Wer Missstände sieht, sollte nicht wegschauen. Und wer berechtigte Sorgen hat, sollte sich nicht entmutigen lassen, wenn Veränderungen nicht sofort eintreten. Das Beispiel der Tierhaltungen im Bereich der Haldesdorfer Straße zeigt eindrucksvoll: Beharrlichkeit, Hinweise aus der Nachbarschaft und konsequentes Nachfragen können am Ende etwas bewirken.
In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner bei mir gemeldet. Die geschilderten Probleme waren vielfältig: hygienische Zustände, Geruchsbelästigungen, Sorgen um das Tierwohl sowie die Frage, ob Beschwerden von den zuständigen Behörden überhaupt ausreichend verfolgt werden.
Um Klarheit zu schaffen, habe ich den Senat mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage um Auskunft gebeten. Die Antwort (Drucksache 23/4121) zeigt, dass die Behörden seit mehreren Jahren wiederholt mit Beschwerden zu unterschiedlichen Tierhaltungen und Tierhaltern im Bereich der Haldesdorfer Straße befasst waren.
Die Zahlen sprechen für sich:
| Jahr | Beschwerden | Vor-Ort-Kontrollen | Maßnahmen |
|---|---|---|---|
| 2020 | 0 | – | – |
| 2021 | 1 | 1 | Belehrung |
| 2022 | 1 | 1 | Belehrungsschreiben |
| 2023 | 3 | 1 | Bußgeld, Sicherstellung eines Tieres, Weitergabe an das Institut für Hygiene und Umwelt wegen möglichem Schadnagerbefall |
| 2024 | 3 | 1 | Anordnung zu Tierhaltungsbedingungen |
| 2025 | 4 | 1 | Anordnung zu Tierhaltungsbedingungen |
| 2026 | 2 | 1 | Anordnung zu Tierhaltungsbedingungen |
Besonders auffällig ist, dass die Beschwerden und behördlichen Maßnahmen über mehrere Jahre hinweg anhielten. Das wirft zwangsläufig die Frage auf, ob die bisherigen Anordnungen und Auflagen dauerhaft umgesetzt wurden oder ob immer wieder neue Beanstandungen festgestellt werden mussten.
Umso erfreulicher ist nun die aktuelle Entwicklung.
Nach Rückmeldungen aus der Nachbarschaft und anhand aktueller Eindrücke vor Ort hat sich die Situation inzwischen deutlich verbessert. Die Flächen wurden gereinigt, größere Mengen an Kot entfernt, Maßnahmen zur Rattenbekämpfung durchgeführt und auch die zuvor vielfach beklagte Geruchsbelästigung ist derzeit erheblich zurückgegangen.
Das beigefügte aktuelle Foto zeigt eine deutlich aufgeräumtere Situation als noch in der Vergangenheit von Anwohnern beschrieben wurde.
Diese Entwicklung ist kein Zufall. Sie zeigt, dass Hinweise aus der Bevölkerung, behördliche Kontrollen und konsequentes Nachfassen Wirkung entfalten können. Deshalb habe ich mich auch ausdrücklich beim zuständigen Bezirksamt und den beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Bearbeitung der Hinweise bedankt.
Gleichzeitig gilt: Wachsamkeit bleibt wichtig. Ob die Verbesserungen dauerhaft Bestand haben, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Die Nachbarschaft wird die Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgen.
Das Beispiel zeigt aber vor allem eines: Missstände sollte man niemals einfach hinnehmen. Auch wenn Veränderungen manchmal lange dauern, lohnt es sich, Probleme anzusprechen, Hinweise zu geben und nachzuhaken. Am Ende setzt sich häufig das Recht durch – vorausgesetzt, man bleibt dran.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 23/4121 der Hamburgischen Bürgerschaft.

