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Opposition wirkt: Was fünf Jahre parlamentarische Arbeit konkret verändert haben

Nach mehr als fünf Jahren Arbeit in der Hamburgischen Bürgerschaft ist es Zeit, transparent zu machen, was ich als Oppositionsabgeordneter erreichen konnte. Ein strukturelles Problem bleibt: Anträge der Opposition werden von der rot-grünen Regierungskoalition in der Regel abgelehnt – unabhängig von ihrer Qualität. Sie stammen von der politischen Konkurrenz und finden daher keine Mehrheit.

Gerade deshalb ist ein anderes Instrument zentral: Schriftliche Kleine Anfragen (SKA). Sie zwingen den Senat zur Auskunft, legen Missstände offen und erzeugen öffentlichen wie politischen Handlungsdruck. Dieses Instrument habe ich konsequent genutzt – mit messbaren Erfolgen. In vielen Fällen folgten aufgedeckte Defizite konkrete Korrekturen, neue Konzepte oder Investitionen.

Ein Beispiel vorweg: Anwohnerinnen und Anwohner in Bramfeld-Nord durften ihren eigenen PV-Strom nicht ins Netz einspeisen. Erst nach meiner Intervention hat der Senat gehandelt.
https://www.sandrokappe.de/opposition-wirkt-einige-anwohner-in-bramfeld-durften-den-eigenen-pv-strom-nicht-ins-netz-einspeisen-erst-nach-intervention-der-cdu-hat-der-senat-gehandelt/

Nachfolgend eine Auswahl von 18 konkreten Ergebnissen, die durch meine parlamentarische Arbeit angestoßen wurden:

1.) Appelhoffweiher – altes Schmutzwasserpumpwerk von HAMBURG WASSER (22/257, 22/794)
Durch meine Anfrage wurde geklärt, dass das Pumpwerk nicht mehr benötigt wird. Daraus entstand die Idee einer Hundewiese.

2.) Fehlende Telefonnummern auf Spielplatzschildern (22/537, 22/2777, 22/7289)
Offengelegt wurde ein Flickenteppich bei Mängelmeldungen. Auf CDU-Initiative erfolgt nun eine Vereinheitlichung.

3.) Verschweigt der Senat das Hamburger Baumdefizit? (u. a. 22/670, 22/813, 22/886, 22/1048, 22/1975, 22/2709, 22/2946, 22/3778, 22/3907, 22/4992, 22/5236, 22/5504, 22/7288)
Aufgedeckt wurde: Seit 2015 sind über 20.000 Bäume verschwunden – nicht nur Straßenbäume, sondern auch Privat- und Grünflächenbäume.

4.) Umweltschutz: Bezirke auskömmlich finanzieren (22/1891, 22/2277, 22/2509, 22/2713)
Die Unterfinanzierung der Bezirke wurde belegt und dem Senat offiziell angezeigt.

5.) U5-Bau Gründgensstraße: Basketball- und Skatepark ohne Ersatz? (22/2516, 22/6021)
Die Hochbahn hatte den Ersatz schlicht vergessen – erst durch die SKA wurde nachgebessert.

6.) Steilshoop-Nord: Schrottautos und Müll (22/2712, 22/3295, 22/7686)
Nach den Anfragen wurden Fahrzeuge und Müll entfernt.

7.) Behördendächer für Photovoltaik verpachten (u. a. 22/2738, 22/5068, 22/5154, 22/5299, 22/5414, 22/6591, 22/6736, 22/7375)
Offengelegt wurde der massive Rückstand bei PV auf Behördendächern. Der Senat stellte daraufhin mehr Mittel für die Ertüchtigung bereit.

8.) Virenmonitoring über Abwasser (22/3250)
Hamburg hatte kein Monitoring. Nach CDU-Druck wurde es eingeführt.

9.) Bewässerungskonzept für Stadtbäume (22/3741)
Kein Konzept vorhanden – erst danach wurden Haushaltsmittel freigegeben.

10.) Sportplatz Stühm-Süd soll Wohnungsbau weichen (22/3779, 22/3966, 22/7383)
Die falschen Begründungen des Senats wurden offengelegt. Erweiterte Spielzeiten wären rechtlich möglich – wurden aber nicht geprüft.

11.) Tote Fische in der Seebek / Appelhoffweiher (22/4139, 22/4858, 22/5160, 22/5439, 22/7116)
Die Ursachen wurden sichtbar gemacht; ein Lösungskonzept soll nun erarbeitet werden.

12.) Illegale Elektroschrott-Sammler vor Wertstoffhöfen (22/4184, 22/7147)
Ein jahrelang ignoriertes Problem wurde endlich angegangen.

13.) Wasserverbrauch der Stadt und öffentlicher Unternehmen (22/5270, 22/5518, 22/5581)
Der Senat kannte den eigenen Verbrauch nicht – inzwischen wird er systematisch erfasst.

14.) Überprüfung von Entwässerungsanlagen städtischer Immobilien (22/5505, 22/5578, 22/5804, 22/6297, 22/7937)
Die Verwaltung hinkte hinterher. Folge: mehr Zeit und Fairness für private Haushalte.

15.) Personelle Vakanzen in Bezirksämtern (22/5983)
Allein in Wandsbek lag die Unterbesetzung bei rund 20 Prozent. Danach begann der Abbau der Defizite.

16.) Verschmutzungen am Appelhoffweiher (22/7116)
Die Ertüchtigung einer Regenwasserbehandlungsanlage wird nun umgesetzt.

17.) Sicherung der Notbrunnen bei Stromausfall (22-10061)
Erst nach CDU-Anfrage arbeitet der Senat an einem Konzept für einen stadtweiten, zweitägigen Stromausfall.

18.) Beschäftigungsquote schwerbehinderter Menschen in öffentlichen Unternehmen
Die CDU-Anfrage legte offen: Viele öffentliche Unternehmen verfehlen die gesetzliche Quote – der Senat sah jahrelang weg.
https://www.sandrokappe.de/vizebuergermeisterin-fegebank-macht-sich-fuer-gleichstellung-stark-nur-in-der-eigenen-behoerde-nicht-behoerde-fuer-gleichstellung-liegt-unter-der-quote-von-6-bei-beschaeftigung-von-mensche/

Opposition kann gestalten – nicht trotz, sondern gerade durch konsequente Kontrolle. Schriftliche Anfragen sind kein Selbstzweck, sondern ein wirksames Werkzeug, um Transparenz herzustellen und Veränderungen anzustoßen.