Auch in diesem Jahr war ich wieder unterwegs, um die Stolpersteine in Bramfeld zu putzen. Nach dem langen, harten Winter waren manche der Steine kaum noch erkennbar – Schmutz, Laub und Witterung hatten ihre Spuren hinterlassen.
Stolpersteine sind mehr als nur Messingplatten im Gehweg. Sie sind ein weltweit einzigartiges Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Jeder Stein trägt den Namen eines Menschen, der deportiert, ermordet, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurde. Verlegt vor dem letzten Wohnort, holen die Steine die Erinnerung zurück in den Alltag – dorthin, wo diese Menschen gelebt haben. Sie machen Geschichte greifbar, persönlich und konkret. Gerade in einer Zeit, in der immer weniger Zeitzeugen leben, sind die Stolpersteine ein unverzichtbarer Teil unserer Erinnerungskultur.
Doch nur, wenn die Steine sichtbar bleiben, können sie ihre Aufgabe erfüllen. Ein verdreckter, unleserlicher Stein verliert seine Wirkung – und damit seine Würde.
Deshalb meine Bitte: Wenn auch in eurer Nachbarschaft Stolpersteine verlegt sind, schaut doch gerne mal, ob diese nicht auch einen Frühjahrsputz gebrauchen könnten. Es ist eine kleine Geste – aber eine mit großer Bedeutung.
Gegen das Vergessen!

