Hamburg hat über Jahre von steigenden Steuereinnahmen und niedrigen Zinsen profitiert. Diese Zeit ist nach Einschätzung des Rechnungshofs vorbei. In seinem aktuellen Bericht warnt er deutlich: Die Stadt gibt dauerhaft mehr Geld aus, als sie einnimmt.
Vereinfacht gesagt lebt Hamburg künftig von seinen Ersparnissen. Die Allgemeine Rücklage – also das finanzielle Polster der Stadt – beträgt derzeit rund 3,3 Milliarden Euro. Bis Ende 2029 soll sie auf nur noch 600 Millionen Euro schrumpfen. Jedes Jahr fehlen strukturell etwa 600 Millionen Euro.
Gleichzeitig sollen die Schulden deutlich steigen: von 23,2 Milliarden Euro Ende 2025 auf 36,4 Milliarden Euro Ende 2030. Dadurch wachsen auch die Zinskosten. Während Hamburg 2025 netto noch 128 Millionen Euro für Zinsen zahlen musste, könnten es 2030 bereits 799 Millionen Euro sein. Dieses Geld fehlt dann für Schulen, Straßen, Sicherheit oder soziale Angebote.
Auch die laufenden Ausgaben steigen stark. Für 2028 plant Hamburg Aufwendungen von knapp 24,8 Milliarden Euro, aber nur Erträge von rund 22,2 Milliarden Euro. Besonders teuer werden Personal, Sozialleistungen, Mieten, öffentliche Unternehmen und neue Investitionen.
Der Rechnungshof hält das angekündigte Sparprogramm des Senats über 600 Millionen Euro deshalb nicht für ausreichend. Wegen zusätzlicher Risiken müssten mindestens weitere 400 Millionen Euro eingespart werden. Insgesamt geht es damit um einen Konsolidierungsbedarf von mindestens einer Milliarde Euro.
Der Rechnungshof nennt auch mögliche Einschnitte: größere Schulklassen, ein höheres Pensionsalter für Polizei, Feuerwehr und Justiz sowie weniger freiwillige Sozialleistungen. Auch kostspielige Kulturprojekte stellt er infrage. Allein das kostenlose Deutschlandticket für Schülerinnen und Schüler kostete Hamburg 2025 rund 146 Millionen Euro.
Die Botschaft ist eindeutig: Hamburg kann nicht mehr jedes neue Projekt finanzieren und gleichzeitig alle bestehenden Leistungen ausweiten. Senat und Bürgerschaft müssen Prioritäten setzen. Geschieht das nicht, sind die Rücklagen in wenigen Jahren nahezu aufgebraucht und ein immer größerer Teil des Haushalts fließt allein in Zinsen.
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