Hitze, Starkregen und andere Wetterextreme werden auch in Hamburg zunehmend zum Thema. Die Umweltbehörde will deshalb Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen stärker dabei unterstützen, Gebäude und Grundstücke an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Neben Beratungsangeboten stehen dafür auch Fördermittel zur Verfügung.
Anlässlich der bundesweiten Woche der Klimaanpassung vom 14. bis 20. September 2026 weist die Behörde auf die verschiedenen Möglichkeiten hin.
Viele Hamburger fühlen sich noch nicht ausreichend vorbereitet
Nach Angaben der Umweltbehörde zeigen zwei repräsentative Umfragen aus diesem Jahr, dass Extremwetter von immer mehr Menschen wahrgenommen wird. Bereits im Frühjahr gaben demnach 90 Prozent der Befragten an, entsprechende Veränderungen deutlich wahrzunehmen. Gleichzeitig fühlte sich lediglich rund ein Drittel gut auf die Folgen vorbereitet.
Nach dem heißen Sommer stieg der Anteil derjenigen, die Extremwetter wahrnehmen, auf 94 Prozent. 71 Prozent empfinden insbesondere Hitze als besondere Belastung.
Damit stellt sich zunehmend die praktische Frage, wie Häuser, Wohnungen und Grundstücke besser vor Hitze und Starkregen geschützt werden können.
Kostenlose Beratung für Gebäudeeigentümer
Gebäudeeigentümer können dafür unter anderem die kostenlose Beratung der Hamburger Energielotsen nutzen. Im Rahmen eines Klimaanpassungs-Checks wird betrachtet, welche konkreten Gefahren beispielsweise durch Starkregen oder Hitze bestehen und welche Schutzmaßnahmen infrage kommen.
Dabei können auch Möglichkeiten zur finanziellen Förderung aufgezeigt werden.
Ein weiterer Baustein ist das Hamburger Projekt RISA – RegenInfraStrukturAnpassung. Ziel ist es, Regenwasser stärker vor Ort aufzunehmen, zu speichern oder versickern zu lassen und gleichzeitig die Vorsorge gegen Starkregen zu verbessern.
Bis zu 50 Prozent Förderung für Klimaanpassung
Interessant für private Grundstückseigentümer und Unternehmen ist insbesondere das RISA-Förderprogramm. Unterstützt werden verschiedene Maßnahmen nach dem Prinzip der sogenannten Schwammstadt.
Für Zisternen ab einem Volumen von 2.000 Litern können Zuschüsse von 30 bis 40 Prozent für Anschaffung, Bau und Installation gewährt werden.
Bei Versickerungsflächen liegt die Förderung bei 30 bis 50 Prozent. Dazu gehören beispielsweise Flächenversickerungen, Versickerungsmulden und Mulden-Rigolen-Systeme.
Auch die Entsiegelung und anschließende Begrünung von Flächen wird unterstützt. Bei Flächen ab zehn Quadratmetern können 30 bis 50 Prozent der Kosten für Planung, Abbruch, Entsorgung und Begrünung gefördert werden.
Nach Angaben der Umweltbehörde wurden innerhalb der vergangenen zwei Jahre bereits rund 330 Projekte mit insgesamt etwa 670.000 Euro gefördert.
Weitere Informationen zum Förderprogramm und zu möglichen Maßnahmen gibt es unter:
Aktionswoche vom 14. bis 20. September
Während der Woche der Klimaanpassung gibt es zudem verschiedene Veranstaltungen in Hamburg.
Das EnergieBauZentrum am Elbcampus in Harburg bietet unter anderem Veranstaltungen, eine kleine Messe und Führungen durch seine Dauerausstellung an. Dabei geht es beispielsweise darum, wie sich Schäden durch Starkregen am eigenen Gebäude reduzieren lassen und welche Möglichkeiten es gibt, Wohnräume bei hohen Temperaturen besser zu schützen.
Weitere Veranstaltungen finden in verschiedenen Bezirken statt. Dazu gehören ein Klimafest in Hamburg-Nord, ein Spaziergang zum Thema Fassadenbegrünung in Ottensen sowie eine Informations- und Mitmachaktion in Eimsbüttel.
Eine Übersicht gibt es unter:
www.zentrum-klimaanpassung.de/wdka26
Informationen zum Umgang mit Extremwetter
Mit der Kampagne „Werde wetterwach!“ will Hamburg außerdem stärker darüber informieren, wie sich Menschen auf unterschiedliche Extremwetterlagen vorbereiten können.
Auf der Internetseite finden sich Informationen und praktische Hinweise unter anderem zum Umgang mit Hitze und Starkregen:
Gerade für Grundstücks- und Hauseigentümer kann sich ein Blick auf die verschiedenen Angebote lohnen. Wer ohnehin über eine Entsiegelung, eine Zisterne oder eine bessere Versickerung von Regenwasser nachdenkt, sollte vor Beginn einer Maßnahme prüfen, ob dafür eine Förderung der Stadt Hamburg infrage kommt.

