Die ehemalige Kindertagesstätte „Pusteblume“ am Gustav-Seitz-Weg steht seit der Schließung im Jahr 2023 leer. Ursprünglich sollte das Gebäude saniert und wieder für die Kinderbetreuung genutzt werden. Inzwischen ist davon keine Rede mehr. Stattdessen weiß der Senat bis heute nicht, wie es mit dem Grundstück weitergehen soll.
Dabei wurde die Kita eigens für diesen Zweck errichtet. Das Grundstück wurde 1991 vom Bezirksamt Wandsbek verkauft – mit der Verpflichtung, dort eine Kindertagesstätte und Wohnungen zu bauen. Der Bau wurde zudem mit 2,61 Millionen D-Mark Steuergeld gefördert. Das Gebäude wurde 1992 fertiggestellt und die Kita nahm ihren Betrieb auf.
Heute ist von der ursprünglichen Idee nicht mehr viel übrig. Nach Angaben des Senats weist das Gebäude erhebliche Mängel auf. Fassade und Dach seien in schlechter Qualität ausgeführt worden. Hinzu kommen Defizite beim Brandschutz, der Barrierefreiheit und der energetischen Ausstattung. Nach Einschätzung des Senats müsste das Gebäude praktisch vollständig saniert werden. Allein die zwingend notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen werden auf rund 3,5 Millionen Euro geschätzt.
Doch auch ein Neubau bringt bislang keine Klarheit. Die Kosten sind noch nicht beziffert. Ebenso wenig kann der Senat sagen, wann ein Neubau überhaupt möglich wäre. Noch erstaunlicher ist die Aussage, dass derzeit keine gemeinwohlorientierte Nachnutzung gesehen werde. Eine Kita werde an diesem Standort und in dieser Größe derzeit nicht mehr nachgefragt.
Am deutlichsten ist jedoch der letzte Satz der Senatsantwort: Für die zukünftige Nutzung des Grundstücks und des Gebäudes kann derzeit kein verbindlicher Zeitpunkt für eine Entscheidung genannt werden.
Damit bleibt ein öffentlich gefördertes Gebäude seit Jahren ungenutzt – und der Senat kann den Anwohnerinnen und Anwohnern nicht einmal sagen, wie es weitergehen soll. Das ist weder wirtschaftlich noch stadtentwicklungspolitisch zufriedenstellend. Leerstand hilft niemandem. Das Grundstück braucht endlich eine klare Perspektive.
Quelle: Bürgerschaftsdrucksache 23/4556, Antwort des Senats auf Frage 17.

