Ich war letztens im Stadtteilarchiv Bramfeld und habe mir alte Karten und Unterlagen angeschaut. Eigentlich einfach aus Interesse – ein bisschen in die Geschichte unseres Stadtteils eintauchen. Und dann blieb mein Blick plötzlich an einer Karte hängen. Ich musste wirklich zweimal hinsauen.
Da stand tatsächlich: Adolf-Hitler-Straße.
Ich dachte erst: Das kann doch nicht sein. Die heutige Fabriciusstraße? Unsere Fabriciusstraße? Die Straße, die heute für uns ganz selbstverständlich zu Bramfeld gehört? Ich war wirklich sprachlos. Schon unfassbar, wenn man sich vorstellt, dass man heute ganz normal dort entlangfährt, einkauft oder spazieren geht – und genau diese Straße einmal den Namen Adolf Hitlers trug.
Auf einmal ist Geschichte nicht mehr weit weg. Nicht irgendein Kapitel aus einem Schulbuch. Sondern mitten bei uns. Direkt vor unserer Haustür. Das hat mich wirklich nachdenklich gemacht.
Spannend ist auch die Geschichte dahinter: Ursprünglich hieß die Straße Cornehlstraße, benannt nach einer Gärtnerfamilie aus der Gegend. 1933 erfolgte dann die Umbenennung zur Adolf-Hitler-Straße. Hintergrund war der Personenkult der Nationalsozialisten. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erhielt sie ihren heutigen Namen Fabriciusstraße. Benannt wurde sie nach dem Gelehrten Johann Albert Fabricius, der unter anderem Rektor des Johanneums war und als bedeutender Hamburger Wissenschaftler galt. Die geplante Umbenennung war sogar bereits in der NS-Zeit vorgesehen, wurde aber kriegsbedingt erst später umgesetzt.
Solche Funde zeigen für mich, wie viele Geschichten in Bramfeld verborgen sind. Man fährt jeden Tag an Orten vorbei und ahnt überhaupt nicht, was dort früher einmal war. Umso spannender ist so ein Besuch im Stadtteilarchiv – denn manchmal entdeckt man Dinge, die einen wirklich schlucken lassen.
Weitere Informationen:
Hamburger Straßennamen – Fabriciusstraße

