Anwohnerbefragung im zum Bauvorhaben Quartier Hegholt – Nachverdichtung überwiegend nicht gewünscht!

Ende letzten Jahres konnten sich die Anwohnerinnen und Anwohner im Hegholt zur geplanten Nachverdichtung äußern. Von den 135 teilnehmenden Haushalten sprachen sich 72% gegen eine weitere Bebauung aus.

 

Die Gründe, die gegen die Nachverdichtung angeführt werden, sind vor allem der Verlust von Parkflächen, eine zunehmende bauliche Dichte, der Verlust von Grünflächen, die Zunahme von sozialen Problemen, der Wertverlust privater Immobilien sowie die negativen Auswirkungen auf das Klima.

 

Wie bereits mehrfach berichtet, plant die SAGA Nachverdichtungen im Quartier Hegholt durchzuführen.

 

Derzeit weist das Quartier circa 1.500 Haushalte auf, davon sind ungefähr 80 Prozent Wohnungen der SAGA. Diese plant bereits seit längerem eine bauliche Weiterentwicklung durch Geschosswohnungsbau und den Bau einer Quartiersgarage.

 

Bereits Mitte der neunziger Jahre gab es derartige Pläne zur Nachverdichtung der Hegholt-Siedlung. Diese Vorhaben wurden zum Teil in dem Baustufenplangebiet am Carl-Bremer-Ring umgesetzt, 1997 wurde eine Seniorenwohnanlage in der Haldesdorfer Straße 119 errichtet.

 

Weitere Vorhaben im westlichen Teil der Siedlung scheiterten 1997 an den massiven Protesten der dortigen Bevölkerung. 2013 gab es dann abermals Überlegungen zur Weiterentwicklung und Nachverdichtung, die erneut am Protest der Anwohnerschaft scheiterten.

 

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https://www.sandrokappe.de/hegholt-nachverdichtung/

 

https://www.sandrokappe.de/hegholt-nachverdichtung2/

 

Ungeachtet davon, hält die SAGA an ihren Plänen fest. So wurde am 21.10.2020 eine schriftliche Bürgerinformation an alle Haushalte per Postwurfsendung verteilt, mit der Möglichkeit, Rückmeldungen zur beabsichtigten Nachverdichtung zu geben.

 

Insgesamt wurden 1.550 Flyer und Postkarten an die Haushalte in dem durch die Straßen Hegholt und Haldesdorfer Straße umgrenzte Bereich (ca. 0,25 qkm) in die Briefkästen eingeworfen. Damit wurden nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohner in unmittelbarer Nachbarschaft mit Sichtkontakt zum Bauvorhaben leben, sondern auch etwas entfernte, aber dennoch dem Quartier Hegholt zugehörige, Haushalte informiert und beteiligt.

 

Bis zum 10.11.2020, also innerhalb von drei Wochen, konnten die Bewohnerinnen und Bewohner ihre Hinweise, Anregungen und Bedenken zu der geplanten Quartiersentwicklung mitteilen, auch telefonisch oder via Internet.

 

Die eingegangenen Rückmeldungen wurden in einer Excel-Tabelle anonymisiert zusammengeführt, kategorisiert und ausgewertet. Insgesamt sind Rückmeldungen von 135 Haushalten eingegangen. Das sind knapp zehn Prozent aller Haushalte.

 

Schade, dass sich nicht mehr Menschen geäußert haben. Möglicherweise waren die drei Wochen, die man den Anwohnerinnen und Anwohnern zur Verfügung gestellt hat, nicht ausreichend.

 

Dass die Umfrage durchführende Unternehmen hält dabei fest: „Die Art der Datenerhebung lässt es nicht zu, anhand der Stichprobe Aussagen für eine wesentlich größere Menge abzuleiten. Da aus Datenschutzgründen keine personenbezogenen Daten wie Alter, Geschlecht, genauer Wohnort, Beruf, Bildungsstand abgefragt wurden, lassen sich keine statistisch kontrollierbaren Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit (1.550 Haushalte) ziehen. Die Ergebnisse stellen aber ein Stimmungsbild aus dem Quartier dar, das zeigt, wie von einem Teil der dort lebenden Menschen eine bauliche Entwicklung und Verdichtung beurteilt würde.“

 

Und dieses Stimmungsbild ist dann auch eindeutig: Skeptisch bis hin zu Ablehnung sind 72 Prozent der 135 teilnehmenden Haushalte. Sie können sich eine bauliche Verdichtung im Quartier aus verschiedensten Gründen nicht oder nur schwer vorstellen.

 

Weiter heißt es: „Zu den skeptischen Haushalten gehören vor allem die privaten Eigentümer/innen von Wohnungen oder Häusern im Umfeld. Überraschend ist, dass auch bei einigen Mieterhaushalten der SAGA, die sich beteiligt haben, Vorbehalte gegenüber den bisherigen Planungsüberlegungen bestehen. Dies dürfte ein Hinweis darauf sein, dass im weiteren Verlauf das Gespräch mit den Mieterinnen und Mietern weitergesucht werden sollte, um ggf. Aufklärung zu schaffen.“

 

Die Gründe, die gegen die Nachverdichtung angeführt werden, sind vor allem der Verlust von Parkflächen, eine zunehmende bauliche Dichte und der Verlust von Grünflächen, die Zunahme von sozialen Problemen, der Wertverlust privater Immobilien sowie die negativen Auswirkungen auf das Klima.

 

Diejenigen, die sich positiv gegenüber den Überlegungen äußern, begründen dies überwiegend damit, dass bezahlbarer Wohnraum in Hamburg knapp ist und hier im Hegholt die räumlichen Möglichkeiten vorhanden sind, neuen Wohnraum zu schaffen.

 

Einige Haushalte bekunden sogar direkt ihr Interesse an einer der neu entstehenden Wohnungen. Sie würden gerne im Quartier wohnen bleiben, suchen aber eine kleinere bzw. größere Wohnung.

 

Darüber hinaus wurden über alle Einreichungen hinweg unterschiedliche Anregungen für die weitere Planung mit auf den Weg gegeben. Diese Hinweise sind überwiegend positiver und konstruktiver Natur, wie beispielsweise die Berücksichtigung von Spielplätzen, behindertengerechten Stellplätzen, Fahrradstellplätzen oder zusätzliche Grün- und Freiflächen. Auch die Fortsetzung einer transparenten Information und Kommunikation im Verlauf des Bauprozesses wird gewünscht.

 

Ich finde, es wurde in Bramfeld bereits mehr als genug nachverdichtet. Der CDU-Ortsverband Bramfeld/Steilshoop hat sich bereits in der Vergangenheit dagegen ausgesprochen und wird dies auch in Zukunft tun. Wenn Nachverdichtungen durchgeführt werden, dann an den großen Magistralen, wo sie durch eine Erweiterung bspw. den Schall nach hinten eindämmen.

 

Unsere Stadtteile Bramfeld und Steilshoop werden immer weiter verdichtet. So sollen im Moosrosenquartier in Bramfeld bis zu 1.200, am Mützendorpsteedt weitere 64 und in Steilshoop-Nord nochmals 400 Wohnungen entstehen. Mehr als 3.000 zusätzliche Bewohner/innen sind die Folge.

 

Viele Grünflächen wie der Bramfelder Dorfgraben wurden bereits vernichtet. Sträflich unterlassen wurde gleichsam der entsprechende Ausbau der sozialen Infrastruktur wie Kindergärten, Schulen aber auch Grün- und Sportanlagen. Die Verkehrs- und Parkplatzsituation wurde nicht parallel zur Wohnbebauung mitentwickelt.

 

Auch wenn der Nachfragedruck auf dem Hamburger Wohnungsmarkt riesig ist – wir müssen auch die Lebensqualität aufrechterhalten. Auch andere Stadtteile sollten daher erstmal ihren Beitrag leisten.

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