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Ganztagsschulen in Gefahr: Das würde besonders Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne treffen

Hamburg hat bei der Bildung in den vergangenen Jahren aufgeholt. Ein wichtiger Baustein dabei sind gute und verlässliche Ganztagsschulen. Doch ausgerechnet dieses Erfolgsmodell droht jetzt geschwächt zu werden. Der Senat will im Ganztagsbereich sparen. Die Schulleitungen vor Ort warnen deutlich: Werden die geplanten Einsparungen so umgesetzt, ist die gebundene Ganztagsschule in ihrer heutigen Form kaum noch aufrechtzuerhalten.

Ich habe mit Schulleitungen von gebundenen Ganztagsschulen (GTS) gesprochen. Ihre Botschaft ist eindeutig: Die geplanten Veränderungen betreffen nicht nur einzelne Stellen oder organisatorische Details. Sie gefährden das pädagogische Konzept, auf dem die GTS aufgebaut ist. Auch öffentlich warnen Schulleitungen bereits davor, dass über Jahre gewachsene Strukturen vor dem Aus stehen könnten.

Ganztag ist mehr als Betreuung bis 16 Uhr

Bei einer GTS werden Unterricht, Förderung, Lernzeiten und Freizeit über den gesamten Tag miteinander verzahnt. Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Fachkräfte arbeiten gemeinsam. Genau das unterscheidet dieses Modell von einer Schule, bei der vormittags Unterricht stattfindet und sich daran lediglich eine Nachmittagsbetreuung anschließt.

Die GTS-Schulen warnen deshalb in ihrer gemeinsamen Stellungnahme vor den Folgen der geplanten Veränderungen. Sie sehen unter anderem die Rhythmisierung des Schultages, die Arbeit multiprofessioneller Teams, die individuelle Förderung und die Verzahnung von Unterricht und Ganztag gefährdet.

Das ist keine organisatorische Kleinigkeit. Es geht um den Kern des gesamten GTS-Modells.

Gerade unsere Stadtteile brauchen starke Ganztagsschulen

Für Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne wäre eine solche Entwicklung besonders problematisch. Viele Eltern arbeiten ganztags und sind auf eine verlässliche Betreuung und Förderung ihrer Kinder angewiesen. Gleichzeitig gibt es Kinder, die zu Hause weniger Unterstützung beim Lernen erhalten – weil ihren Eltern die Zeit oder die Möglichkeiten dafür fehlen.

Gerade diese Kinder brauchen eine Schule, die pädagogisch nicht um 13 Uhr endet.

Eine gute Ganztagsschule kann Unterschiede zumindest teilweise auffangen. Sie kann Kinder gezielt fördern und dazu beitragen, dass ihre Bildungschancen weniger davon abhängen, wie viel Zeit, Geld und Unterstützung im Elternhaus vorhanden sind.

Wenn der Senat diese Strukturen schwächt, trifft das deshalb nicht alle Kinder gleichermaßen. Besonders betroffen sind diejenigen, die auf die Unterstützung ihrer Schule am stärksten angewiesen sind.

Nicht am falschen Ende sparen

Natürlich muss auch im Bildungsbereich verantwortungsvoll mit Geld umgegangen werden. Aber Sparen darf nicht dazu führen, dass ein funktionierendes pädagogisches Konzept faktisch abgeschafft wird.

Eine Schulleitung bringt die Sorge drastisch auf den Punkt: Wenn Lehrkräfte künftig wieder um 13 Uhr „Feierabend“ hätten, seien die gebundenen Ganztagsschulen in ihrer heutigen Form nicht mehr lebensfähig. Langfristig könnten dann nur noch GBS-Schulen übrigbleiben.

Das dürfen wir nicht hinnehmen. Hamburg darf seine Fortschritte in der Bildung nicht durch Sparmaßnahmen wieder gefährden. Gerade in Steilshoop, Bramfeld und Farmsen-Berne brauchen wir starke Ganztagsschulen, die Kindern unabhängig von ihrem Elternhaus echte Chancen eröffnen. Wer hier spart, spart am Ende an den Chancen unserer Kinder.