Hundekotsünder statistisch kaum erfasst. Wir brauchen einen starken Ordnungsdienst!

Hunde sind neben Katzen des Hamburgers liebstes Haustier. Unstrittig gibt es jedoch auch Hundehalter/innen, die den Umgang mit ihrem Hund noch lernen müssen.

 

Das gilt insbesondere für die Hinterlassenschaften der tierischen Familienmitglieder. Deswegen habe ich noch einmal beim Senat nachgefragt*, wie es um Hundekotsünder, die Abgabe der Gassibeutel und die Steuereinnahmen aussieht.

Ordnungswidrigkeiten wegen Hundekot

 

Die Neuigkeit ist, dass es keine Neuigkeit gibt. Jede/r von uns sieht leider ständig Hundekot auf der Straße, auf Wiesen, an Gewässern und in Grünanlagen. Doch eine aussagekräftige Statistik, wie viele Gassigeher beim Nicht-Wegräumen der Hinterlassenschaften ihrer Hunde erwischt wurden, gibt es nicht.

 

Zwar gibt es eine Zahl für die WasteWatcher+ der Stadtreinigung, die im öffentlichen Raum gegen Müllvergehen vorgehen. So wurden von Anfang des Jahres bis Anfang August 2020 acht Vergehen diesbezüglich festgestellt und mit einem Bußgeld geahndet. Die Zahlen für 2018 und 2019 erhalten jedoch noch immer Korrekturen (jeweils 21 bzw. 27 Vergehen).

 

Die Bezirksämter (jeweils das Fachamt Management des öffentlichen Raums) ahnden ebenfalls Verstöße gegen die Kotbeseitigungspflicht nach § 20 HundeG. Doch sie erheben keine Statistik darüber. Wir wissen also schlichtweg nicht, ob es mehr verantwortungslose Hundehalter/innen gibt und/oder ob sie öfter erwischt wurden.

 

Kosten für Gassibeutel/wo sind sie zu bekommen?

 

Die Gassibeutel kosteten die Stadt Hamburg im Jahr 2019 die Summe von 158.033,70 €.

 

Sie sind „in allen Filialen der Fa. Budnikowski, in einigen Filialen der Drogeriekette dm, auf allen Recyclinghöfen der SRH, bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SRH Gehwegreinigung und bei den in einigen Stadtteilen zusätzlich eingesetzten „Kümmerern“ der SRH kostenlos erhältlich. Außerdem können Hamburger Hundehalterinnen und Hundehalter per Post von der SRH Gassibeutel zugeschickt werden, wenn einer postalischen Bestellung ein frankierter und adressierter Rückumschlag beiliegt.“

 

Anzahl der steuerpflichtigen Hunde in Hamburg

 

Die Anzahl der in Hamburg gehaltenen, steuerpflichtigen Hunde ist in keiner Statistik enthalten. Zwar stieg zuletzt die Anzahl der Hundehalter-Steuerkonten. Zugleich sank aber die Einnahmeerwartung der Hundesteuer. Das hat mit Steuerbefreiungen und -ermäßigungen bestimmter Institutionen und Personen zu tun, wie auch der Hundesteuer an sich. Als gefährlich angesehene Rassen kosten den jeweiligen Halter ein Vielfaches an Steuer. Zudem können unter einem Hundehalterkonto mehrere Hunde vereint sein. Auch hier gilt als: Nichts Genaues weiß man nicht. Schade eigentlich.

 

Fazit

 

Natürlich kann es nicht für alles und jedes eine genaue Statistik geben. Was ich jedoch fordere: Es muss mehr Sauberkeit und Ordnung in Hamburg herrschen.

 

Dabei sind Hundekot-Sünder nur ein Teil des Problems. Illegal abgeladener Unrat und Sperrmüll, Graffiti und andere Sachbeschädigung sowie natürlich dissoziales Verhalten einiger Personen müssen geahndet werden.

 

Die Polizei ist leider beschäftigt genug, um sich um alle Ordnungswidrigkeiten mit Muße kümmern zu können. Deswegen brauchen wir in jedem Bezirk wieder einen starken bezirklichen Ordnungsdienst, andernorts „Ordnungsamt“ genannt!

 

* Kleine Anfrage hier abrufbar: https://www.buergerschaft-hh.de/parldok/dokument/72024/hundesteuer_mehr_hunde_dennoch_weniger_hundesteuer.pdf

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Kommentare: 3
  • #1

    Kaisen (Dienstag, 18 August 2020 15:38)

    "....Wir brauchen einen starken Ordnungsdienst!" Schön wär's, lange überfällig und Betonung auf "stark"!!

  • #2

    Uwe (Donnerstag, 27 August 2020 19:00)

    Wir brauchen vor allem mehr Papierkörbe!! Wenn ich im Hochsommer erst einmal 2-3 Km laufen muss bis ich an einen solchen komme ist das schon unangenehm. In anderen Ländern geht das doch auch. Aber Hamburg ist sowas von vermüllt, natürlich nicht die schöne Hafencity.

  • #3

    F. Kreienbaum (Donnerstag, 17 September 2020 18:38)

    ganz klar: wer Hunde als Liebling halten kann, muß mindestens in der Lage sein deren Nachlassenschaften auch über Kilometer, wenn's sein muß nach Hause zu tragen!!!! Ein empfindliches Bußgeld müßte sonst dringend eingeführt werden, damit die Allgemeinheit vor diesen "Tierliebhabern" verschont bleibt, und nicht Hundewohl vor Kinderwohl geht.