Grüne in Schleswig: Für die Fällung einer 100 Jahre alten Buche müssten 5.400 junge Bäume nachgepflanzt werden – In Hamburg wird nicht mal 1 zu 1 nachgepflanzt

Wie die Zeitung „Schleswiger Nachrichten“ berichtet, möchten die Grünen in der schleswig-holsteinischen Stadt Schleswig eine neue Baumschutzordnung verabschieden. Im Antrag stellen die Grünen ein Rechenbeispiel auf. Eine alte Buche mit einer Höhe von 25m und einer Kronbreite von 25 Metern produziert 1,712 Kilo Sauerstoff. Um diese Sauerstoffleistung bei einer Fällung zu ersetzen, müssten aus der Sicht der Grünen 5.400 junge Bäume mit einem Kronvolumen von 0,5qm gepflanzt werden.

 

Dieses Rechenbeispiel ist in Hamburg weltfremd. Hier werden derlei Bäume nicht mal 1 zu 1 nachgepflanzt. Seit 2015 wurden mehr als 9.000 gefällte Bäume nicht mal nachgepflanzt. Bspw. sollen die alten Bäume auf dem Bramfelder Dorfplatz weichen. Nach diesem Rechenbeispiel müssten wir allein dafür mehrere Tausend Bäume nachpflanzen.

 

Der Ansatz der Grünen in Schleswig ist nachzollziehbar. Eine 1 zu 1 Nachpflanzung ist nicht ausreichend, da größere Bäume mehr Sauerstoff produzieren als jüngere. Auch Hamburg wird sich damit befassen müssen die Baumschutzordnung anzupassen. Die CDU-Fraktion hat bereits eine Anpassung der Baumschutzordnung in der Bürgerschaft beantragt (Drs. 22-1777). Dies wurde leider von rot-grün ohne Begründung abgelehnt.

Wie die „Schleswiger Nachrichten“ zu berichten wissen, möchten die Grünen in der schleswig-holsteinischen Stadt Schleswig eine neue Baumschutzordnung verabschieden, müssen doch immer wieder alt gewachsene Bäume weichen. In dem dazu eingereichten Antrag heißt es: „Bäume sind unersetzbar. Sie machen eine Stadt erst lebenswert und wohnlich, denn sie bringen Grün in die Stadt, produzieren lebenswichtigen Sauerstoff, Binden das Treibhausgas CO2 und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.“ Zudem würden sie Schatten spenden, die Luftfeuchtigkeit erhöhen, Staub und Schadstoffe aus der Luft filtern, und einen Lebensraum für Vögel, Insekten und andere Kleintiere bieten.

 

Weiter heißt es: „Allzu schnell steht ein Baum im Weg, wird zum Ärgernis, Störenfried und Haftungsrisiko. Natürlich Vorgänge, wie das Herabfallen von Laub im Herbst, werden als lästig empfunden. Die Fällung des Baumes ist dann sehr schnell die einfachste Lösung des Problems, denn ein Baum kann sich nicht wehren.“

 

Argumente, die ich sehr gut nachvollziehen kann, wohlmöglich weil ich sie gegenüber unserem rot-GRÜNEN Senat ebenfalls schon dutzende Male vorgebracht habe. Ebenso kann ich die Frustration nachempfinden, die immer dann eintritt, wenn wieder ein Baum gefällt wird, ohne dass an anderer Stelle ein neuer gepflanzt wird und nachwachsen kann.

 

Dass ein Baum Jahrzehnte braucht um annähernd so viel Sauerstoff zu produzieren wie sein Vorgänger, dürfte sich jedem erschließen. In Schleswig hat man dennoch ein kleines Rechenbeispiel mit aufgeführt: Eine 100 Jahre alte Buche mit einer Höhe von 24 Metern und einer Kronenbreite von 14 Metern produziert 1,712 Kilo Sauerstoff in der Stunde. Hochgerechnet ist das der jährliche Sauerstoffbedarf von zehn erwachsenen Männern. Um einen solchen Baum hinsichtlich seiner Sauerstoffleistung zu ersetzen, müssten 5.400 junge Bäume mit einem Kronenvolumen von 0,5 Quadratmetern gepflanzt werden.

 

Bei uns in Hamburg wäre ich schon zufrieden, wenn jeder gefällte Baum eins zu eins nachgepflanzt werden würde und der Senat endlich valide Statistiken zur Entwicklung der Baumbestände vorlegen könnte.

 

Seit 2015 wurden unter unserem rot-grünen Senat 11,7 ha Wald und mindestens 8.975 Bäume (3.515 Straßenbäume, 2.059 Bäumen in Grünanlagen sowie 3.401 Bäume auf Privatgrund) gefällt und nicht nachgepflanzt. Bei den Fällungen in Grünanlagen sowie auf Privatgrund möchte der Senat keine Transparenz schaffen und nur bei einzelnen Bezirksämtern mitteilen wie viele Bäume gefällt und wie viele nachgepflanzt worden sind. Die rot-grüne Koalition hat es jedoch eingesehen, dass hier mehr Transparenz angezeigt ist und hat auf Druck der CDU-Fraktion eine Änderung angekündigt.

 

Jeder gefällte Baum muss endlich mindestens(!) 1 zu 1 nachgepflanzt werden, damit der Baumbestand konstant bleiben kann. Die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte bereits Mitte letzten Jahres beantragt, dass jeder Baum mindestens 1 zu 1 nachzupflanzen ist. Dieser Antrag wurde ohne Begründung von Rot-Grün abgelehnt (Drs. 22-1103).

 

Ich kann den Hamburger Grünen nur empfehlen, einmal Kontakt zu ihren Kollegen in Schleswig aufzunehmen. Wohlmöglich lässt sich dort noch einiges lernen.

 

Den Antrag finden sie hier als Download:

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Beschluss über den Erlass einer Baumschu
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