Der Alte Wall zwischen Rathausmarkt und Adolphsplatz wird erneut umgebaut. Dabei werden bereits hergestellte Flächen wieder geöffnet, um nachträglich Straßenbäume zu pflanzen und die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Bereits 2018 war der Straßenraum im Zuge der Umgestaltung des Nikolaiquartiers für rund 1,5 Millionen Euro neu gestaltet worden. Finanziert wurde diese Maßnahme vom Business Improvement District Nikolaiquartier und weiteren Grundstückseigentümern. Nach Angaben des Senats handelte es sich allerdings nur um ein Provisorium: Der verwendete Bodenbelag sei nicht dauerhaft tragfähig gewesen.
Straßenbäume waren damals ausdrücklich nicht vorgesehen. Der Senat begründet dies damit, dass der historische Wallring an dieser Stelle keine Baumpflanzungen aufgewiesen habe. Die Planung habe sich an den damaligen städtebaulichen und denkmalpflegerischen Vorgaben orientiert.
Inzwischen hat der Senat seine Prioritäten geändert und nachträgliche Baumpflanzungen zur Klimaanpassung beschlossen. Die endgültige Herstellung des Alten Walls kostet nun weitere rund 1,9 Millionen Euro. Dieses Geld kommt aus dem Haushalt der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen.
Damit fließen insgesamt rund 3,4 Millionen Euro in die beiden aufeinanderfolgenden Umgestaltungen. Die aktuelle Summe umfasst allerdings nicht nur die Baumpflanzungen, sondern die gesamte endgültige Herstellung des Straßenraums.
Bäume in der Innenstadt sind richtig und angesichts zunehmender Hitze dringend notwendig. Trotzdem stellt sich die Frage, warum die Klimaanpassung nicht schon 2018 berücksichtigt wurde. Gute Planung hätte verhindern können, dass bereits gestaltete Flächen wenige Jahre später erneut aufgebrochen werden müssen.
Quelle: Schriftliche Kleine Anfrage von Sandro Kappe und Antwort des Senats, Bürgerschaftsdrucksache 23/5166 vom 8. September 2026.

