Die Antwort des Hamburger Senats auf die Schriftliche Kleine Anfrage (Drs. 23/2672 i. V. m. Drs. 23/440) ermöglicht erstmals einen detaillierten Blick auf polizeiliche Einsätze und erfasste Straftaten an der Tatörtlichkeit „Schule“ in den Stadtteilen Bramfeld, Steilshoop und Farmsen-Berne – und zwar im direkten Vergleich der Jahre 2023, 2024 und 2025.
Dabei wird deutlich: Die absolute Zahl der polizeilichen Einsätze unterscheidet sich teils erheblich zwischen den Stadtteilen, ebenso die Entwicklung über die Jahre. Zugleich weist der Senat ausdrücklich darauf hin, dass es sich um das sogenannte Hellfeld handelt – die tatsächliche Belastung dürfte höher liegen.
Polizeiliche Einsätze an Schulen: Jahresvergleich (HELS)
2023
- Bramfeld: 30 Einsätze
- Steilshoop: 8 Einsätze
- Farmsen-Berne: 36 Einsätze
2024
- Bramfeld: 19 Einsätze (–11 gegenüber 2023)
- Steilshoop: 8 Einsätze (unverändert)
- Farmsen-Berne: 31 Einsätze (–5 gegenüber 2023)
2025 (laufendes Jahr)
- Bramfeld: 17 Einsätze
- Steilshoop: 19 Einsätze
- Farmsen-Berne: 27 Einsätze
Damit zeigt sich ein klarer Trend:
Während Bramfeld seit 2023 einen Rückgang der Einsatzzahlen verzeichnet (von 30 auf 17), ist Steilshoop im laufenden Jahr 2025 deutlich auffälliger geworden (Anstieg von 8 auf 19 Einsätze). Farmsen-Berne bleibt über alle Jahre hinweg der Stadtteil mit den meisten dokumentierten Einsätzen im schulischen Umfeld
Gewaltkriminalität und Körperverletzung: PKS-Zahlen
Ein Blick in die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik (PKS) für 2024 sowie für Januar bis September 2025 verdeutlicht die Belastung zusätzlich:
Gewaltkriminalität 2024 (Tatörtlichkeit „Schule“):
- Bramfeld: 8 Fälle
- Steilshoop: 3 Fälle
- Farmsen-Berne: 3 Fälle
Bedrohungsdelikte 2024:
- Bramfeld: 8 Fälle
- Steilshoop: 1 Fall
- Farmsen-Berne: 2 Fälle
Januar–September 2025 (PKS):
- Gewaltkriminalität insgesamt:
- Bramfeld: 7
- Steilshoop: 3
- Farmsen-Berne: 7
- Vorsätzliche einfache Körperverletzung:
- Bramfeld: 16
- Steilshoop: 6
- Farmsen-Berne: 10
- Bedrohung:
- Bramfeld: 3
- Steilshoop: 2
- Farmsen-Berne: 4
Einordnung
Die Zahlen zeigen: Schulen sind kein kriminalitätsfreier Raum. Zwar schwanken die Fallzahlen von Jahr zu Jahr, doch insbesondere Körperverletzungen, Bedrohungen, Schlägereien und Hausfriedensbrüche tauchen regelmäßig in allen drei Stadtteilen auf. Der deutliche Anstieg der Einsätze in Steilshoop im Jahr 2025 wirft zusätzliche Fragen nach Prävention, Präsenz und Unterstützung der Schulen vor Ort auf.
Gleichzeitig macht der Senat klar, dass eine weitergehende Auswertung – etwa nach Unterrichtszeiten, konkreten Tatabläufen oder zuständigen Dienststellen – aufgrund des hohen Aufwands derzeit nicht leistbar ist. Umso wichtiger bleibt eine transparente, nachvollziehbare und kontinuierliche Beobachtung der Sicherheitslage im schulischen Umfeld.
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