Kleiner Bramfelder See: Niedrigwasser, Verschlammung, Vermüllung – Wann tut das Bezirksamt endlich etwas?!

Seit Jahren machen ich und die CDU-Fraktion für Bramfeld, Farmsen-Berne und Steilshoop im Gesamten auf den bedenklichen ökologischen Zustand des Kleinen Bramfelder Sees aufmerksam (auch „Alter Teich“ genannt).

 

Der Teich ist genauso zum Entspannen und Sport treiben geeignet wie der große Bruder, der Bramfelder See, der ihn durch die Seebek verbindet. Deshalb machen sich Anwohner/innen auch verstärkt Sorgen.

 

Mir wurde auch von einem geringeren Tierbestand berichtet, so sollen sich in 2020 weniger Amphibien sichten lassen als zuvor. Durch Verschlammung und Vermüllung ist nicht nur die Tierwelt in Gefahr, sondern auch die Funktion als Rückhalte- und Auffangbecken bei Starkregenereignissen.

In einer meiner Anfragen (21-0042) zu dem Thema in der Bezirksversammlung vor fast genau einem Jahr, antwortete das Bezirksamt, dass der Entschlammungsbedarf noch nicht offiziell festgestellt worden sei. Zudem sei eine Entschlammung und eine Anhebung des Sees auch derzeit gar nicht vorgesehen. Auch damals habe ich schon auf folgende Fakten aufmerksam gemacht:

 

1. Ja, die Entschlammung von Gewässern ist teuer.

2. Aber: Je länger man wartet, desto teurer wird es, sogar ohne die ökologischen Folgekosten zu berücksichtigen.

 

Auch in dieser Anfrage von letztem Jahr ging es um den Wasserstand. Dieser würde nicht aktiv abgesenkt und die Löcher in den Staubohlen seien kein Problem, da nur geringfügig Wasser darüber austrete. Obwohl in 2020 nun aber nicht ungewöhnlich geringer Niederschlag auftrat, ist der Alte Teich mit einem niedrigen Wasserstand ausgestattet. Es läuft also etwas schief, was behoben werden muss.

 

In meiner Anfrage vom 22.01.2020 (Drucksache 21-0937) stand der Kleine Bramfelder See immer noch nicht in der Liste der durchzuführenden Entschlammungen. Zudem wurde von einer „Stärkung der Personalkapazität in der Wasserwirtschaft […] mit einer Projektstelle für das Erhaltungsmanagement Uferbefestigungen und wasserwirtschaftliche Anlagen“ geschrieben. Das war im Januar, nun ist Juli. Ist das Personal im Bereich Wasserwirtschaft aufgestockt worden? Warum wurde am Kleinen Bramfelder See immer noch nichts Sichtbares getan?

 

Top-aktuell: Fischsterben in Wandsbeker Gewässern

 

Wie das Bezirksamt in der Drucksache 21-1755 vom 24.07.20 selbst mitteilt, gab es in diesem Jahr in sieben Wandsbeker Gewässern erhebliches Fischsterben. So wurden am Rückhaltebecken Berne 410 tote Fische abgesammelt, am Wandsbeker Mühlenteich 600, am Rückhaltebecken Lottbeker Teich gar 700 Tiere.

 

Ich fordere, dass sich das Bezirksamt den Stand vor Ort anschaut und danach aktiv wird. Niemand von uns kann wollen, dass dieses, uns ans Herz gewachsene, Gewässer umkippt.

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Kommentare: 2
  • #1

    Rüdiger Hopp (Mittwoch, 05 August 2020 10:44)

    Über all wird das Geld aus dem Fenster geworfen und keiner regt sich drüber auf
    Aber wenn ein wirklich wichtiges Element der Natur gepflegt werden soll und muß,
    dann ist kein Geld Vorhanden.
    Man bekommen langsam das Gefühl von Willkür. Ich würde mich nicht wundern, wenn plötzlich an den Orten Gebäude auf den dann ehemaligen Seeboden wachsen.

  • #2

    Rüdiger Hopp (Mittwoch, 05 August 2020 15:53)

    Ich habe gerade Frage und Antwort-Spiel vom Bezirksamt Wandsbek gelesen und da steht doch tatsächlich, es soll der Mangel an Niederschlägen dazu geführt haben, weshalb zu wenig Wasser im Teich ist. Es ist schon ziemlich frech und unverfroren zu behaupten, dass der fehlende Niederschlag der Grund ist.
    In Wirklichkeit ist es die Schleuse, an der ständig manipuliert wird um den Wasserstand zu senken. Ich war bei der Ortsbesichtigung 2014 anwesend und der Herr vom Bezirksamt ( übrigens sehr unfreundlich ) gab uns zu verstehen, der See würde so oder so irgendwann Versanden.

    Mit freundlichen Grüßen
    R.HOPP