Rot-Grün pflanzte innerhalb von fünf Jahren mindestens 8.975 Bäume sowie 11,7 ha Wald nicht nach - Im Jahr 2021 Defizit von 1.367 Bäumen geplant

Wald- und Baumschutz ist Klimaschutz - Oppositionsarbeit wirkt: Senat plant von der CDU gefordertes Nachpflanzungskonzept – Höchste Zeit; Rot-Grün pflanzte innerhalb von fünf Jahren mindestens 8.975 Bäume sowie 11,7 ha Wald nicht nach – Im 2021 wird mit einem Defizit von mindestens 1.367 Bäumen gerechnet. Antrag der CDU jeden Baum mindestens 1 zu 1 nachzupflanzen wurde ohne Begründung abgelehnt. Klimaschutz geht anders. 

 

Zu den wesentlichen Elementen des Hamburger Baumbestandes gehören gemäß Senat die Bäume des öffentlichen Grüns, Straßenbäume, Wälder sowie Bäume auf privatem Grund. Der langfristige Schutz und Erhalt der Straßenbäume sei dem Senat ein wichtiges Anliegen (22/2237). Trotz dieser Aussage sind im Zeitraum von 2008 bis 2019 12.382 Straßenbäume nicht nachgepflanzt worden. Seit 2015 wurden unter rot-grün 11,7 ha Wald und mindestens 8.975 Bäume (3.515 Straßenbäume, 2.059 Bäumen in Grünanlagen sowie 3.401 Bäume auf Privatgrund) gefällt und nicht nachgepflanzt worden. Bei den Fällungen in Grünanlagen sowie auf Privatgrund möchte der Senat keine Transparenz schaffen und nur bei einzelnen Bezirksämtern mitteilen wie viele Bäume gefällt und wie viele nachgepflanzt worden sind. Fraglich ist, wie das Ziel, den Baumbestand konstant zu erhalten, möglich ist, wenn die tatsächlichen Zahlen nicht dokumentiert werden. 

 

Jeder gefällte Baum muss endlich mindestens 1 zu 1 nachgepflanzt werden, damit der Baumbestand konstant bleibt. Die Hamburger CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte bereits Mitte des Jahres beantragt, dass jeder Baum mindestens 1 zu 1 nachzupflanzen ist. Dieser Antrag wurde ohne Begründung von rot-grün abgelehnt (22-1103). 

Die Bezirke müssen endlich ausreichend finanziert werden. Pro Straßenbaum und Jahr erhalten die Berliner Bezirksämter im Rahmen ihres Globalsummenhaushaltes vom Berliner Senat derzeit rd. 80 Euro für die Pflege des Straßenbaumbestandes und für Pflanzungen (Drs: 18-25381). Gemäß Drucksache 22/1852 erhalten die Hamburger Bezirksämter für den Unterhalt von Straßenbäumen 3,6 Millionen Euro. Bei einem Gesamtstraßenbaumbestand von 224.886 Bäumen im Jahr 2019 stellt der Senat somit lediglich 16 Euro für die Pflege von Straßenbäumen zur Verfügung. Der Senat in Berlin plant eine Erhöhung der Mittel für die Bäume um 15 Millionen und die Stadt Bremen um 30 Prozent. Der Hamburger Senat sieht hierfür kein Erfordernis. 

 

Wir benötigen Bäume, damit CO2 absorbiert, Sauerstoff produziert und das städtische Mikroklima durch Verdunstung und Beschattung verbessert wird. Jeder einzelne Baum ist für die Lebensqualität und das Stadtklima  – und damit für die Gesundheit der Einwohner/innen – von erheblicher Bedeutung. 

 

Hintergrund

 

Nachpflanzungskonzept 

Mit Drucksache 22/1103, Punkt 4, habe ich mit meiner Fraktion ein Nachpflanzungskonzept gefordert. Mithilfe des Konzeptes sollte evaluiert werden, wie viele freie Baumstandorte im Hamburger Stadtgebiet vorhanden sind und welche Nachpflanzungspotenziale auf den Grundstücken der Stadt Hamburg existieren. Dies wurde von der rot-grünen Koalition unbegründet abgelehnt. Nun teilt der Senat mit Drucksache 22/2406 mit, dass entsprechende Konzepte für die Entwicklung von Pflanzstandorten in den Jahren 2021/22 fertiggestellt werden sollen. Der Antrag der CDU-Bürgerschaftsfraktion wird endlich umgesetzt. 

Zusammen mit meiner CDU-Bezirksfraktion Wandsbek fordere ich seit Jahren ein Nachpflanzungskonzept ein. Nun sucht ein externer Gutachter neue Baumstandorte im Bezirk Wandsbek. Als Antwort auf eine CDU-Anfrage, wurde ein externes Gutachten für neue Baumstandorte als nicht zielführend eingestuft, da die externen Prüfer mit den spezifischen lokalen Verhältnisse (Stromleitungen etc.) nicht vertraut wären. Nach anhaltendem massivem Druck seitens der CDU, hatte die Bezirksversammlung im Januar (Drucksache 21-0963) dann doch beschlossen, dass durch externe Prüfung neue Baumstandorte ermittelt werden sollten. Toll, dass die Initiative der CDU-Wandsbek sowie unser Antrag in der Bürgerschaft beim Senat Berücksichtigung gefunden hat.  

Auch folgende Bezirke haben bereits eine Nachpflanzungsquote beschlossen, die jedoch in den letzten Jahren mangels ausreichender finanzieller Ressource der Bezirke nicht umgesetzt wurde. 

Im Bezirk Bergedorf müssen Bäume oder Gehölze, die entfernt werden, im Verhältnis von mindestens eins zu 1,5 möglichst durch heimische Gehölze ersetzt werden (für jeden gefällten Baum 1,5 neue, großkronige Laubbäume), (BV-Drs. 21-0499)  

Im Bereich des Bezirksamts Hamburg-Nord wird seit Beschluss der Bezirksversammlung im Jahr 2014 im Verhältnis eins zu eins nachgepflanzt. Dies betrifft jeden gefällten Baum unabhängig vom jeweiligen Fällgrund. Bei Fällungen, an deren Standort aus fachlicher Sicht eine Ersatzpflanzung nicht möglich ist (zum Beispiel bauliche Zwänge durch Straßenbaumaßnahmen/Konkurrenzdruck durch Bäume auf Privatgrund), erfolgt die Pflanzung auf den Ausschüssen zu benennenden Alternativstandorten.  

In den Bezirksämtern Hamburg-Mitte, Altona, Eimsbüttel und Harburg gibt es keine festen Nachpflanzungsquoten. Ziel ist aber, gefällte Bäume adäquat nachzupflanzen und zum Beispiel bei übergeordneten Straßenplanungen möglichst viele neue Standorte für Baumpflanzungen vorzusehen.  

 
Straßenbäume 

Seit Jahren ist bekannt, dass nicht jeder gefällte Straßenbaum nachgepflanzt wird. Laut Drs. 22/339 und 22/2237 gab es in den sieben Bezirken von 2015 bis 2019 insgesamt bei Straßenbäumen 12.893 Fällungen und 9.378 Nachpflanzungen. Das ergibt in diesem Zeitraum ein Defizit von 3.515 Straßenbäumen. Für den Zeitraum 2008 bis 2019 liegt das Defizit insgesamt bei 12.382 Straßenbäumen (22/2237).  

 

Waldfläche 

Im Zeitraum von 2015 bis 2019 wurden ca. 17 ha Wald in Hamburg gerodet und in andere Nutzungsarten umgewandelt. Gleichzeitig wurden in diesem Zeitraum in Hamburg ca. 5,3 ha Wald erst aufgeforstet (22/2406). Erhebliche Sturm- und Borkenkäferschäden haben den Wald ebenfalls schrumpfen lassen. Die natürliche Verjüngung des Waldes ist nicht berücksichtigt. Es lässt sich jedoch klar benennen: Der Hamburger Wald hat qualitativ und quantitativ in den letzten Jahren eingebüßt.  

Mit Drucksache 22-2555 teilt der Senat mit, dass für den Waldbestand in Hamburg der Senat an dem gesetzlichen Ziel und der Verpflichtung festhält, den Wald zu erhalten und erforderlichenfalls zu mehren. Dieses Ziel wurde offensichtlich verfehlt.  Seit 2015 wurden 11,7 Hektar gerodeter Wald nicht nachgepflanzt: 

Jahr 

Bezirk 

Summe 

Altona 

Bergedorf 

Eimsbüttel 

Harburg 

Hamburg-Nord 

Wandsbek 

2015 

  

  

  

  

  

  

0,0 

2016 

  

0,1 

0,7 

  

8,6 

  

9,4 

2017 

  

0,1 

3,7 

  

  

0,1 

3,9 

2018 

  

  

1,7 

0,3 

1,7 

  

3,7 

2019 

0,0 

  

  

0,0 

  

  

0,0 

Summe 

0,0 

0,2 

6,1 

0,3 

10,3 

0,1 

17,0 

Quelle: Drucksache: 22-2555, Antwort 33 

 

 

Wie erfolgt die Nachpflanzung bei gerodeten Wäldern?

 

 Der Senat teilt mit Drucksache 22-2709 mit, dass die Festsetzung einer Waldersatzfläche als Bedingung und Auflage für eine Rodung und Umwandlung von Wald in der Rodungsgenehmigung oder Planfeststellung erfolgt. Die Größe und räumliche Verortung der jeweiligen Waldersatzfläche richtet sich nach dem umzuwandelnden Bestand und seinen Funktionen sowie nach den Bedingungen der Neuaufforstungsfläche. Bei dem festzulegenden Flächenausgleichsfaktor ist zu berücksichtigen, dass die neu aufgeforstete Fläche gegebenenfalls erst nach vielen Jahren die Funktionen der umzuwandelnden Waldfläche erfüllen kann. Über zukünftige Festsetzungen kann zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.

Fazit: Eine feste Nachpflanzungsquote für gerodete Waldflächen hat der Senat bisher nicht definiert.

 

 

Insbesondere Wälder schützen das Klima und sind daher zwingend zu schützen. Waldböden sind perfekte Wasserfilter. Muss andernorts viel Geld in Filteranlagen gesteckt werden, macht das der Wald ganz alleine – und das ohne eine teure Entwässerung und Kanalisation. Der Wald bietet viele Bodenschichten, durch die das Regenwasser fließt, bevor es den Grundwasserspiegel erreicht. Jede dieser Bodenschicht ist Teil eines ausgeklügelten Filtersystems. Daher sollten die Wälder in Hamburg grundsätzlich nicht gefällt werden. Sollte eine Fällung dennoch erforderlich sein, sollte eine Nachpflanzung in einem Verhältnis von 1 zu 4 erfolgen, um schnellst möglichst das ursprüngliche Grünvolumen zu erreichen.

 

Bäume auf Privatgrund, für die eine Ausgleichzahlung erfolgte, werden nicht 1 zu 1 nachgepflanzt 

Mit Drucksache 22/2555 teilt der Senat mit, dass Bäume auf privatem Grund zum Hamburger Baumbestand gehören und das Ziel bestehe den Baumbestand konstant zu halten. 

Mit Blick auf Fällungen und Nachpflanzungen auf privatem Grund liegen Zahlen nur komplett von zwei Bezirken vor. Von 2015 bis 2019 wurden 3.515 gefällte Bäume nicht nachgepflanzt (Drs. 22/339, Fragen 2 und 3). Insoweit zeigt sich schon hier ein Defizit von 2.059 Bäumen in Grünanlagen. Es fehlen jedoch noch Zahlen von fünf weiteren Bezirken. Eine Veröffentlichung lehnen Senat und die rot-grüne Koalition bisher vehement ab, obwohl diese Zahlen vorliegen. Schließlich konnten diese Zahlen bei einer großen Anfrage der CDU-Fraktion pro Woche mitgeteilt werden. 

Bei den Fällungen auf Privatgrund möchte der Senat keine Transparenz schaffen und nicht mitteilen, wie viele Bäume, für die eine Ausgleichszahlung erfolgte, nachgepflanzt worden sind. Mit Drs. 22/2212 teilt der Senat lediglich mit, dass die Ersatzzahlungen in der Regel für Baumersatzpflanzungen an Straßen, in Grünanlagen und zur Aufwertung von Biotopflächen verwendet werden. Sofern kein Platz für Ersatzpflanzungen im öffentlichen Raum vorhanden ist, werden Ersatzzahlungen bedarfsgerecht und zweckgebunden für die Finanzierung von Maßnahmen verwendet, durch die Werte oder Funktionen des Naturhaushaltes oder des Orts- und Landschaftsbildes hergestellt oder in ihrem Bestand gesichert werden. Ein Baumverlust durch die Nutzung der Mittel für andere Zwecke wird somit vom Senat eingeräumt, jedoch wird kein Erfordernis für eine statistische Erhebung gesehen. Fraglich ist, wie das Ziel, den Baumbestand konstant zu erhalten, möglich ist, wenn die tatsächlichen Zahlen nicht dokumentiert werden. 

Mit Drs. 22/2237 teilt der Senat sogar mit, dass bei der Nachpflanzung von Bäumen jeweils eine Einzelfallbetrachtung auf privatem Grund stattfindet. Welche Ersatzpflanzung jeweils angemessen und zumutbar ist, ergibt sich aus der Anlage zu den „Arbeitshinweisen zum Vollzug der Baumschutzverordnung und den dabei zu beachtenden artenschutzrechtlichen Vorschriften, Stand 1. Februar 2017“, siehe dazu auch: https://www.galk.de/component/jdownloads/send/42-baumschutzsatzungen/382-arbeitshinweise-zum-vollzug-der-baumschutzsatzung-2017. Somit kann der Senat hier auch keinen konstanten Baumbestand garantieren beziehungsweise schließt diesen sogar aus. 

Die Verwendung der Ausgleichzahlung nach der Baumschutzverordnung erfolgt für naturschutzfachliche Aufgaben in alleiniger Zuständigkeit der Bezirksämter. Eine ausschließliche Verwendung zum Zwecke von Baumnachpflanzungen ist nicht vorgesehen. Es wird insoweit nicht jeder Baum nachgepflanzt, siehe dazu auch Drs. 22/2237. Der Baumbestand nimmt somit undokumentiert jährlich ab. 

Mit Drucksache 22-2555 teilt der Senat mit, dass für den Baumbestand auf privatem Grund die Baumschutzverordnung einschlägig ist. Mit deren Umsetzung sei ein konstanter Baumbestand nicht unbedingt verbunden. Es wird insoweit nicht jeder Baum nachgepflanzt. 

Mit Drucksache 22/670 teilt der Senat mit, dass die Bezirksämter Einnahmen aus Ersatzzahlungen privater Fällanträge für die Nachpflanzung von Bäumen nutzen sollen. 

 

Grünanlagen 

Mit Blick auf Fällungen und Nachpflanzungen in Grünanlagen liegen Zahlen nur von drei Bezirken vor. Von 2015 bis 2019: 4.261 Fällungen, 2.202 Nachpflanzungen (Drs. 22/813, Fragen 16 und 17). Insoweit zeigt sich schon hier ein Defizit von 2.059 Bäumen in Grünanlagen. Es fehlen jedoch noch Zahlen von vier weiteren Bezirken. Eine Veröffentlichung lehnen Senat und die rot-grüne Koalition bisher vehement ab, obwohl diese Zahlen vorliegen. Schließlich konnten diese Zahlen bei einer großen Anfrage der CDU-Fraktion pro Woche mitgeteilt werden. 

 

Planungen für das Jahr 2021 – 1.367 Bäume sollen nach derzeitigen Planungen nicht nachgepflanzt werden 

Derzeit liegen den Bezirksämtern Kenntnisse zu 2.744 Bäumen vor, die aufgrund von bekannten Schäden spätestens im Jahr 2021 gefällt werden müssen. In den Bezirksämtern liegen derzeit Planungen zu 336 Bäumen vor, die aufgrund von Baumaßnahmen im nächsten Jahr gefällt werden müssen. Aktuell liegen konkrete Planungen zu 1.713 Nachpflanzungen vor, jedoch sind die Überlegungen in den Bezirksämtern dazu noch nicht abgeschlossen. 

Im Jahr 2021 sollen nach derzeitigen Stand 3.080 Bäume gefällt und lediglich 1.713 nachgepflanzt werden (22/2406).  

 

Auswirkungen der vergangenen trockenen Sommermonate der Jahre 2018, 2019 und 2020 auf den Baumbestand - Bewässerung erforderlich 

Im Straßenbaumbestand wurden insbesondere eine verstärkte Totholzbildung, eine Zunahme von Baumkrankheiten wie z. B. Massaria bei Platanen und in 2020 auch vermehrt abgestorbene Jung- sowie Altbäume beobachtet. Ob tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zur Trockenheit bestand oder auch andere Faktoren ursächlich waren, lässt sich aus der Sicht des Senats nicht feststellen (22/2406). 

In Grün- und Erholungsanlagen beschränkt sich die Wässerung in Hamburg i.d.R. auf Neupflanzungen während der Anwachsphase (22/2406). Hingegen hält die Stadt Bremen für die Baumbewässerung seit Jahren spezielle Wasserfässer bereit, welche von Schleppern gezogen werden. Bei Neupflanzungen setzt die Stadt Bremen vermehrt neue Techniken ein (zum Beispiel in Form von Kunststoffringen, Installation von Baumbewässerungssäcken). 

Dem Berliner Senat ist es mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 gelungen, den Bezirken für die regelmäßige Pflege der öffentlichen Straßenbäume, die die Bewässerung einschließt, zusätzliche Finanzmittel in Höhe von rd. 15 Mio. Euro je Jahr zur Verfügung zu stellen.  

In den letzten beiden Jahren hat die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz der Stadt Berlin den Bezirksämtern aufgrund der großen Hitze und Trockenheit Sondermittel für zusätzliche Wässerungen in Höhe von über 2,3 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.  

Für den kommenden Doppelhaushalt 2020/2021 wurde bereits im Entwurf des Wirtschaftsplanes für die Bremer Umweltbehörde eine Aufstockung um circa 30 Prozent für die Unterhaltung der Straßenbäume vorgesehen. In Hamburg ist derzeit keine prozentuale Erhöhung vorgesehen. 

Mit Drucksache 22-2555 teilt der Senat mit, dass Die Bewässerungskosten werden nicht gesondert veranschlagt. Sie sind in den Mitteln für die Pflege und Erhalt der Grünflächen bzw. Straßenbäume enthalten. Darüber hinaus wurden keine Sondermittel für die Bewässerung von Bäumen zur Verfügung gestellt. 

Die Stadtstaaten Bremen und Berlin machen es vor. Ein Bewässerungskonzept ist zwingend erforderlich. 

Auch die mit Drucksache 22-2555 mitgeteilten am niedrigsten gemessenen Grundwasserstände in den Jahren 2017, 2018 und 2019 machen deutlich wie wichtig eine Bewässerung ist: 

 

Messstellennummer 

Niedrigster Tagesmittelwert (m NHN) 

Datum 

Lage 

7901 

-0,99 

08.02.17 

Schluisgrove Wilhelmsburg 

7106 

-1,9 

18.03.18 

Köhlbrandbrücke 

970 

-0,75 

28.07.19 

Billwerder 

 

 

Bezirkliche Sportanlagen: Nachpflanzung sind vom Budget des Fachamts Sozialraummanagement zu tragen 

Mit Drucksache 25-2555 teilt der Senat mit, dass die Kosten für die Nachpflanzung von auf bezirklichen Sportanlagen gefällten Bäumen aus dem Budget des Fachamts Sozialraummanagement getragen werden müssen. Darüber hinaus sind keine Mittel vorgesehen. Somit werden Mittel, welche für den Sport vorgesehen sind für die Nachpflanzung von Bäumen genutzt. Eine erforderliche Nachpflanzung, durch beispielsweise einen Sturmschaden, könnte erhebliche Einschränkungen für den jeweiligen Etat zur Folge haben. Schlimmstenfalls könnten die Kosten die Schließung einer Sportanlage zur Folge haben 

 

Fällungen und Nachpflanzung auf Schulgeländen 

Mit Drucksache 22-2555 teilt der Senat mit, dass nicht bekannt ist, wie viele Bäume gefällt und nachgepflanzt worden sind.  Bei jeder Baumfällung auf Schulgrundstücken wird die Genehmigung beim zuständigen Bezirksamt beantragt. Dabei wird jeder Einzelfall bewertet. Ob eine Ersatzpflanzung oder eine andere Ausgleichsmaßnahme notwendig und möglich ist hängt vom Einzelfall und den Gegebenheiten vor Ort ab. Es wird primär versucht, eine entsprechende Ersatzpflanzung zu realisieren. 

Dies ist problematisch, da auch die Bäume auf den Schulgeländen zum Hamburger Baumbestand gehören. 

 

 

 

Meine Forderungen: 

  • Pflanzstandorte 

Neue Pflanzstandorte sollen künftig von den Bezirksämtern durch Erstellung entsprechender Konzepte schnell und aktiv identifiziert werden. So wie es bereits auf Initiative der CDU das Bezirksamt Wandsbek bereits durchführt. Dazu hat das Unternehmen Google das Tree Canopy Lab eingerichtet, in dem Satellitenbilder mit künstlicher Intelligenz ausgewertet werden. Die erste Stadt, mit der Google zusammenarbeitet, ist Los Angeles. Los Angeles nutzt die Software für die Aufforstung der Stadt – geplant sind ein Baumbestand von 90.000 Bäumen kommendes Jahr und eine zusätzliche Pflanzung von 20.000 Bäumen pro Jahr. 

Sofern eine Ersatzpflanzung vorgenommen wird, sollte diese grundsätzlich ortsnah erfolgen, weil die für das Klima, den Naturhaushalt und das Stadt- und Landschaftsbild positiven Aspekte von Bäumen in ihrer räumlichen Wirkung begrenzt sind.  

Sollten die Baumstandorte innerhalb von Hamburg nicht ausreichen, sind auch Flächen außerhalb von Hamburg zu berücksichtigen – jeder Baum ist wichtig für das Klima. Das Klima begrenzt sich nämlich nicht nur auf die Stadt Hamburg. Mit diesen Nachpflanzungen leistet Hamburg seinen Beitrag für den Klimaschutz und kommt seiner Verpflichtung nach, jeden gefällten Baum mindestens 1 zu 1 nachzupflanzen. Hierbei sollen auch die eigenen Flächen im Hamburger Umland (beispielsweise die Flächen, welche für den Flughafen in Schleswig-Holstein vorgesehen waren) geprüft werden. 

 

  • Nachpflanzungsquote von mindestens 1 zu 1 von jeden gefällten Baum 

Die Baumschutzverordnung ist dahingehend zu erweitern, dass mit Ausnahme des § 3 jeder gefällte Baum eins zu eins nachzupflanzen ist. Sollte eine Nachpflanzung innerhalb eines Jahres durch die Stadt nicht möglich sein, hat die Stadt Hamburg für jeden nicht nachgepflanzten Baum gemäß den Vorgaben der Baumschutzverordnung und der sogenannten BUE-Liste eine Ausgleichszahlung an eine zertifizierte Organisation oder einen zertifizierten Dienstleister (beispielsweise zugelassenen Gartenbaubetrieb) zu entrichten, die/der für eine adäquate Nachpflanzung Sorge trägt; (Antrag der CDU-Fraktion 22/1103) 

 

  • Ermittlung der tatsächlich erforderlichen Nachpflanzungsquote 

Wird ein gestandener Baum gefällt, wird mehr Grünvolumen vernichtet als durch die Nachpflanzung eines „Jungbaumes“ ertüchtigt wird. Städte in NRW haben daher eine Nachpflanzungsquote von 1 zu 4 umgesetzt, um das verlorene Grünvolumen zu kompensieren. Der Senat soll prüfen, welche Nachpflanzungsquote im Durchschnitt erforderlich ist, um das durchschnittliche Grünvolumen eines gefällten Baumes innerhalb von fünf Jahren zu erreichen.  

 

  • Seit 2010 nicht nachgepflanzte Bäume sind aufzuforsten 

Seit Jahren hat der Senat das Ziel, den Baumbestand konstant zu halten. Aus der Sicht des Senats spielen Bäume eine besondere Rolle für die Lebensqualität der Menschen und für die Stadtnatur. Sie sorgen für ein angenehmes Mikroklima, prägen das Bild von Hamburg als grüne Stadt und sind darüber hinaus wichtige Feinstaubfilter und CO2-Speicher. Der langfristige Schutz und Erhalt der Straßenbäume und ganz besonders des Bestands an Altbäumen sei dem Senat ein wichtiges Anliegen. Die seit 2010 gefällten und nicht nachgepflanzten Bäume sind mindestens 1 zu 1 aufzuforsten. Sollte eine Aufforstung innerhalb von Hamburg nicht möglich sein, können auch Flächen außerhalb von Hamburg genutzt werden. Jeder nachgepflanzte Baum hilft dem Klimawandel zu begegnen. 

 

  • Bewässerung – Bewässerungskonzept ist zu erstellen. 

Es ist ein Bewässerungskonzept auch für Altbäume zu erstellen. Es ist zu prüfen, ob wie in Bremen für die Baumbewässerung spezielle Wasserfässer, welche von Schleppern gezogen werden, genutzt werden können. Oder ob mittels Speicherbehälter eine Bewässerung erfolgen kann. Nur auf nicht-heimische Baumarten zu setzen, ist keine Alternative. 

 

 

  • Pflege und Nachpflanzung der Straßenbäume – Etat muss an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden 

Der Senat sieht auch für den Haushalt 2021/2022 derzeit keine prozentuale Erhöhung vor. Die Stadtstaaten Bremen und Berlin erhöhen den entsprechenden Etat deutlich. Auch Hamburg muss den Etat am tatsächlichen Bedarf anpassen. Im ersten Schritt ist der tatsächliche durchschnittliche Bedarf pro Baum zu ermitteln. 

 

Hinweis: 

Pro Straßenbaum und Jahr erhalten die Berliner Bezirksämter im Rahmen ihres Globalsummenhaushaltes derzeit rd. 80 Euro für die Pflege des Straßenbaumbestandes und für Pflanzungen (18/25381). Auch den Bezirksämtern sollte ein fester Beitrag für die Pflege der Straßenbäume zur Verfügung gestellt werden. 

Für den kommenden Doppelhaushalt 2020/2021 wurde bereits im Entwurf des Wirtschaftsplanes für die Bremer Umweltbehörde eine Aufstockung um circa 30 Prozent für die Unterhaltung der Straßenbäume vorgesehen 

 

  • Wald – Nachforstung des nicht nachgepflanzten Waldes 

Die 11,7 ha große, nicht nachgepflanzte Waldfläche ist in Hamburg aufzuforsten. Nach Möglichkeit sind Waldflächen, die durch Stürme und den Borkenkäfer Schaden genommen haben und hier eine natürliche Verjüngung keine Alternative darstellt, schnellstmöglich aufzuforsten.  

 

  • Nachpflanzung der Bäume aus dem Etat der Umweltbehörde 

 

Um zu verhindern das Mittel bspw. für den Sport für die Nachpflanzung von Bäumen zweckentfremdet werden, sollten alle Nachpflanzungen und die Pflege von Bäumen zentral von der Umweltbehörde getragen werden.  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0