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Eichenprozessionsspinner: Der Senat reagiert nur – statt Hamburg wirksam vorzubereiten

Der Eichenprozessionsspinner ist kein harmloses Insekt. Seine Brennhaare können starke Hautreizungen, Augenentzündungen und Atemwegsbeschwerden auslösen. Besonders gefährdet sind Kinder auf Spielplätzen und Schulhöfen sowie Menschen in Parks und an Radwegen. Trotzdem gibt es in Hamburg bis heute kein gesamtstädtisches Bekämpfungskonzept.

Meine aktuelle Anfrage an den Senat zeigt deutliche Schwächen im Umgang mit der Ausbreitung.

Was macht der Senat?

Der Senat setzt vor allem auf das Absaugen der Nester, nachdem ein Befall entdeckt wurde. Zusätzlich kommen vereinzelt Pheromonfallen, Ringfallen oder Klebemethoden zum Einsatz. Die Bekämpfung übernehmen externe Fachfirmen. (Drs. 23/4553; Drs. 23/4064)

Bürger sollen einen Befall den Bezirksämtern melden. Auf Privatgrundstücken ist der Pflanzenschutzdienst zuständig. (Drs. 23/4553)

Was macht der Senat nicht?

Genau hier beginnt das Problem.

  • Es gibt keine Meldepflicht für den Eichenprozessionsspinner. Der Senat weiß deshalb selbst nicht, wie groß der tatsächliche Befall in Hamburg ist. Er räumt ausdrücklich ein, dass das Gesamtvorkommen nicht systematisch dokumentiert wird und belastbare Prognosen deshalb nicht möglich sind. (Drs. 23/4553; Drs. 23/4064)
  • Es gibt kein zentrales Monitoring-System, das alle Befallsorte erfasst. (Drs. 23/4064)
  • Es gibt kein gesamtstädtisches Bekämpfungskonzept. Auf die Frage nach einer behördenübergreifenden Strategie verweist der Senat lediglich auf seine allgemeine Vorbemerkung. Ein neues Konzept existiert nicht. (Drs. 23/4553)
  • Es werden keine zusätzlichen finanziellen oder personellen Ressourcen bereitgestellt. Die Bezirke müssen die Kosten aus ihren bestehenden Budgets tragen. Zusätzliche Mittel oder Personal sind ausdrücklich nicht vorgesehen. (Drs. 23/4553)
  • Es sind keine gesetzlichen Änderungen geplant, obwohl sich der Schädling weiter ausbreitet. (Drs. 23/4064)
  • Es gibt keine flächendeckenden Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung. Schulen werden zwar im Einzelfall informiert, darüber hinaus finden jedoch keine allgemeinen Informationskampagnen statt. (Drs. 23/4064)
Der Senat kennt das Problem – handelt aber nicht

Bereits 2021 erklärte der Senat, dass sich der Eichenprozessionsspinner aufgrund milder Winter zunehmend ausbreitet. Gleichzeitig wurden regelmäßige Kontrollen, Warnschilder und frühe Kontrollen angekündigt. (Drs. 22/4105)

Fünf Jahre später zeigt sich: An der grundsätzlichen Strategie hat sich kaum etwas geändert. Noch immer lautet die Standardmaßnahme: Befall melden, Nest absaugen und absperren.

Der rot-grüne Senat verwaltet das Problem, statt es strategisch anzugehen.

Wenn der Senat selbst einräumt, dass er das tatsächliche Ausmaß des Befalls gar nicht kennt, keine vollständigen Daten erhebt, keine zusätzlichen Mittel bereitstellt und kein gesamtstädtisches Konzept entwickelt, dann ist das kein vorausschauender Gesundheitsschutz.

Gerade Familien erwarten zu Recht, dass Spielplätze, Schulhöfe und Parks möglichst früh geschützt werden. Dafür braucht Hamburg mehr als das bloße Absaugen bereits entdeckter Nester. Notwendig sind ein zentrales Monitoring, eine bessere Koordinierung, ausreichende finanzielle Mittel für die Bezirke und eine frühzeitige Information der Bevölkerung.