Stromnetz HH und das Parkhaus in der Bannwarthstraße – aktueller Stand

Auch die dritte Anfrage an den Senat bzgl. des geplanten Parkhauses in der Bannwarthstraße bleibt schwammig und offenbart keine neuen Fakten.

 

Weder wird die Anzahl der Geschosse preisgegeben, noch präzisiert, wie durch den Neubau an anderer Stelle Flächen entsiegelt werden sollen.

 

Weiterhin steht zu befürchten, dass ein Großteil des Jahrzehnte alten Baumbestandes weichen muss.

Wie bereits berichtet, plant die Stromnetz HH GmbH, auf dem Grundstück an der Bannwarthstraße (Flurstücke 7121, 7122 und Teile von 5060) ein Parkhaus zu errichten. Ein entsprechender Bauantrag wurde am 15. Mai 2020 beim zuständigen Bezirksamt eingereicht. (Näheres lesen Sie hier)

 

Besonders bedauernswert erscheint die Tatsache, dass ein Großteil des dort vorhandenen Baumbestandes weichen soll.

 

Viele Anwohner/innen haben mich gebeten, in dieser Sache hartnäckig zu bleiben. Also habe ich ein drittes Mal beim Senat nachgefragt (Drucksache 22-01494), wie der aktuelle Stand der Planungen ist.

 

Leider muss ich berichten, dass die Antwort wieder einmal ausweichend ausfällt. Nach wie vor scheint die Überarbeitung nicht abgeschlossen zu sein, sodass keine Auskunft über die zu erwartende Höhe des Neubaus gegeben werden kann.

 

Für mich ist es schlicht nicht ersichtlich, warum das städtische Unternehmen nicht den aktuellen Stand diesbezüglich offenbaren will.

 

Ebenso kann nach wie vor nicht konkretisiert werden, welche und wie viele bestehende Parkflächen durch den Bau entfallen sollen.

 

Genauso schwammig erscheint die wieder einmal bemühte Formulierung, dass mit dem Bau das Ziel verfolgt wird, auf den Flächen der Gesamtliegenschaft (circa 100.000 m²) die versiegelte Fläche in einer Größenordnung von bis zu circa 15.000 m² Fläche zu entsiegeln. Die versprochene Schaffung von mehr Grünflächen erscheint löblich, jedoch vermisst man hier erneut konkretere Angaben.

 

Die Behauptung, dadurch die Attraktivität des Standortes verbessern zu wollen, erscheint gerade zu grotesk. Vermutlich ist hier der Standort der Stromnetz HH GmbH gemeint. Die direkten Anwohner/innen im Hegholt werden sich jedenfalls nicht über das erneute Verschwinden eines der immer rarer gesäten Baumstreifen freuen. Vor allem nicht, wenn man diesen gegen ein mehrgeschossiges Parkhaus tauscht.

 

Zweifelhaft bleibt dann auch die Behauptung, dass durch den Bau zusätzliche Parkkapazitäten geschaffen werden, weil die umliegenden Wohngegenden, die bisher teils als Ausweichparkgebiete gedient haben sollen, entlastet werden.

 

Wenn der bisherige Parkplatz schon so gut wie nie ausgelastet ist, erscheint dies wenig glaubhaft.

 

Ich bleibe weiter aufmerksam und informiere Sie über neue Entwicklungen!

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Kommentare: 2
  • #1

    Anne (Samstag, 10 Oktober 2020 13:14)

    Moin, sind die Beamten wirklich so großartig darin, sich beim Warten zuzuschauen? Oder weshalb hat keiner den Mumm den Bauantrag abzulehnen, da ein unsinniges Parkhaus einfach unsinnig und ohne vertretbaren Nutzen bleibt, auch wenn der Bauantrag von einem Prominenten Unternehmen wie Vattenfall eingereicht wird?
    Auf Sicht braucht die Stadt HH eh weniger Parkplätze, da das Thema Mobilität im Wandel ist. Und wenn in der Nähe noch bald die U-Bahn fährt, braucht man noch weniger Parkplätze für Beschäftigte!

  • #2

    Stephan Hanke (Samstag, 10 Oktober 2020 14:19)

    Es ist ja wohl grotesk und aberwitzig zu glauben, die Anwohner des Hegholtes freuten sich über einen weiteren Betonklotz namens Parkhaus, wenn Ihnen 3/4 des Wäldchens vor der Tür weggerodet wird. Wenn man bedenkt, dass angeblich eine ökologische Partei im Senat sitzt, sollte man sich fragen, ob diese nur noch für Schanzenbewohner und Neue Flora-Aktivisten wählbar ist.