Seit Ende 2024 läuft zur Altablagerung Neusurenland ein vom Senat angekündigter Prüf- und Entwicklungsprozess. Nach Bohrungen und einer Machbarkeitsstudie wurden öffentlich verschiedene denkbare Nutzungen in den Raum gestellt – von einer Waldfläche bis hin zu Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig machte der Senat jedoch deutlich, dass bislang keine Entscheidung gefallen sei und sämtliche Optionen ergebnisoffen geprüft würden.
Nach aktuellem Stand arbeitet der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen gemeinsam mit Altlastengutachtern und einem spezialisierten Planungsbüro an alternativen Nutzungskonzepten. Doch trotz dieses Aufwands bleibt unklar, wie weit der Prozess tatsächlich gediehen ist. Weder ist öffentlich nachvollziehbar, welche Optionen noch verfolgt werden, noch welche bereits ausgeschlossen wurden. Auch zum konkreten Zeit- und Verfahrensstand der Abstimmungen gibt es bislang keine belastbaren Informationen.
Dabei hatte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg angekündigt, nach Abschluss der Prüfungen zunächst die lokale Politik einzubinden und anschließend weitere Schritte einzuleiten. Erste Ergebnisse wurden für das erste Halbjahr 2026 in Aussicht gestellt. Angesichts dessen, dass die Prüfungen bereits seit 2024 laufen, drängt sich jedoch zunehmend die Frage auf, warum es bislang keinerlei Zwischenstände oder Orientierung für Politik und Öffentlichkeit gibt.
Hinzu kommt die besondere Ausgangslage der Fläche: Es handelt sich um eine ehemalige Deponie. Jede mögliche Entwicklung hängt maßgeblich von einer detaillierten Analyse der Deponiestoffe und der Bewertung technischer Lösungswege ab. Der Senat verweist zu Recht auf die hohen technischen Anforderungen und die Vielzahl an Gestaltungsprämissen. Gleichwohl erklärt dieser Hinweis allein nicht, warum Transparenz und Kommunikation bislang so gering ausfallen. Auch die Frage, ob ein Ideenwettbewerb oder andere Planungsformate verfolgt werden sollen, bleibt offen – ebenso wie Zeitpunkt und Form einer Bürgerbeteiligung.
Unterm Strich entsteht der Eindruck eines langwierigen Prüfverfahrens ohne klaren Fahrplan. Weder regionale Politik noch Bürgerinnen und Bürger wissen derzeit, wann mit konkreten Ergebnissen zu rechnen ist und wie sie in den Prozess eingebunden werden sollen. Gerade vor dem Hintergrund, dass bereits 2024 ein weiterführender Entwicklungsprozess angekündigt wurde, ist diese Unklarheit kaum nachvollziehbar.
Der Senat ist nun gefordert, endlich Klarheit zu schaffen: Wann wird der seit Ende 2024 laufende Prüf- und Abstimmungsprozess abgeschlossen? Wann liegen belastbare Ergebnisse vor? Und vor allem: Wann werden regionale Politik und Öffentlichkeit transparent und verbindlich beteiligt? Ohne konkrete Antworten droht das Projekt Neusurenland weiter Zeit zu verlieren – und Vertrauen gleich mit.
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