Leeschenblick: Parken soll zukünftig ausgeschlossen werden – Vorschlag der Verwaltung 16 Parkplätze zu errichten wurde abgelehnt

Aufgrund eines Unfalles im Leeschenblick hat das Bezirksamt Wandsbek zusammen mit der Polizei eine Überplanung des Leeschenblicks vorgenommen.

Bisher weist die Straße auf der linken und rechten Spur einen Radweg auf (siehe Bild). Daneben parken häufig PKWs. PKWs, die daran vorbeifahren, können die Radfahrer durch die parkenden Autos häufig unzureichend sehen. Dadurch ist der o.g. Unfall passiert.

Um die Sicht auf die Fahrradfahrer zu verbessern, hat das Bezirksamt und die Polizei den Vorschlag gemacht, dass die Parkplätze der Autos am Rand angeordnet werden und der Radweg links und rechts zwischen den Parkplätzen und der Fahrbahn angelegt wird. Eine derartige Umsetzung erfolgte bereits in der Gründgenstraße. Somit hätte man auch weiteren Parkraum, insbesondere für das Baugebiet am Bramfelder Dorfgraben geschaffen, die festgestellten Verkehrsordnungswidrigkeiten im ruhenden Verkehr wirksam entgegengetreten, sowie insbesondere die Verkehrssicherheit erhöht. Der Regionalausschuss Bramfeld-Steilshoop-Farmsen-Berne hat in seiner Sitzung am 21.11.2019 mehrheitlich nach einem Referentenvortrag diesen Vorschlag mit den Stimmen der SPD-Fraktion, der Fraktion Die Grünen, der CDU-Fraktion und der AfD-Fraktion, bei Gegenstimmen der Fraktion Die Linke und der FDP-Fraktion unterstützt.

Nun hat der ADFC von der Maßnahme erfahren und einen neuen Vorschlag unterbreitet. Dieser sieht vor, dass die Fahrradstreifen links und rechts deutlich verbreitet werden, damit nur noch zwei Autos den Leeschenblick nutzen können. Parken soll somit ausgeschlossen sein. Dieser Vorschlag wurde nun im Regionalausschuss am 16.01.2020 mit den Stimmen von SPD, Grüne und Linke beschlossen. Somit werden zukünftig keine Autos mehr im Leeschenblick parken können.

Die Polizei führte aus, dass im Bramfelder Dorfgraben etwa 60 Parkplätze für knapp 200 Autohalter entstanden sind. Es bleibt die Frage, wo die Anwohner parken sollen? Auch ist unverständlich, warum der Radstreifen hier deutlich verbreitert wird, wenn er doch auf der Gründgenstraße wieder schmaler wird. Würde man die Argumentation vom ADFC, der SPD und den Grünen weiterführen, müssten auch die Parkplätze in der Gründgegenstraße neben dem Radweg für einen breiteren Fahrradstreifen weichen.

Damit man mich nicht falsch versteht. Ich fahre täglich mit dem Fahrrad. Mich sieht man überall damit fahren. Dennoch finde ich es nicht gut, wenn die einzelnen Verkehrsteilnehmer gegeneinander ausgespielt werden.

Wir als CDU haben uns für den Vorschlag der Verwaltung ausgesprochen, der sicher ist und weitere Parkplätze für die Anwohner insbesondere des Bramfelder Dorfgraben ermöglicht hätte. Leider konnten wir uns gegen die Stimm-Mehrheit von Rot-Grün nicht durchsetzen.

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Kommentare: 9
  • #1

    G. Lehmann (Sonntag, 19 Januar 2020 10:55)

    es ist unglaublich, was diese Herrschaften sich herausnehmen. Selbst wahrscheinlich Autofahrer in gesicherten Verhältnissen, vielen Bürgern die Lebensqualität beraubend mit dem täglichen Kampf um Parkplätze. Überlegenswert wäre vielmehr den Mehrfachbesitz von Autos pro Wohneinheit, sowie das Wohnmobilparken und das Parken von gewerblichen Fahrzeugen eindeutig zu untersagen bzw sehr zu verteuern.

  • #2

    Stine (Sonntag, 19 Januar 2020 12:06)

    Nicht nur am Bramfelder Dorfgraben, sondern auch das Gleiche beim Bauvorhaben Bramfeld 70/Mützendorpsteed: Wo sollen die Bewohner der neuen Wohnblocks mit ihren Pkw bleiben? Es ist jetzt schon schlimm!
    Wie soll das werden, wenn auch noch die Verkehrs-Einschränkungen durch den U-Bahn-Bau hinzukommen?
    Sollen wir etwa wirklich glauben, dass alle Rot-Grün-Abgeordneten ihre Pkw abgeschafft haben und ausschließlich Fahrrad oder ÖPNV nutzen?

  • #3

    Stine (Dienstag, 21 Januar 2020 18:08)

    Gestern, 20.01.2020, bin ich mittags am Rathaus vorbeigekommen. Da standen jede Menge "dicker" schwarzer Pkw auf dem Rathausplatz und auch im Großen Burstah auf dem Vorplatz zum Innenhof. Alle Fahrzeuge, deren Nummernschilder ich im Vorbeigehen lesen konnte, waren Hamburger gewesen!
    - Warum standen dort nicht jede Menge Fahrräder?
    Es war zudem auch noch schönes Wetter gewesen!

  • #4

    Günter (Samstag, 25 Januar 2020 11:48)

    Es wird endlich Zeit, daß für Neubauvorhaben in Bramfeld wieder je Wohneinheit (WE) 1 Stellplatz auf der Baufläche ausgewiesen werden muß. So müssen immer mehr Fahrzeuge auf der Straßenfläche abgestellt werden. Die Parkplätze im Leeschenbleek sind zu erhalten.Dort parken abends immer mehrere Fahrzeuge. Im Dorfgraben dürften sicherlich bei 200 WE mehr als 60 Parkplätze benötigt werden.
    SPD und Grüne träumen weiter davon zukünftig ohne Kraftfahrzeuge leben zu können.

  • #5

    B. Kramer (Mittwoch, 29 Januar 2020 19:14)

    #1: die genannten Vorschläge wären es Wert verfolgt zu werden, oder fürchtet man sich vor dem Aufschrei der Minderheit? Grüne, Linke und ggf. SPD dürften eigentlich nichts dagegen haben.

  • #6

    Unglücklicher Anwohner Neubau Am Dorfgraben (Donnerstag, 30 Januar 2020 09:52)

    Wir hatten uns alle auf den Neubau gefreut. Jetzt führen wir regelrecht einen Kampf mit den Vermietern, die kaum Parkplätze gebaut haben und uns von den Freiflächen abschleppen und auf der anderen Seite einen gegen die Polizei die uns täglich Strafzettel anbringt, weil wir im Leeschenblick parken. Es ist absolut unverantwortlich ein so großes Grundstück mit überdimensionierten Gehwegen und Freiflächen zu bauen und schlicht die Anzahl der Autos nicht zu berücksichtigen. Wir werden Unterschriften sammeln und versuchen die Behörden zu wecken. Das Problem wird wieder einmal uns Bürgern überlassen. Es kann doch nicht sein, dass eine Mutter mit Kind, Hund und Einkauf einen halben Kilometer parken muss um nach Hause zu kommen. Die Tiefgaragenstellplätze sind ebenso sofort vergriffen gewesen. Davon gibt es auch nur viel zu wenige.

  • #7

    Mieterin Am Dorfgraben (Donnerstag, 30 Januar 2020 09:59)

    Ich bin Mutter von 3 Kindern und wohne im Neubau. Uns wurden ausreichend Parkplätze versprochen. Jetzt muss ich irgendwo zwischen Bäumen an der Fabriciusstr. parken und im Regen im Dunkeln mit den Einkäufen sehr sehr lange laufen. Und das nur weil irgendwelche Politiker der Meinung sind , dass sie besser wissen was gut für die Anwohner ist anstatt sich wirklich in unsere Lage zu versetzen und die täglichen Belastungen durch dieses stumpfe denken zu verstehen. Eine Schande ! Ich bin am Ende :(

  • #8

    U. Terzenbach (Montag, 03 Februar 2020 11:05)

    für den unglücklichen Anwohner am Dorfgraben habe ich vollstes Verständnis. Leider gibt es, wie auch in diesem Beispiel besonders deutlich wird, ein Versagen der gewählten Gesetzgeber! Aufgrund des derzeit massiven Wohnungsbaus in Hamburg, bei dem u.a. viele Grünflächen zubetoniert wurden und werden, gibt es keine entsprechende Bauvorschriften mehr, die eine Schaffung von ausreichenden Stellplätzen vorsehen. Die einfachste Lösung beim Bau von Mehrfamilienhäusern wäre für jede Wohnung zwingend einen Tiefgaragenstellplatz vorzuschreiben. Damit wäre den Anwohnern gedient und die umliegenden Straßen müssten weder vollgeparkt werden noch müssten dafür weitere Grünflächen verschwinden, um dort auf Kosten der Steuerzahler öffentliche Parkplätze zu schaffen.

  • #9

    Martin Schliemann (Freitag, 14 Februar 2020 23:13)

    Zu dem Unfall im Leeschenblick, bei dem ein Radfahrer verletzt wurde, ist es dadurch gekommen, dass ein abgestellter LKW sowohl dem Rad- als auch dem Autofahrer die Sicht genommen hat. Daher glaube ich, es würde ausreichen, das Parken von LKW und Lieferwagen zu unterbinden. Im Leeschenblick geparkte PKW sind sogar nützlich, weil sie das Rasen erschweren und so zur Verkehrsberuhigung beitragen.
    Und noch ein Hinweis zu den nicht gebauten Tiefgaragen. Eine wichtige Bedingung für den Bau der Häuser auf der ehemaligen Kuhwiese (heute Dorfgraben) war, dass die Mieten so gering wie möglich sein sollen. Schon einen Keller zu bauen, macht den Bau eines Hauses erheblich teurer. Tiefgaragen sind wegen der besonderen Anforderungen noch teurer. Diese Kosten wären auf die Mieten umgelegt worden.