In der Arztpraxis ex-Miamedis in Steilshoop herrschen derzeit unhaltbare Zustände. Mehrere Anwohner haben sich bei mir gemeldet und über chaotische Szenen berichtet: Der gesamte Flur ist überfüllt, überall warten Menschen auf eine Behandlung. Eine Patientin, so schilderten Zeugen, habe offene Beine, aus denen Flüssigkeit austritt – ein Sinnbild dafür, wie dramatisch die Situation um die hausärztliche Versorgung im Stadtteil geworden ist.
Hintergrund des aktuellen Chaos ist ein kompletter Computerausfall, der die Praxis eine ganze Woche lahmgelegt hat. Heute stehen die Patientinnen und Patienten deshalb in langen Schlangen, um endlich behandelt zu werden. Hoffen wir, dass ein derartiger Ausfall nicht erneut vorkommt – denn die ohnehin angespannte Versorgungslage in Steilshoop verträgt keine weiteren Rückschläge.
Doch es gibt auch zwei gute Nachrichten:
Zum einen hat der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung inzwischen dem Verkauf der Praxis an den Bergedorfer Arzt Hekmatulla Afzali zugestimmt. Damit ist die Zukunft der ehemaligen Miamedis-Praxis zumindest organisatorisch gesichert. Zum anderen wurde mir aus internen Quellen bestätigt, dass für die Praxis eine weitere ärztliche Stelle ausgeschrieben wurde.
Parallel dazu wird derzeit an einer weiteren neuen Praxis mit zwei Ärzten gearbeitet. Aktuell verfügt Steilshoop über vier Hausärzte – sollte alles wie geplant funktionieren, könnten es bald sieben sein. Das wären zwar immer noch drei weniger als im Jahr 2020, aber immerhin ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Steilshoop braucht endlich wieder eine verlässliche, wohnortnahe medizinische Versorgung – und die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass Bewegung in die Sache kommt.


