ressourcen. Sie stellen finanzielle Werte dar, die verloren gehen, wenn sie nicht adäquat gepflegt und erhalten werden. Um sie Wert erhaltend zu bewirtschaften, ist es deshalb nötig, Sach- und Personalkosten vorausschauend einzusetzen. Dieser Einsatz zahlt sich langfristig aus, da sich so kostspielige Instandsetzungen und Sanierungen vermeiden lassen - die ihrerseits neue Sach- und Personalkosten nach sich ziehen.

 

Dieser Einschätzung kann ich mich nur anschließen. Es ist dringend geboten, endlich angemessene finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen, um unsere Park- und Grünanlage adäquat zu pflegen und zu erhalten. Jede Unterfinanzierung führt nur zu erhöhten Folgekosten. Aus diesem Teufelskreis müssen wir endlich ausbrechen.

 

https://www.galk.de/component/jdownloads/send/33-ak-orga/427-broschuere-gruenflaechenmanagement

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