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Steilshoop im Fokus – nur ein einziger Streetworker

Steilshoop, einer der am stärksten belasteten Stadtteile Hamburgs, verfügt über genau eine einzige Vollzeitstelle in der Straßensozialarbeit. Eine Stelle für rund 20.000 Einwohner – und das seit Jahren unverändert. Während sich die sozialen Herausforderungen verschärfen, bleibt die Unterstützung für die Jugend nahezu vollständig stehen.

Steilshoop kämpft seit Jahrzehnten mit strukturellen Problemen. Armut, Perspektivlosigkeit, hohe Fluktuation und zunehmende Konflikte prägen das Umfeld vieler junger Menschen. Dass es hier regelmäßig zu Halloween- oder Silvester-Ausschreitungen kommt, überrascht niemanden, der die Situation kennt. Wer sich nicht um die Jugend kümmert, darf sich über Eskalationen nicht wundern.

Dennoch reagiert der Senat nicht. Es gibt keine Pläne für zusätzliche Stellen, keine Überlegungen zur Erweiterung des Angebots, keine Modernisierung, keine strukturellen Anpassungen. Steilshoop bleibt sich selbst überlassen – mit einem minimalen Personalansatz, der schon vor zehn Jahren unzureichend gewesen wäre.

Aufsuchende Jugendsozialarbeit ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung dafür, junge Menschen frühzeitig zu erreichen, Konflikte zu entschärfen und soziale Stabilität zu schaffen. Doch in Steilshoop ist diese Arbeit faktisch auf eine Einzelperson reduziert. Für einen Stadtteil, der immer wieder als „Brennpunkt“ bezeichnet wird, ist das ein politisches Versagen.

Hamburg braucht eine Sozialpolitik, die die Realität anerkennt: Steilshoop benötigt deutlich mehr Straßensozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter, wenn sich die Lage nachhaltig verbessern soll. Der jetzige Zustand ist nicht tragbar – und er wird sich ohne ein entschiedenes Umsteuern weiter verschärfen.

Quelle: Drucksache 23/2044