Wohnungsbau bleibt eine der größten Herausforderungen Hamburgs
Im Gespräch mit Dennis Thering, Fraktionsvorsitzender der CDU in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Natalie Hochheim sowie einem Vertreter der Wohnungswirtschaft – Herrn Lohmann, Vorsitzender des VNW-Landesverbands Hamburg e.V. und Vorsitzender der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG – wurden die aktuellen Herausforderungen auf dem Hamburger Wohnungsmarkt und mögliche Lösungsansätze diskutiert. Für alle, die nicht dabei sein konnten, hat Jens Wagner die wichtigsten Erkenntnisse und Diskussionsergebnisse zusammengefasst.
Hamburg braucht dringend mehr Wohnraum. Gleichzeitig wird das Bauen immer schwieriger und teurer. Während Neubauten vor rund 20 Jahren teilweise noch für etwa 1.800 Euro pro Quadratmeter errichtet werden konnten, liegen die Kosten heute häufig bei rund 6.000 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen hohe Grundstückspreise, langwierige Genehmigungsverfahren und zahlreiche bürokratische Vorgaben.
Gerade für Stadtteile wie Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne ist dies ein zentrales Thema. Viele Menschen suchen bezahlbaren Wohnraum, Familien finden kaum passende Wohnungen und auch Senioren benötigen altersgerechte Angebote. Ohne zusätzliche Wohnungen wird sich die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter verschärfen.
Bürokratie bremst den Wohnungsbau aus
Ein zentrales Problem sind nach Ansicht vieler Teilnehmer die langen Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren. Bauanträge würden häufig zu langsam bearbeitet. Als Ziel wurde formuliert, Vollständigkeitsprüfungen künftig innerhalb von zwei Wochen abzuschließen. Zudem müsse die Zusammenarbeit zwischen Bauverwaltung, Investoren und Planern deutlich früher beginnen, um Probleme bereits vor der eigentlichen Antragstellung zu identifizieren und zu lösen.
Bauen muss wieder wirtschaftlich werden
Viele Bauvorhaben scheitern inzwischen an den hohen Kosten. Besonders problematisch seien starre Vorgaben und Rahmenbedingungen, die eine wirtschaftliche Umsetzung erschweren. Auch das Erbbaurecht wurde kritisch diskutiert, da es aus Sicht der Wohnungswirtschaft in vielen Fällen zusätzliche Hürden schafft.
Eigentum fördern statt erschweren
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Förderung von Wohneigentum. Eigentum wurde als wichtiger Baustein für soziale Sicherheit, Altersvorsorge und Vermögensaufbau bezeichnet. Deshalb wurden eine stärkere Förderung von Eigennutzern sowie bessere Rahmenbedingungen für den Erwerb von Wohneigentum gefordert.
Wie günstiger gebaut werden kann
Diskutiert wurden verschiedene Ansätze, um die Baukosten zu senken. Dazu gehören der sogenannte Hamburg-Standard mit vereinfachten Bauweisen, der Verzicht auf kostenintensive Tiefgaragen und Keller sowie der verstärkte Einsatz serieller Bauverfahren. Durch industrielle Vorfertigung könnten Bauzeiten deutlich verkürzt und Kosten reduziert werden.
Darüber hinaus wurden Quartiershochgaragen, die Nachverdichtung bestehender Wohngebiete sowie die Umwandlung geeigneter Gewerbeflächen in Wohnraum als mögliche Bausteine für zusätzlichen Wohnungsbau genannt.
Die Veranstaltung machte deutlich: Der Wohnungsbau bleibt eine der wichtigsten politischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Hamburg benötigt mehr Wohnungen, damit Mieten bezahlbar bleiben und Familien, Senioren sowie junge Menschen weiterhin eine Perspektive auf dem Wohnungsmarkt haben.
Dafür braucht es schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen und den Mut, neue Wege beim Bauen zu gehen. Nur wenn Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten, kann es gelingen, den dringend benötigten Wohnraum in Hamburg zu schaffen.

