Kleingärten in Hamburg – grüne Oasen inmitten der Stadt – Anzahl sinkt

Die Zahl der Kleingärten nimmt leider immer weiter ab, auch wenn sich die Stadt bemüht, dem entgegenzuwirken.

 

Gerade in Zeiten der Corona Pandemie ist der Garten ein beliebter Rückzugsort. In Bramfeld, Steilshoop und Farmsen, sind derzeit laut Senat jedoch keine Flächen bedroht.

 

Ursprünglich zur Ergänzung des Lebensmittelbedarfes eingeführt, hat sich die Funktion der Kleingärten bis heute wesentlich erweitert. Sie tragen im erheblichen Umfang zu einer verbesserten Lebensqualität bei und fördern das gesellschaftliche Miteinander in ihren Stadtteilen.

 

Für viele Bürger/-innen sind sie eine wesentliche Ergänzung des städtischen Erholungsangebotes. Darüber hinaus werten sie den Lebensraum Stadt ökologisch auf und haben positive Einflüsse auf das Stadtklima.

 

Sie vernetzen Biotope und sind Lebensraum für eine Vielzahl von Vögeln, Insekten und Amphibien. Die rund 34.500 Kleingärten tragen wesentlich dazu bei, dass Hamburg sich eine grüne Stadt nennen kann und prägen das Bild vieler Stadtteile entscheidend mit.

 

Trotz aller Bemühungen, die Zahl der städtischen Kleingärten zu erhalten, mussten in den vergangenen Jahren zahlreiche Gärten für andere, gesamtstädtisch ebenfalls wichtige Nutzungen, zum Beispiel für den Wohnungsbau und Gewerbeflächen, in Anspruch genommen werden.

 

Ich habe daher beim Senat nachgefragt (Drs. 22/2060), wie es um Hamburgs Kleingärten bestellt ist. Die Anzahl der Parzellen ist in den letzten zehn Jahren von 34.799 auf 34.504 geschrumpft, ebenso wie deren Gesamtfläche von 1913 ha auf 1808 ha.

 

Die Zahl der außerhalb des Stadtgebietes Hamburgs befindlichen Kleingärten, hat sich in den letzten zehn Jahren hingegen nicht verändert und ist mit 380 Parzellen auf 18 ha konstant geblieben.

 

Die Nachfrage und Auslastung, bleiben derweilen gemäß Aussage des Landesbund der Gartenfreunde Hamburgs (LGH) konstant hoch. Seit dem Frühjahr 2020 liegt letztere – insbesondere aufgrund der Nachfrage im Zuge der Corona Pandemie - bei nahezu 100 %.

 

Wer sich dieser Tage einen Kleingarten zulegen möchte, hat es dementsprechend schwer. Zahlreiche Vereinsvorstände haben dem LGH mitgeteilt, dass sie ihre Anwärterlisten aufgrund der hohen Nachfrage geschlossen haben.

 

Die Schaffung von neuen Gärten geschieht auf Grundlage der Anschlussregelung zum „10.000-Vertrag“ zwischen der FHH und dem LGH. Diese regelt die Bereitstellung von Ersatzflächen nach dem Bundeskleingartengesetz im Falle der Kündigung und Räumung ersatzlandpflichtigen Kleingärten. In diesem Rahmen können durch die FHH auch an einem anderen als dem Räumungsort – bei teilräumlicher Betrachtung zusätzliche - Parzellen geschaffen werden, die in der Anschlussregelung zum „10.000-Vertrag“ zur Anrechnung kommen.

 

In Bramfeld, Steilshoop und Farmsen betrifft dies momentan keine Flächen, das Bezirksamt Wandsbek überplant derzeit keine Kleingärten. Ob Kleingartenflächen Bauland sind, ist in den geltenden Bebauungsplänen ersichtlich. Diese sind für unsere Stadtteile, die den Wahlkreis 12 bilden, im öffentlich zugängigen Geo-Online Hamburg einsehbar.

 

Haben auch Sie einen Garten oder stehen auf einer Warteliste?

 

Eine Liste aller Kleingärtenvereine finden Sie als Anhang unter diesem Artikel.

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Liste aller Kleingärten im Wahlkreis 12
Liste aller Kleingärten im Wahlkreis 12.
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